Schon da gewesen?

5 Naturwunder in Ostdeutschland, bei denen du deinen Augen kaum traust

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Spätestens seit Corona ist klar: Es muss nicht immer Bali, Kuba oder Südafrika sein. Spektakel kannst du auch hier haben – versprochen.

Wie einig sind wir wirklich (geworden) seit der Deutschen Einheit vor 34 Jahren? Gerade hat sich der Fall der Berliner Mauer am 9. November gejährt. Auch nach über drei Jahrzehnten gibt es einen Teil von Westdeutschen, der noch nie im Osten war (ungefähr jeder Sechste soll es sein).

Zuletzt haben wir dir einiges über magische Naturwunder in Deutschland nähergebracht, die kaum jemand kennt. Doch jetzt werfen wir mal einen speziellen Blick in die neuen Bundesländer, wie es so schön (naja, geht so...) heißt. Und die stehen aus unerklärlichen Gründen noch nicht auf der Unesco-Welterbeliste. Hier sind fünf Tipps – und wenn du noch nie was ihnen gehört hast, solltest du aber sofort deine Koffer packen, wie ich finde:

1. Die Müritz: Deutschlands größter Binnensee in malerischer Umgebung

Die Müritz ist der größte Binnensee Deutschlands. Ja, das sage ich so selbstbewusst als gebürtiger Mecklenburger – wohlwissend, dass viele Süddeutsche mir auf die Finger klopfen würden wegen des viel größeren Bodensees. Doch der gehört nicht nur uns, sondern auch den Schweizer:innen und Österreicher:innen. Laut Definition ist deshalb aus meiner Sicht die Müritz mit ihren 117,8 km² der größte Binnensee Deutschlands.

Mecklenburg-Vorpommern ist das Land der 1000 Seen: Die Müritz ist der größte.

Das „Kleine Meer“, wie slawische Siedler einst voller Respekt gegenüber dem See sagten, liegt direkt am Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern. Es gilt als Rückzugsort für Naturfreunde mit unberührten Ufern, dichten Wäldern und seltenen See- und Fischadler, Eisvögeln, Kranichen oder auch geschützten Pflanzenarten. In Waren kannst du wunderbar die Promenade langschlendern, verträumt auf die Binnenmüritz schauen und Möwen beim Fliegen in der steifen Briese bewundern.

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2. Das Elbsandsteingebirge: Ein Paradies für Wander- und Kletterwütige genauso wie für Selfie-Jäger:innen

Ist das wirklich noch Deutschland oder schon Kanada? Es besteht bei vielen Fotomotiven akute Verwechslungsgefahr, wie ich aus eigener Erfahrung weiß! Mit diesem unvergleichlichen Anblick sorgt das Elbsandsteingebirge am Oberlauf der Elbe in Sachsen regelmäßig für Staunen. Es gehört zur Sächsischen Schweiz, ist übrigens gar nicht weit von Dresden gelegen. Ein majestätischer Anblick, das Mittelgebirge besteht vorwiegend aus Sandstein, dazu tiefen Schluchten und atemberaubenden Ausblicken. Wanderer:innen und Kletterer:innen kommen voll und gleichermaßen auf ihre Kosten.

Ausblick von der Basteibrücke: Das Elbsandsteingebirge gehört zur Sächsischen Schweiz.

3. Die Spreewald-Fließe: Ein grünes Netzwerk von Kanälen und Auen

Der Spreewald eine Stunde südlich von Berlin beeindruckt mit seinem riesigen Wassernetzwerk. Wald und Wasser geben sich hier auf einzigartige Weise echt die Klinke in die Hand. Traditionelle Kahnfahrten sind nicht nur gechillt und feuchtfröhlich (ich weiß, wovon ich rede), sondern offenbaren eine idyllische Landschaft und einzigartige Kulturlandschaft. Die vielfältige Flora und Fauna machen den Spreewald zu einem Paradies für Naturliebhaber. Lübben und Lübbenau sind super, was Unterkünfte und vor allem Wellness angeht. Aber ganz ehrlich: Ein Traum (der sich tatsächlich in die Realität umsetzen ließe) ist doch, dass du vom Spreewald bis hoch in die Ostsee kommst. Über Spree, Oder und das Stettiner Haff kommst du bis ins Meer. Wahnsinn, oder?

Vom Spreewald in die Ostsee: Über hunderte Kilometer auf dem Bootsweg kein Problem!

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4. Das Kyffhäuser bekleckert sich durch seinen Namen nicht mit Ruhm, ist aber eigentlich total toll

Ein beeindruckendes Naturwunder ist der „Kyffhäuser“. Das Kyffhäusertreffen um AfD-Rechtsaußen Björn Höcke (zumindest früher) und den völkischen „Flügel“ der AfD Strategiebesprechung machte den Ort leider auch bekannt. Doch der Kyffhäuser ist eigentlich einfach ein Mittelgebirge in Thüringen und Sachsen-Anhalt, das für seine charakteristischen Felsformationen und historische Bedeutung bekannt ist. Die Barbarossahöhle im Kyffhäuser ist zudem eine Tropfsteinhöhle, die dazugehört und besonders faszinierend ist. Es handelt sich dabei um eine natürliche Untergrundformation mit Stalaktiten und Stalagmiten.

Zum Kyffhäuser gehören Berg, Denkmal und Höhle.

Zusätzlich dazu befindet sich auf dem Kyffhäuserberg die Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal. Und das gehört zu den größten Reiterstandbildern der Welt. Die Region ist auch mit Sagen und Legenden verbunden, die sich um den Kyffhäuser und den schlafenden Kaiser Barbarossa ranken.

5. Der Nationalpark Jasmund: Mystische Kreidefelsen an der Ostseeküste

Na klar, als Mecklenburger bin ich noch nicht fertig und steige mit dem Heimatbundesland in diesem Text auch wieder aus. Deutschlands größte Insel ist für mich als Ostseekind für vieles bekannt: traumhafte Sandstrände, schicke Kurorte wie das bekannte Binz, coole Campingplätze ganz im Norden Richtung Nonnevitz und Kap Arkona. Hier gab es in der Jugend viel Flüssiges und generell viel Erholung.

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Aber: Die Küste Rügens beherbergt eben auch den Nationalpark Jasmund, bekannt für seine imposanten Kreidefelsen, die steil aus der Ostsee aufragen und von denen du vielleicht schon mal etwas gehört hast. Der Königsstuhl ist dabei die markanteste Felsformation. Kein Wunder, dass genau hier ein Gemälde vom weltberühmten Künstler Caspar David Friedrich entstand, oder?

Lust, lieber unseren Nachbarn zu bereisen? Hier sind 7 Naturwunder aus Österreich, bei denen du deinen Augen nicht traust. Schau auch gern sowohl auf die Naturwunder in der Steiermark als auch auf die wunderschönen Zielen im Burgenland.

Rubriklistenbild: © Imago

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