Streitthema Spitzbergen

Russland lotet Nato-Grenzen aus: Putin rasselt vor Norwegen mit den Säbeln

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Russland lotet in der Arktik Grenzen aus. Dort verwaltet Norwegen die demilitarisierte Inselgruppe Spitzbergen. Moskau will um die Souveränität ringen – zur Not wie im Ukraine-Krieg.

Spitzbergen/Norwegen – Norwegen schlägt Alarm in der Arktis: Schon länger warnen Oslo und die norwegischen Geheimdienste vor den Provokationen der russischen Nachbarn. Jetzt wird Russland ausgerechnet in einer demilitarisierten Zone deutlich: Vize-Ministerpräsident Juri Trutnew verschärft seine aggressive Rhetorik rund um die gemeinsam genutzte Inselgruppe Spitzbergen und droht mittlerweile unverhohlen – mit konkreten Vergleichen zum Ukraine-Krieg.

Zur Not wie im Ukraine-Krieg: Russland will auf Gebiet von Norwegen für Rechte kämpfen

„Keine der von Russland erlangten Rechte und Vorzüge können eingeschränkt oder verletzt werden“, gab Trutnew im Februar in einem offiziellen Regierungsmeeting zum Streitthema Spitzbergen zu Protokoll, wie The Barents Observer berichtet. Sorgen machen wird der norwegischen Regierung die Leichtigkeit, mit der Trutnew in der Angelegenheit die Brücke zum Ukraine-Krieg schlägt. Dort vergössen russische Krieger gerade Blut für die Souveränität ihres Landes, so der Vize-Premier. Er schlug vor, die Spannungen in Spitzbergen genauso anzugehen: Auch das sei „ein Kampf um Souveränität, ein Kampf für die Rechte von Russland und Russen.“

Keine Politik-freie Zone: Einer Statue eines Kohlebergarbeiters im Zentrum von Longyearbyen ist am ersten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine ukrainische Flagge um die Schultern gelegt worden.

Trutnews aggressive Rhetorik kommt nur wenige Tage, nachdem er als Chef des für die Arktis zuständigen russischen Ministeriums kampferprobte Veteranen aus dem Ukraine-Krieg in seinem Büro empfangen hatte. Ministeriumskollege Sergej Chukunkow unterstrich dabei auf Telegram unter anderem, dass man die echte Kampferfahrung der Soldaten nutzen werde – „für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis“.

Spitzbergen im Arktischen Ozean: Nadelstiche aus Moskau haben lange Historie

Die russischen Nadelstiche auf dem Archipel, das für Arktis- und Klimaforschung von immenser Bedeutung ist, sind allerdings keine neue Entwicklung. Die Inseln stehen allen Staaten des Spitzbergenvertrages für wirtschaftliche und wissenschaftliche Zwecke frei. Gerade Russland, das dort seit über einem Jahrhundert Bergbau betreibt, fuhr innerhalb dieses Arrangements jedoch öfter die Ellenbogen aus. Seit der russischen Annexion der Krim-Halbinsel im Jahr 2014 betreffen die ständigen Grenzübertretungen und Vorfälle vor allem das ausdrückliche Verbot, Spitzbergen für militärische Zwecke zu nutzen.

