Zahlen zur Bundestagswahl

Neuer Umfrage-Trend wirbelt Optionen für Koalition durcheinander

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Laut aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl 2025 würden auch kleine Parteien ins Parlament kommen. Das ermöglicht neue Koalitionen – und schließt Optionen sogar aus.

Update vom 22. Februar: Auch in den letzten Umfragen zur Bundestagswahl 2025 zeigt sich der neue Trend in aus den letzten Wochen. Die Linke kommt in allen drei am Freitag veröffentlichten Umfragen über die Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP liegt in allen Erhebungen nur knapp unter der Hürde. Es fehlt in zwei Erhebungen aber nur ein halber Prozentpunkt, um in den Bundestag einzuziehen. Noch knapper ist es bei der BSW: Sie schafft es in der Erhebung von YouGov auf fünf Prozent, landet bei Allensbach und der Forschungsgruppe Wahlen aber auch nur bei 4,5 Prozent. Damit bleibt es vor den Wahlen weiter spannend, welche Koalition am Ende regieren kann (siehe Erstmeldung unten).

Erstmeldung vom 18. Februar: Der Countdown bis zur Bundestagswahl 2025 geht endgültig in die heiße Phase. Schon am kommenden Sonntag steht die vorgezogene Wahl nach dem Ampel-Aus an. In den Umfragen ist seit Monaten die Union aus CDU und CSU klar vorne. Eine Koalition mit der AfD schloss Kanzlerkandidat Friedrich Merz wiederholt vehement aus. Da die Weidel-Partei allerdings ebenfalls seit langem in Umfragen die zweitstärkste Kraft ist, stellt sich die Frage: Welche Koalition hätte unter einem Kanzler Friedrich Merz eine Mehrheit im Bundestag?

Dabei rücken nach den aktuellen Umfragen besonders die kleineren Parteien in den Fokus: Sowohl FDP, als auch Linke und BSW schrammten in Erhebungen lange Zeit knapp unter der magischen Fünf-Prozent-Hürde. Doch in den letzten Umfragen hat sich dieses Bild klar gedreht. Die Linke hat die Marke in den letzten Umfragen meist klar überschritten und auch die FDP kommt in den neuesten Daten wieder auf fünf Prozent der Stimmen. Auch das BSW kratzt an der Marke. Dass die kleineren Parteien bei der Wahl 2025 den Sprung in den Bundestag schaffen würden, würfelt nun auch die möglichen Koalitionen kräftig durcheinander.

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz könnte nach der Bundestagswahl nur wenige Optionen für eine Koalition haben.

Koalitionen bei der Bundestagswahl 2025: Neue Umfrage-Werte ändern Optionen

Das liegt am Wahlrecht: Denn die Sitze im Bundestag bleiben bei 630 Plätzen. Eine Mehrheit hat man insofern ab 316 Sitzen. Schaffen kleinere Parteien den Sprung ins Parlament nicht, werden die Sitze im Bundestag auf die übrigen Parteien – je nach deren Stimmanteil – aufgeteilt. Insofern können sich Mehrheiten ergeben, die nach dem realen Wahlverhalten unter 50 Prozent der Wählerstimmen liegen.

Die Folge: Für Friedrich Merz wäre laut vielen Umfragen, in denen etwa FDP und Linke den Sprung ins Parlament nicht geschafft hatten, eine Zwei-Parteien-Mehrheit mit SPD oder Grünen möglich gewesen. Eine Koalition mit der AfD hatte Merz wie gesagt mehrfach ausgeschlossen. Nach den neuesten Umfrage-Werten des Meinungsforschungsinstituts Forsa vom 18. Februar 2025 zeigt sich nun bereits ein schwierigeres Bild:

Umfragewerte der Forsa zur Bundestagswahl (18.02.2025):

CDU/CSU: 30%

AfD: 20%

SPD: 16%

Grüne: 13%

Linke: 7%

FDP: 5%

BSW: 4%

Sonstige: 5%

Zusatzangaben: Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL, Erhebungszeitraum: 11.02. - 17.02. Fallzahl: 2501 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Neue Umfrage zur Bundestagswahl: Diese Koalitionen wären aktuell möglich

Würde die Bundestagswahl 2025 genau so ausgehen, wie in der neuen Umfrage, hätte nur eine Zwei-Parteien-Konstellation eine Mehrheit: Union und SPD würden laut dem Portal mandatsrechner.de zusammen auf 319 Sitze kommen. Eine hauchzarte Mehrheit von drei Sitzen also. Das Portal errechnet anhand von Umfragedaten die potenzielle Sitzverteilung im Kabinett. Diese Daten sind allerdings weiter mit Unsicherheit behaftet. Dennoch geben sie einen Einblick, was ein entsprechendes Wahlergebnis bedeuten könnte. Ein leichter Prozentverlust bei der wirklichen Wahl für Union oder SPD würde diese Koalitionsoption allerdings sofort zunichtemachen. Ebenso würde ein weiteres Erstarken von FDP, Linken oder vor allem des BSW wirken.

Eine Mehrheit abseits der AfD hätten dann lediglich verschiedene Dreier-Koalitionen: Union, SPD und Grüne würden nach der aktuellen Umfrage auf eine klare Mehrheit kommen. Auch eine Koalition aus Union, FDP und entweder SPD oder den Grünen hätte eine Mehrheit. Gleiches gilt für ein – wohl eher unwahrscheinliches Bündnis – aus Union, Linken und Grünen oder SPD. (rjs)

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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