Gegen Irans Atom-Festung – Israel ist auf US-Hilfen angewiesen
VonHelmi Krappitz
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Der Atom-Komplex Fordo könnte eine wichtige Rolle beim Bau einer Atombombe spielen – doch blieb bisher von Israels Angriffen verschont. Dafür bräuchten sie US-Hilfe.
Teheran – Bis zu 90 Meter tief unter der Erde liegt das Zentrum des iranischen Atomprogramms. In der 5500 Quadratmeter großen Anlage Fordo reichert der Iran mir etwa 3000 Zentrifugen waffenfähiges Uran an. Der Komplex ist damit zwar kleiner als Natans, aber wichtiger für mögliche militärische Pläne.
Nach tagelangen israelischen Luftangriffen gehen US-Geheimdienste nun davon aus, dass Israel das iranische Atomprogramm bislang nur um wenige Monate zurückgeworfen haben könnte, so die New York Times. Obwohl Israel die iranische Anlage Natans mit Angriffen erheblich beschädigt hat, bleibt Fordo unberührt.
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US-Geheimdienste sehen aktuell keine Bedrohung: Der Iran strebe nicht aktiv nach einer Atomwaffe – und sei auch bis zu drei Jahre davon entfernt, eine solche zu produzieren und zu liefern. Das sagten vier mit der Analyse vertraute Personen gegenüber CNN.
Die Herausforderung für den Iran bestehe nicht nur darin, eine einfache Atomwaffe zu produzieren – was laut Experten innerhalb weniger Monate möglich wäre, wenn der Iran sich dazu entschließen würde –, sondern auch darin, ein funktionsfähiges Trägersystem zu entwickeln, was deutlich länger dauern könnte.
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Israel behauptet, die Anlage im aktuellen Konflikt bereits angegriffen zu haben, doch auf frei zugänglichem Bildmaterial sind bislang keine Schäden erkennbar. Ohne spezifische US-Waffen und Luftunterstützung sei Israel nicht in der Lage, Fordo großflächig zu beschädigen, sagen Verteidigungsexperten. „Israel kann diese Atomanlagen überwachen und sie funktionsunfähig machen, aber wenn man sie wirklich zerstören will, braucht es entweder einen US-Militärschlag oder einen Deal“, sagte Brett McGurk, ehemaliger Spitzendiplomat im Nahen Osten unter den Regierungen Trump und Biden gegenüber CNN.
Der Komplex liegt so tief, dass selbst modernste US-Bunkerbrecher ihn kaum erreichen könnten. Eine der wenigen Waffen im amerikanischen Arsenal, die möglicherweise in diese Tiefe vordringen kann, ist die GBU-57 MOP (Massive Ordnance Penetrator), so der Spiegel. Diese rund 14 Tonnen schwere Bombe ist dafür gebaut, bis zu 60 Meter verstärkten Beton zu durchdringen. Bunkerbrechende Waffen verfügen über besonders widerstandsfähige Hüllen und explodieren erst mithilfe eines verzögerten Zündmechanismus in der Tiefe.
„Negative Reaktionen“: Einsatz von US-Bunkerbrechern hätten verheerende Folgen
Ein Einsatz amerikanischer Bunkerbrecher hätte vermutlich auch enorme internationale Folgen. So könnte ein solcher Angriff zu einer nuklearen Verseuchung führen, die Zivilisten gefährden könnte. „Ich denke, es würde sicherlich auch international zu negativen Reaktionen kommen, wenn die USA sich Israel bei einem als illegal angesehenen Angriff auf die iranische Souveränität angesehenen Angriff angeschlossen hätten“, sagte General Joseph Votel, der während Trumps erster Amtszeit Kommandeur des US Central Command war, gegenüber der New York Times. Militäranalysten zufolge könnte der Iran seine Vergeltungsschläge auf US-Truppen und andere amerikanische Ziele in der Region und darüber hinaus ausweiten.
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„Notfallpläne“: Israel könnte Spione oder Spezialkräfte gegen Irans Atomanlage einsetzen
Alternativ könnten die Israelis versuchen, Zugang zur Anlage von innen zu erlangen – etwa durch das Einschleusen von Spionen oder den Einsatz von Spezialkräften. Yechiel Leiter, Israels Botschafter in den Vereinigten Staaten, deutete in der ABC-News-Sendung „This Week“ an, dass es verschiedene Optionen gebe: „Wir haben eine Reihe von Notfallplänen, die es uns ermöglichen werden, mit Fordo fertig zu werden“, sagte er. „Nicht alles lässt sich nur auf den Luftangriff und den Fernangriff beschränken.“ (hk)