Corona-Pandemie

Nasenspray-Impfstoff: Indien lässt Nasenspray gegen Corona zu

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Bei der Entwicklung von Nasenspray gegen Corona geht Indien den nächsten Schritt: Das Land lässt Corona-Nasensprays zur Basisimmunisierung zu.

Neu-Delhi – Die Forschung setzt weltweit große Hoffnung in Nasensprays gegen Corona. In Indien geht man diesbezüglich nun einen Schritt weiter – und erteilt die Zulassung für ein Corona-Nasenspray zu Impfzwecken. In der indischen Politik zeigt man sich zuversichtlich, damit einen wichtigen Schritt im Kampf gegen das Virus zu gehen. Der Bund hatte zuletzt ebenfalls in die Forschung zu Nasenspray-Impfstoffen investiert, allerdings ist der Weg zur Zulassung hierzulande scheinbar noch deutlich weiter. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hofft, dass die Impfstoffforschung perspektivisch das Pandemie-Ende bringen kann – für das Nasensprays eine wichtige Rolle spielen könnten.

Nasenspray gegen Corona: Indien lässt Covid-Nasenspray von Covaxin-Hersteller Bharat Biotech zu

Für Nasenspray gegen Corona ist in Indien die Zulassung erfolgt – zumindest für ein Produkt. Das Corona-Nasenspray des Herstellers „Bharat Biotech“ darf künftig zur Basisimmunisierung von Erwachsenen eingesetzt werden. Das erklärte der indische Gesundheitsminister Mansukh Mandaviya auf dem Mediendienst Twitter. Mandaviya zeigt sich optimistisch: Der Kampf gegen das Coronavirus erhalte durch die Zulassung einen großen Schub, so der Minister. Der nun zugelassene Nasenspray-Impfstoff stammt aus dem Haus des Unternehmens „Bharat Biotech“, das unter anderem den Corona-Totimpfstoff Covaxin herstellt.

Indien hat einen Nasenspray-Impfstoff des Herstellers Bharat Biotech gegen Corona zugelassen. (Symbolbild)

Bharat Biotech hatte seinerseits erklärt, die Phase 3 Studie sei erfolgreich abgeschlossen. Ergebnisse sollen zeitnah in wissenschaftlichen Publikationen erscheinen. Indien könnte durch die Zulassung von Nasenspray-Impfstoffen zum globalen Vorreiter werden. Als ein Vorteil der Nasenspray-Impfung gilt, dass sie günstig ist. Gerade in Ländern mit geringen und mittleren Einkommen ist das unter den aktuellen Umständen ein wichtiger Faktor für die Impfkampagnen.

Nasenspray gegen Corona: Auch der Bund investiert in Covid-Nasenspray

In die Forschung zu Nasensprays gegen Corona hatte zuletzt auch der Bund investiert. Erst kürzlich erklärte Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) gegenüber der Augsburger Allgemeinen, die Bundesregierung habe sich das erste Mal zur finanziellen Förderung von Forschungsansätzen zu einer Nasenspray-Impfung in Deutschland entschlossen. Konkret hatte Stark-Watzinger damit Bezug auf ein Projekt der Universitätsklinik in München genommen. Dort wird ein sogenanntes Zell-Trans Projekt verfolgt, in dem es ebenfalls um die Immunisierung über die Nasenschleimhaut geht. Der Bund hatte damals verkündet, insgesamt rund 1,7 Millionen Euro als Fördersumme bereitzustellen.

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte seinerseits vor kurzem, ebenfalls auf Twitter, einen Post über Corona-Nasensprays geteilt und in diesem Zuge Hoffnungen auf ein Pandemie-Ende geschürt. Über den Beitrag zu Nasenspray-Impfungen schrieb Lauterbach: „Viele fragen sich: endet Corona denn nie? Wann kommt Endemie? Nicht in diesem Herbst, da geht es nicht ohne wirksame Schutzmaßnahmen. Aber langfristig werden Impfstoffe kommen, die gegen viele Varianten und Infektionen schützen. Ich gehe davon aus: Das ist das Ende.“ Bereits länger befinden sich Nasenspray-Impfstoffe weltweit in klinischen Versuchen.

Corona-Nasensprays und ähnliche Methoden: Immunisierung über die Schleimhäute

Bei Corona-Nasensprays geht es um eine Immunisierung gegen das Coronavirus – das übrigens auch das Fatigue-Syndrom auslösen kann – über die Schleimhäute. In verschiedenen Ländern, darunter Kuba, Kanada und den USA, laufen derzeit zahlreiche Untersuchungen zu Impfstoffen, die über die Nase verabreicht werden können. Dabei muss es sich nicht zwingend um klassische Nasensprays handeln.

Weder die Branchen-Größe Moderna noch Biontech haben bisher große Bemühungen um derartige Vakzine publik gemacht. China hatte indes kürzlich bekannt gegeben, dass es als erstes Land weltweit einen Corona-Impfstoff zum Inhalieren zugelassen hat. Die Hoffnungen in nasale Impfstoffe sind weltweit groß. Derweil ist es um andere Ansätze, wie das Impfpflaster, wieder deutlich ruhiger geworden. Forschende weltweit arbeiten weiter mit Hochdruck daran, im Kampf gegen die Pandemie an Boden gutzumachen.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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