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Neue Putin-Aussagen zum Ende des Ukraine-Kriegs lassen aufhorchen – Experten legen seine Ziele offen

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Verhandlungen im Ukraine-Krieg verlaufen bisher nahezu ergebnislos. Fachleute zeigen einen Weg auf, Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu holen.

Moskau – Die neue Woche beginnt mit neuer Hoffnung auf ein Ende des Ukraine-Kriegs. Am Montag telefonieren US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin miteinander. Dem anfangs von großen Erwartungen begleiteten Treffen in Istanbul am Freitag waren die beiden Staatsoberhäupter ferngeblieben, für Russland war unter anderem Präsidentenberater Wladimir Medinski vor Ort.

Moskau soll für einen Waffenstillstand in der seit gut drei Jahren laufenden Invasion fordern, dass die Ukraine einen neutralen Status einnimmt, keine ausländischen Truppen auf ihrem Territorium duldet und die Forderungen nach Kriegsentschädigungen durch Russland aufgibt. Die Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie die vier während des Kriegs völkerrechtswidrig annektierten Oblaste Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson sollen zudem als Teile Russlands anerkannt werden.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Putin-Sprecher will nicht über Russlands Forderungen sprechen

Aus dem Kreml gab es zu diesen Meldungen weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagt laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass: „Wir werden alle derartigen Leaks nicht kommentieren. Die Verhandlungen werden und sollten absolut hinter verschlossenen Türen geführt werden, das ist im Interesse der Verhandlungsergebnisse.“

Offenbar weiter siegesgewiss: Kreml-Chef Wladimir Putin setzt im Ukraine-Krieg laut Experten auf einen Abnutzungskrieg und die Überlegenheit seines Militärs.

Sollten die Berichte stimmen, würde sich Putin also auch gegen die US-Pläne stemmen, eine Friedenstruppe, bestehend aus Militärs europäischer und nicht-europäischer Staaten, in der Ukraine zu stationieren, um einen Waffenstillstand abzusichern. Diesen Punkt könnte Trump beim Telefonat noch einmal auf den Tisch bringen, da er auf geschäftliche Beziehungen zwischen Washington und Moskau baut, was durch den Krieg kaum möglich sein dürfte.

Putin aber scheint sich kaum in Richtung eines nachhaltigen Friedens bewegen zu wollen. Auch wenn Peskow laut Tass bekräftigte, ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei „als Arbeit der Delegationen beider Seiten möglich, wenn bestimmte Vereinbarungen zwischen diesen Delegationen getroffen sind“. Zuletzt aber deutete ein CNN-Bericht eher darauf hin, dass der Aggressor eine weitere Offensive vorbereitet und den Ukraine-Krieg erneut eskalieren lassen könnte.

Putin und Frieden im Ukraine-Krieg: Kreml laut Experten nicht zu Kompromissen bereit

Angesichts der neuesten Entwicklungen bleibt auch die Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) skeptisch. Die US-Analysten gehen in ihrem Bericht vom Samstag (17. Mai) davon aus, „dass Russlands Kriegsziel weiterhin die vollständige Kapitulation der Ukraine ist“. Die Gebietsforderungen, die üblicherweise Gegenstand von Verhandlungen über Kriegsbeendigungen seien, würde Moskau als Vorbedingung für einen Waffenstillstand ansehen.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Das ISW kritisiert: „Russland versucht, sich verhandlungsbereit zu geben, stellt jedoch Forderungen, die die Ukraine nicht akzeptieren kann, ohne selbst Kompromisse anzubieten.“ Nach Auffassung des Thinktank wird Putin solange Kompromisse ablehnen, bis Kiew und der Westen erfolgreich nachhaltige Zweifel an seiner Siegestheorie säen.

Laut dieser wird Russland einen Abnutzungskrieg durch „unbegrenzte, schleichende Vorstöße gewinnen (…), die die Ukraine daran hindern, erfolgreiche, operativ bedeutsame Gegenoffensiven durchzuführen“. Kurz und schmerzlos: Es geht um die Macht des Stärkeren. Dem ist wohl nur mit eigener Entschlossenheit beizukommen. Dazu müssten die Ukraine-Unterstützer aber zwingend mit einer Stimme sprechen. Das weiß auch Bundeskanzler Friedrich Merz, der bei ntv betonte: „Dieser Krieg hört erst dann auf, wenn Putin versteht, dass er ihn mit militärischen Mittel nicht gewinnen kann.“

Putins neue Aussagen zu Ende des Ukraine-Kriegs: Sicherheit Russlands soll gewährleistet werden

Dazu passen auch aktuelle Aussagen von Russlands Präsident, die dieser laut der Tass im Gespräch mit dem VGTRK-Journalisten Pavel Zarubin getätigt hat. Demnach verfüge sein Land über die Mittel, um seine Ziele zu erreichen. Es gehe um „die Beseitigung der Ursachen, die diese Krise verursacht haben, die Schaffung von Bedingungen für einen langfristigen und nachhaltigen Frieden und die Gewährleistung der Sicherheit des russischen Staates“.

Außerdem müssten „die Interessen unseres Volkes in diesen Gebieten“ gewahrt werden. Gemeint sind offenbar die annektierten Oblaste. Putin sprach in diesem Zusammenhang von Regionen, „wo Menschen leben, die Russisch als ihre Muttersprache und Russland als ihre Heimat betrachten“.

Sind noch lange nicht am Ziel angekommen: Russlands Soldaten sollen nach dem Willen von Wladimir Putin offenbar weitere ukrainische Gebiete erobern.

Trump telefoniert mit Putin: Selbst Feuerpause soll Russland im Ukraine-Krieg nicht einhalten

Die Experten der Denkfabrik verweisen auch darauf, dass sich die Verhandlungen immer weiter in die Länge ziehen. Dieser Umstand sei ein Hinweis auf „Russlands mangelnde Bereitschaft, sich auf ernsthafte Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder ein endgültiges Friedensabkommen einzulassen“.

Trump, der den Ukraine-Krieg ursprünglich binnen 24 Stunden beenden wollte, bemüht sich seit März mal mehr mal weniger intensiv um ein Ende des Blutvergießens. Mehr als kurzzeitige Feuerpausen kamen dabei nicht herum, die von Putin angekündigte rund um den Jahrestag zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg soll Moskau sogar selbst gebrochen haben.

Auch darüber wird zwischen Trump und Russlands Präsident zu sprechen sein. Wenn der nächste Anlauf unternommen wird, um dem Frieden näherzukommen. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Kremlin Pool

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