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Die Nachrichten von neuen Spannungen im Kosovo reißen nicht ab. Ein kosovarischer Soldat schoss aus einem Auto und verletzte zwei Serben – darunter ein 11-Jähriger.
Strpce – Neue Spannungen im weiter schwelenden Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo. Bereits am Freitag kam es im Süden des Kosovos zu einem Vorfall, als zwei ethnische Serben durch Schüsse aus einem Auto verletzt worden sind. Der mutmaßliche Schütze sei nach Angaben der Polizei ein 33-jähriger Soldat der Sicherheitskräfte des Kosovo gewesen. Dieser wurde von Beamten wenig später festgenommen, wie Medien in Pristina am Samstag unter Berufung auf die Polizei über den Vorfall im des Kosovo berichteten.
Neue Spannungen im Serbien-Kosovo-Konflikt: Junger Mann und ElfJähriger durch Soldat verletzt
Der Soldat, der die Schüsse abgefeuert haben soll, wird des versuchten Mordes verdächtigt. Die beiden Opfer – ein 21-jähriger Mann und ein 11-jähriger Junge – wurden im Krankenhaus operiert und sind außer Lebensgefahr. Dennoch könnte der Vorfall möglicherweise für neue Spannungen im Kosovo-Serbien-Konflikt. Experten sind sich derweil uneinig, wie gefährlich das Pulverfass im Herzen Europas ist. Die Lage ist dennoch laut eines Experten als „ernst, aber keine Kriegsgefahr“ zu betrachten, da der serbische Befehl zu erhöhten Kampfbereitschaft bereits im Dezember 2022 für eine neue Stufe im sich aufheizenden Kosovo-Serbien-Konflikt gesorgt hat.
Die kosovarische Präsidentin Vjosa Osmani und Ministerpräsident Albin Kurti verurteilten die Tat. Der Vorfall ereignete sich im Dorf Gotovusa nahe der südkosovarischen Stadt Strpce. Am Freitag hatten die orthodoxen Serben in der Region gemäß ihrem Kalender den Heiligen Abend gefeiert. Im Gebiet um Strpce leben mehrheitlich Serben.
Serbien-Kosovo-Konflikt: Politische Führung auf beiden Seiten gießt immer wieder Öl ins Feuer
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung im Kosovo besteht aus Albanern. Die ehemalige serbische Provinz hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Serbien hat diesen Schritt nicht anerkannt und beansprucht das Territorium des Kosovos weiterhin für sich, was immer wieder zu Spannungen führt und eine drohende Eskalation des Serbien-Kosovo-Konflikts heraufbeschwört. Beide Seiten weichen von ihrem Standpunkt nicht ab und die Politikspitze beider Länder gießt immer wieder Öl ins Feuer. Unter anderem tut sich besonders Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vucic hervor, der immer wieder mit Aussagen „wie keine Kapitulation“ oder Beleidigungen der Gegenseite ins Rampenlicht tritt.
In den Fokus der internationalen Politik rückte der schwelende Serbien-Kosovo-Konflikt, als Medienberichte davon sprachen, dass ein serbischer Militärkonvoi zur Grenze des Kosovo unterwegs sei. Auch Außenminister Baerbock hatte sich zu den zunehmenden Spannungen geäußert und erntete den Vorwurf der Sabotage aus Russland und ebenso scharfe Worte aus Serbien. Für Aufsehen sorgten auch die Meldungen von einer großangelegten Demonstration sowie die Schließung des größten Grenzüberganges im Norden des Kosovo.
Neue Spannungen im Serbien-Kosovo-Konflikt: Krise beschränkt sich eigentlich auf den Nordkosovo
Zwischen Serben und Albanern kommt es vor allem im Norden rund um die geteilte Stadt Mitrovica immer wieder zu Spannungen. International wird vor allem Belgrad für Vorfälle verantwortlich gemacht. Ende 2022 hatten militante Serben an einem Dutzend Stellen im Norden des Kosovos Barrikaden errichtet, die unter anderem die Zufahrtswege zu zwei Grenzübergängen nach Serbien versperrten. Dagegen sind Zwischenfälle in den serbischen Siedlungsgebieten außerhalb der Mitrovica-Region eher selten.
