G20-Ministertreffen

G20-Ministertreffen: US-Außenminister im Gespräch mit russischem Amtskollegen

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US-Außenminister Blinken hat übereinstimmenden Berichten zufolge mit dem russischen Amtskollegen Lawrow gesprochen.

Berichten zufolge haben US-Außenminister Antony Blinken und Russlands Außenminister Sergej Lawrow beim G20-Treffen in Indien kurz miteinander gesprochen. Wegen des Ukrainekriegs haben sich die G20-Minister nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung verständigt.

Neu Delhi - «Blinken hat um den Kontakt mit Lawrow gebeten», sagte Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Das kurze Gespräch habe am Rande einer Sitzung der G20-Außenminister in der indischen Hauptstadt Neu Delhi stattgefunden, ein formelles Treffen oder gar Verhandlungen habe es aber nicht gegeben.

Es war das erste persönliche Zweiergespräch zwischen dem in Yonkers, New York geborenen Blinken und dem in Moskau geborenen Lawrow seit Russlands Einmarsch in die Ukraine vor mehr als einem Jahr. Laut der US-Zeitung «New York Times» sagte Blinken seinem russischen Kollegen, dass die Vereinigten Staaten die angegriffene Ukraine weiter unterstützten, dass Russland den kürzlich von Kremlchef Wladimir Putin ausgesetzten Abrüstungsvertrag «New Start» wieder aufnehmen solle und dass Russland den inhaftierten US-Bürger Paul Whelan freilassen solle.

G20-Ministertreffen wegen Ukrainekrieg ohne gemeinsames Kommuniqué

Die Außenminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) haben sich bei ihrem Treffen in Indiens Hauptstadt Neu Delhi wegen des Streits über den Ukraine-Krieg nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung verständigt. Stattdessen veröffentlichte das Vorsitzland Indien am Donnerstag eine eigene Zusammenfassung der Beratungen. Die meisten Staaten verurteilten demnach den russischen Angriffskrieg erneut aufs Schärfste und forderten einen bedingungslosen Abzug von ukrainischem Territorium. Den entsprechenden zwei Paragrafen stimmten die Außenminister Russlands und Chinas, Sergej Lawrow und Qin Gang, nicht zu.

Auch beim Treffen der G20-Finanzminister vergangene Woche hatte es kein gemeinsame Statement und abweichende Haltungen von Russland und China gegeben.

Angesichts «sehr polarisierter Ansichten einiger Länder» habe man keine gemeinsame Abschlusserklärung zustande gebracht, sagte Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar zum Abschluss des Treffens vor Journalisten. Er betonte, Indien habe sich sehr um eine Kompromissfindung bemüht. Weiter sagte Jaishankar, die Minister hätten sich bei vielen Themen einigen können - etwa bei der Notwendigkeit für Reformen, beim Multilateralismus, der Lebensmittelsicherheit, der globalen Gesundheit und dem Klimawandel. Auch bei früheren G20-Außenminister-Treffen habe es noch nie eine gemeinsame Erklärung gegeben. (dpa)

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