  • 2014: Der Putin-Vertraute Dmitri Rogosin, zum damaligen Zeitpunkt russischer Vize-Ministerpräsident, macht Station auf Spitzbergen. Seit dem Überfall auf die Krim steht er jedoch auf der EU-Sanktionsliste und dürfte das norwegische Gebiet aufgrund eines Einreiseverbotes nicht betreten. Moskau, so die NZZ damals, hält die darauf folgende Irritation aus Oslo für „norwegische Überreaktion“.
  • 2016: Eine Spezialeinsatztruppe unter dem Kommando des tschetschenischen Machthabers Ramzan Kadyrow nutzt den Flughafen des Spitzbergen-Verwaltungszentrums Longyearbyen für militärische Zwecke. Sie bereiten dort durch den Transport von militärischem Equipment und Personal eine Nordpol-Übung ihrer Fallschirmjäger vor.
  • 2022: Im Laufe weniger Tage nimmt die norwegische Polizei insgesamt sieben russische Staatsbürger fest, die mit Drohnen illegale Luftaufnahmen norwegischer Flughäfen machten. Höhepunkt der Vorgänge, die der damalige und aktuelle Ministerpräsident Jonas Gahr Støre laut Tagesspiegel „inakzeptabel“ nannte, war die Festnahme des Sohnes des Putin-Vertrauten Wladimir Jakunin. Andrej Jakunin gab in Untersuchungshaft zu, mehrere unerlaubte Drohnenflüge über Spitzbergen gesteuert zu haben.
  • 2022: Das nördlichste Glasfaserkabel der Welt, das Norwegens Festland mit Spitzbergen verbindet, wird getrennt. Es versorgt nicht nur die Siedlungen Spitzbergens mit Internet, sondern dient auch der Anbindung an über 100 Satelliten-Antennen, die zur Steuerung einzigartige Polar-umkreisender Satelliten genutzt werden. Schon 2022 schließen Ermittler eine natürliche Ursache der Störung aus. Im Jahresbericht von 2024 unterstreichen die Geheimdienste Norwegens Russlands Fähigkeiten und Willen zur Sabotage von Kommunikationskabeln und Unterwasser-Infrastruktur.

Die neuerliche, zunächst verbale Eskalation der Situation, mutiert nun im Kontext des Ukraine-Krieges endgültig von der Kategorie „politische Spielchen“ zu „bedrohlich“. Nicht ohne Grund rüstet man sich in Norwegen mittlerweile gegen die russischen Nachbarn.

Nato behält seine Nordflanke im Blick: Russische Atomwaffen lagern an der Küste

Für Russland geht es im Arktischen Meer und an der Nato-Nordflanke auch um militärstrategische Positionierung: Denn an der Küste der angrenzenden Barentssee, im Hafen von Murmansk und umgeben von einer Flotte Atom-U-Boote, lagert Russland einen Teil seiner Nuklearwaffen. Gegenüber IPPEN.MEDIA verriet Brigadegeneral Eystein Kvarving, Kommunikationschef der norwegischen Streitkräfte, zuletzt, dass man sich auch deshalb um stetigen Kontakt bemüht: Jede Woche nehme man Kontakt mit Russlands Atom-Flotte auf – für den Ernstfall.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
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Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

Geheimdienste warnen vor Russlands militärischer Präsenz – mit Sabotage eine Energiekrise auslösen?

Neben Russlands stetiger Drohung, vermeintliche Gebietsansprüche notfalls mit Gewalt durchzusetzen, geht es in der Arktik auch um etwas anderes: Ressourcen. Die norwegischen Geheimdienste berichteten nun, kurz nach Trutnews Vergleichen zum Ukraine-Krieg, dass Russland zivile Schiffe nutze, um die Küsten- und Tiefsee-Infrastruktur der Skandinavier auszuspähen. Im Geheimdienstbericht wird vermutet, dass Russland Sabotage-Aktionen ausführen könnte – „mit dem Ziel, eine europäische Energiekrise auszulösen oder zu verschlimmern“. Norwegen ist nach den Sanktionen gegen Russland Europas größer Gaslieferant.

Die norwegische Sendeanstalt NRK äußerte laut NZZ den Verdacht, Moskau könne es darum gehen, zu zeigen, dass Oslo die Souveränität über das arktische Territorium, auf die es immer pocht, nicht wirklich durchsetzen könne. Dass Russland generell Ambitionen in der Arktis hegt, hat der Putin-Vertraute Dmitri Rogosin bereits vor Jahren klargemacht. Rogosin, der 2022 in Donezk von Granatsplittern verwundet wurde, trieb damals die Militarisierung des Gebietes voran und sprach von einem „positiven und zivilisierten Weg“, sie zu „kolonialisieren“. Worte, die spätestens seit dem Angriffskrieg in der Ukraine gefährlich klingen.

Rubriklistenbild: © Steffen Trumpf/dpa

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