„Du hast keine Ahnung vom Iran!“

Nahost-Eskalation trennt Republikaner: MAGA-Größen streiten öffentlich – auch Trump nimmt Stellung

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Die Frage nach US-Beteiligung am eskalierenden Nahost-Konflikt zwischen Israel und dem Iran sorgt für sichtbare Spaltung in Trumps politischem Lager.

Washington, D.C. – Der Nahost-Konflikt zerreißt die Republikaner: Der texanische US-Senator Ted Cruz und der konservative TV-Moderator Tucker Carlson sind heftig aneinandergeraten – wegen der Frage, ob die USA sich militärisch in den Konflikt zwischen Israel und dem Iran einmischen sollten.

In einem auf Social Media veröffentlichten Vorschau-Clip grillte Carlson den Senator zu seinem Wissen über Iran und warf ihm vor, „überhaupt nichts über das Land“ zu wissen. Auch US-Präsident Donald Trump hat sich inzwischen geäußert.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

„Du hast keine Ahnung vom Iran!“: Streit unter Republikanern eskaliert

Carlson ist Vertreter des isolationistischen Maga-Flügels. Er stellte Cruz zur Rede, der für ein hartes Vorgehen gegen Iran plädiert. Als Carlson nach der iranischen Bevölkerungszahl fragte, antwortete Cruz: „Ich weiß es nicht.“ Carlson hakte nach: „Du willst ein Land stürzen, von dem du nichts weißt?“

Als Cruz fragte, warum die Einwohnerzahl relevant sei – „Warum ist es wichtig, ob es 90 Millionen, 80 Millionen oder 100 Millionen sind?“ – ging Carlson noch weiter und fragte nach der ethnischen Zusammensetzung Irans. „Sie sind Perser und mehrheitlich Schiiten“, sagte Cruz. Carlson rief: „Du hast keine Ahnung vom Iran!“

Streit unter Republikaners: Cruz verteidigt sich – will keine „albernen Spiele“

Cruz schlug zurück und warf Carlson das Gleiche vor: Der Moderator behaupte, „Iran wolle Trump nicht ermorden“ und könne sich „nicht entscheiden, ob die Tötung von General Soleimani eine gute Idee war“.

Die Auseinandersetzung spitzte sich zu, als Cruz sagte, die USA führten „militärische Schläge“ durch – meinte damit jedoch die Unterstützung israelischer Angriffe. Carlson warnte: „Wenn ein US-Senator sagt, wir seien im Krieg mit Iran, hören die Leute zu.“

Nachdem der Clip von weniger als zwei Minuten am Dienstag (17. Juni) viral ging, verteidigte sich Cruz auf X. Carlson habe nur einen „Ausschnitt veröffentlicht, um eine ‚Gotcha‘-Frage zur iranischen Bevölkerung zu stellen“.

„Ich habe mich geweigert, bei diesem albernen Spiel mitzumachen“, schrieb Cruz und forderte die Zuschauer auf, sich das vollständige zweistündige Interview anzuschauen, das später am Mittwoch (18. Juni) erschien.

„Völlig abgedriftet“: Cruz kritisiert Carlson in eigenem Podcast

Im weiteren Gespräch warf Cruz dem Moderator Carlson indirekten Antisemitismus vor, weil dieser wiederholt Kritik an Israels Einfluss auf die US-Außenpolitik äußerte. Carlson wies den Vorwurf scharf zurück und betonte, es gehe ihm um die Rolle einer ausländischen Regierung, nicht um Juden.

Nach der Veröffentlichung des Interviews verbreitete Cruz online Ausschnitte und Memes, in denen er Carlson angreift, berichtete Politico. Im eigenen Podcast Verdict with Ted Cruz erklärte dieser, Carlson sei außenpolitisch „völlig abgedriftet“ und inzwischen ein „Hardcore-Isolationist.“ Cruz positionierte sich als dritte außenpolitische Kraft unter Republikanern: ein „nicht-interventionistischer Falke“, der auf Stärke zur Abschreckung setzt, ohne leichtfertig militärisch einzugreifen.

Ted Cruz und Tucker Carlson sind im Thema Außenpolitik unterschiedlicher Meinung.

Nahost-Eskalation spaltet Republikaner: Trump beschwichtigt nach Interview – „netter Kerl“

Vergangene Woche griff Israel iranische Nuklearanlagen an und tötete hochrangige Militärs sowie Atomwissenschaftler durch Luftschläge und Autobomben. Trump deutete an, dass die USA sich den israelischen Angriffen anschließen könnten. Der Streit zwischen Cruz und Carlson zeigt einen tiefen Riss in außenpolitischen Themen in der republikanischen Partei, so The Guardian. Während Isolationisten wie Carlson fordert das Lager um Cruz ein härteres Vorgehen. Trump selbst schickte zusätzliche Militärkräfte in die Region und erwägt Luftschläge gegen iranische Atomanlagen.

Carlson kritisierte den Kurs öffentlich, worauf Trump ihn rügte: „Jemand soll Tucker Carlson erklären, dass Iran niemals eine Atombombe haben darf.“

Am Mittwoch (18. Juni) reagierte auch Trump auf das hitzige Gespräch: „Tucker ist ein netter Kerl. Er hat neulich angerufen und sich entschuldigt, weil er meinte, er sei ein bisschen zu hart gewesen, und das habe ich geschätzt“, sagte US-Präsident auf eine Reporterfrage zum Interview, so Politico. „Und Ted Cruz ist auch ein netter Kerl. Er steht schon lange an meiner Seite.“ Eine Reaktion, die versucht, beide Seiten zu beschwichtigen. (hk)

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