VonJohannes Nußschließen
Erst will Bundesfinanzminister Lindner kein Geld für die Nachfolge des 9-Euro-Tickets rausrücken. Nun will Verkehrsminister Wissing alles ganz schnell regeln.
Update vom 4. September um 10:09 Uhr: Nach 18 Stunden Verhandlungen gibt es endlich ein Ergebnis: Das 3. Entlastungspaket kommt. Olaf Scholz wird die Details der Entscheidung bekannt geben. Bisher ist noch nicht durchgedrungen, wer von den Maßnahmen des dritten Entlastungspakets profitieren wird.
3. Entlastungspaket kommt: Entscheidung ist gefallen – Olaf Scholz verkündet Details
Berlin – Rollt da in der Politik der neue Zug mit einer ordentlichen Ladung voll Ärger in der Bundesregierung heran? Auf den ersten Blick scheint momentan eitel Sonnenschein in der FDP: Alle wollen die Fortsetzung des 9-Euro-Ticket, oder zumindest eine Nachfolge des günstigen Tickets. Doch, bis sich Finanzminister Christian Lindner (FDP) für einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets durchringen konnte, bedurfte es offensichtlich viel Bearbeitung durch seinen Parteikollegen Volker Wissing – seines Zeichens Bundesverkehrsminister – während der Klausurtagung der Bundesregierung vergangene Woche.
Nachfolger 9-Euro-Ticket: Verkehrsminister Wissing will Fortsetzung des 9-Euro-Tickets bis Anfang 2023 klären
Zwar ist Nahverkehr und damit die Fortsetzung oder die Nachfolge für das 9-Euro-Ticket Sache der Länder, aber Wissing und Lindner sind die mit dem Geld. Und das regiert nun mal mit bei solch einer Entscheidung. Das wissen auch die Länder. War in den vergangenen Wochen noch so gar nichts klar – Lindner reiste immer noch mit seiner „Gratismentalität“ durch den Talkshow-Zirkus der Öffentlich-Rechtlichen – scheint sich kurz vor der Verkündung des 3. Entlastungspaket der Bundesregierung etwas zu tun in Sachen Fortsetzung 9-Euro-Ticket bzw. Nachfolge 9-Euro-Ticket.
Geht es nach den Wünschen des Verkehrsministers, dann ist der Nachfolger für das 9-Euro-Ticket bis Ende des Jahres geklärt. Eine direkte Fortsetzung des 9-Euro-Tickets scheint damit erst einmal vom Tisch zu sein. Dass sich die Großen der Politik sich noch im August oder in den ersten drei Septembertagen auf eine Lösung einigen, hatte wahrscheinlich eher niemand erwartet.
Aber jetzt kommt langsam Bewegung in die Sache Fortsetzung 9-Euro-Ticket, wie Verkehrsminister Wissing den Zeitungen der VRM-Gruppe sagte. Der Nachfolger des 9-Euro-Tickets soll nach seinem Wünschen bis Ende des Jahres geklärt sein. Auch wenn aktuell schon mit einer Inflationsprämie eine Direktzahlung an die Bürger und Bürgerinnen in Deutschland im Gespräch ist.
Fortsetzung 9-Euro-Ticket: Preis für Nachfolge des 9-Euro-Tickets hängt von Ausgestaltung ab
„Unser Ziel sollte sein, spätestens zu Beginn des Jahres 2023 ein neues Ticket zu haben. Ich möchte ein vom Preis her möglichst attraktives Ticket, das deutschlandweit gilt und als Abo-Variante zu kaufen ist“, so Wissing zu einer möglichen Planung zur Fortsetzung des 9-Euro-Tickets. Der Preis für die Nachfolge des 9-Euro-Tickets hänge „von der konkreten Ausgestaltung und der Verteilung der Kosten zwischen Bund, Ländern und den Kunden ab“.
Die 9-Euro-Tickets ermöglichten im Juni, Juli und August jeweils für einen Monat bundesweit Fahrten in Bussen und Bahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die Sonderaktion, um Fahrgäste von gestiegenen Energiekosten zu entlasten, lief am Mittwoch aus. Nach Branchenangaben wurden rund 52 Millionen Tickets verkauft. Der Bund finanzierte die Aktion mit 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich von Einnahmeausfällen bei Verkehrsanbietern. (mit Material der dpa)
Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/Melissa Erichsen/dpa

