Läuft es wie 2005?

Neuwahl im Februar: Mehrere Parteien wenden sich in Brief an Scholz und nennen Hürde „unzumutbar“

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Die Neuwahl des Bundestags wird für Kleinparteien wegen der kurzen Zeitspanne bis dahin zur Herausforderung. Einige haben deshalb eine Bitte an Olaf Scholz.

Berlin – Von einigen Politikern wurde sie seit Monaten herbeigeredet oder sogar eingefordert. Zu Beginn des neuen Jahres wird die Neuwahl des Bundestages nach dem Bruch der Ampel-Koalition nun also Realität. Für einige Parteien hätte der Termin gar nicht kurzfristig genug angesetzt werden können. Gerade die Union, die AfD und das BSW hegen nach jüngsten Umfragen Hoffnungen auf zusätzliche Sitze im Parlament und wollen die lieber heute als morgen in Beschlag nehmen.

Da dürfte der nun anberaumte Termin am 23. Februar 2025 eher ein zähneknirschend hingenommener Kompromiss sein. Zumal mit Friedrich Merz der CDU-Chef und Oppositionsführer bereits für einen Urnengang im Januar getrommelt hatte.

Neuwahl des Bundestags: Kleinparteien wenden sich mit Brief an Scholz und Faeser

Auf der anderen Seite gibt es allerhand Parteien, die beim Blick auf die wenigen Wochen bis zum Tag der Entscheidung erst einmal schwer schlucken müssen. Natürlich auch das Ampel-Trio aus SPD, Grünen und FDP. Aber noch mehr die Kleinparteien, denen ein Wettlauf gegen die Zeit ins Haus steht.

Als Reaktion auf die kurzfristige Neuwahl haben acht von ihnen am Montag einen offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz, Innenministerin Nancy Faeser und alle Mitglieder des Bundestags verfasst. Also noch bevor sich die großen Parteien auf den Wahltag festgelegt hatten.

Bei den acht Parteien handelt es sich um die Piratenpartei, die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), die Partei der Humanisten (PdH), die Tierschutzpartei, die Liberalen Demokraten (LD), die Partei des Fortschritts (PdF), die Partei für Verjüngungsforschung und die Demokratie in Bewegung (DiB).  Sie sehen eine erhebliche Benachteiligung.

Gute Laune trotz anstehender Neuwahl: Bundeskanzler Olaf Scholz muss sich in den kommenden Tagen und Wochen auch mit einem Anliegen der Kleinparteien befassen.

Neuwahl nach Ampel-Bruch: Kleinparteien brauchen mehr als 27.000 Unterschriften binnen kurzer Zeit

Denn bevor Parteien, die nicht im Bundestag oder einem Landtag mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten sind, auf dem Wahlzettel zur Bundestagswahl auftauchen, müssen sie je nach Bundesland abhängig von der Einwohnerzahl eine drei- oder vierstellige Anzahl an Unterstützungsunterschriften sammeln, um eine eigene Landesliste einreichen zu können. Mehr als 27.000 dieser Unterschriften seien nötig, schreiben die Kleinparteien.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Regulär hätten wir dafür mehrere Monate bis in den Sommer Zeit. Im Fall vorgezogener Neuwahlen blieben uns hingegen wenige Wochen. Diese Hürde in so kurzer Zeit ist unzumutbar und widerspricht den Grundsätzen einer fairen Demokratie.“

Neuwahl im Februar: Kleinparteien fordern Verringerung der Unterstützungsunterschriften

Deshalb äußern die Kleinparteien eine Bitte: „Senken Sie die Zahl der erforderlichen Unterstützungsunterschriften (…) im Falle einer Neuwahl und passen Sie die Zahl an die drastisch verkürzte Zeit an.“ Die Sammlung dieser Unterschriften sein „ein bürokratischer Kraftakt für Bürger, Ämter und Parteien“. Formulare müssten „beidseitig auf Papier ausgedruckt und von Ämtern einzeln händisch überprüft werden“ – allein die Überprüfung würde mehrere Wochen dauern.

Dagegen könnten in Dänemark seit 2016 die Unterstützungsunterschriften digital eingereicht werden. In Deutschland gelte dies zwar für Petitionen an den Bundestag, allerdings eben nicht, wenn es um die Unterstützung der Teilnahme an der Bundestagswahl gehe: „Dieser Prozess gehört dringend reformiert.“

Neuwahl binnen weniger Wochen: Kleinparteien prüfen Klage-Option vor Bundesverfassungsgericht

Wie der Spiegel berichtet, befürchtet Dennis Klüver, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei, dass der Stimmzettel diesmal um einiges kürzer ausfallen könnte, falls die Hürden nicht gesenkt werden sollten. Bei ihrem Bestreben, an der Bundestagswahl teilnehmen zu können, setzen die Kleinparteien aber nicht allein auf das Entgegenkommen des aktuellen Parlaments, zumal es in der Politik auch in der Vorweihnachtszeit nicht gerade besinnlich zugeht.

