VonErkan Pehlivanschließen
Laut Nato könnte Afghanistan zu einem „Epizentrum des Terrorismus“ werden. Die Gefahr könnte auch auf andere Länder überspringen.
Brüssel – Das westliche Verteidigungsbündnis Nato warnt vor einem Wiedererstarken des internationalen Terrorismus in Afghanistan. „Al-Qaida baut seine operativen Kapazitäten wieder auf“, heißt es in dem Briefing des Nato-Geheimdienstes JISD, über das Business Insider berichtet. Zudem gebe es in Afghanistan weitere Akteure, die die Stabilität der Region gefährden.
Große interne Spaltungen innerhalb der Taliban
„Die Herrschaft der Taliban ist stabil“, heißt es in dem Nato-Bericht weiter, „doch es bestehen große interne Spaltungen.“ Das Fazit der Nato-Analysten ist ernüchternd: „Nicht einmal zwei Jahre nach der Machtergreifung der Taliban ist Afghanistan das `Epizentrum des Terrorismus` geworden.“ Auch für die Zukunft des Landes sehen die Experten nichts Gutes. Die aktuellen Entwicklungen ließen vermuten, „dass sich die Lage noch verschlimmern und die Gefahr für die Region und darüber hinaus wachsen wird“.
Taliban fordern nach Koranverbrennung Entschuldigung von Schweden
Zuletzt hatte die militant islamistische Taliban nach einer Koranverbrennung in Stockholm ihren Protest gegen Schweden verschärft. Die islamistische Gruppe ordnete bis auf Weiteres einen Stopp aller Aktivitäten Schwedens in Afghanistan an, wie aus einer Mitteilung vom Dienstag hervorgeht. Die islamistische Gruppe forderte eine Entschuldigung Schwedens. Direkt betroffen vom Verbot könnte die schwedische Hilfsorganisation SCA sein, die sich mit Tausenden Entwicklungshelfern in dem vom Krieg gezeichneten Land engagiert.
Weiterhin schlechte humanitäre Lage in Afghanistan
Die humanitäre Lage in Afghanistan gilt als prekär. Seit dem Abzug der internationalen Streitkräfte aus dem Land ist die Wirtschaft eingebrochen. Mehr als 28 Millionen Menschen sind laut der UN auf humanitäre Hilfe angewiesen. Viele Hilfsprojekte in dem Land wurden eingestellt, nachdem die Taliban afghanischen Frauen die Arbeit bei Hilfsorganisationen untersagt hatten. (erpe/dpa)
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