Deshalb wird auch der Gang vor das Bundesverfassungsgericht als Option angesehen. Die PdH prüft laut ihrer Vorsitzenden Felicitas Klings bereits die Möglichkeit einer entsprechenden Klage. Die Piratenpartei würde sich beteiligen, auch die Tierschutzpartei wäre mit im Boot. Deren Bundesvorsitzende Paula Lopez Vicente sagte dem Nachrichtenmagazin: „Wir müssen an einem Strang ziehen.“

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Sven Lingreen, Vorsitzender der infolge der Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gegründeten Partei Die Basis, schaut derweil schon auf die Zeit nach dem Urnengang. „Es zeichnet sich ein Chaos bei der Wahl ab, wie bei der letzten Berlin-Wahl. Das wird im Nachgang sicher eine Klagewelle auslösen“, mutmaßt er.

Neuwahl des Bundestags steht bevor: „Inwiefern auf die kleinen Parteien Rücksicht nehmen?“

Ganz anders schaut Damian Boeselager auf die Neuwahl: vollkommen gelassen. „Wir sind bereit“, betont der Mitbegründer der paneuropäischen Partei Volt, der im Europa-Parlament sitzt: „Und wir sind super hyped.“

Derweil stellt Fabian Michl die Fragen, auf die die Politik nun schnell eine Antwort finden sollte. „Man muss sich schon fragen: Inwiefern wollen wir auf diese kleinen Parteien Rücksicht nehmen? Das Bundesverfassungsgericht gibt zudem vor, dass auch unabhängige Bewerber eine Chance haben müssen“, gibt der Verfassungsrechtler an der Universität Leipzig in der Zeit zu bedenken.

Was dabei auf keinen Fall untergehen sollte: Für die Kleinparteien ist die Teilnahme an der Bundestagswahl auch eine finanzielle Frage. Und das unabhängig von ihren kaum vorhandenen Aussichten, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen und im Bundestag zu landen. Denn bereits mit einem Ergebnis von 0,5 Prozent der Stimmen haben sie Anspruch auf staatliche Finanzmittel.

Sieht Volt gut aufgestellt für die Bundestagswahl am 23. Februar: Mitbegründer Damian Boeselager sitzt für die Partei im Europaparlament.

Vorbereitung der Neuwahl: Bekommen Kleinparteien mehr Zeit für Sammlung von Unterschriften?

Nach aktuellem Stand müssten die erwähnten Unterstützungsunterschriften bis spätestens am 69. Tag vor der Wahl im Original bei der zuständigen Wahlleitung eingereicht werden. Vom 23. Februar 2025 zurückgerechnet, wäre das der 16. Dezember 2024. Damit bliebe gerade mal rund ein Monat Zeit. Knapp bemessen, zumal zu bedenken ist, dass es in der Winterzeit nicht so leicht fällt, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, um sie von den politischen Ideen zu überzeugen.

Von Lingreen kommt daher der Vorschlag, die Deadline näher an den Wahltag heranzurücken. „Das wäre demokratisch fair, um Kleinparteien überhaupt eine realistische Chance zu geben, an den Wahlen teilzunehmen“, erklärt der Basis-Chef im Spiegel.

Vielleicht hat er dabei die jüngste vorgezogene Neuwahl 2005 im Hinterkopf. Damals war die Frist zur Einreichung der Unterstützungsunterschriften auf den 47. Tag vor dem Urnengang festgelegt worden. Dies wäre diesmal der 7. Januar 2025. Würde sich die Politik an diesem Beispiel orientieren, blieben den Kleinparteien drei Wochen mehr Zeit, um die Voraussetzungen für ihre Teilnahme zu erfüllen.

Derweil verriet ein Sprecher des Innenministeriums auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass bereits eine Verordnung vorbereitet wird, um den Kleinparteien den Weg auf den Wahlzettel zu erleichtern. Für konkrete Ergebnisse braucht es aber zunächst die offizielle Verkündung des Wahltermins durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Sicher ist bereits jetzt, dass die Frist für die Briefwahl verkürzt wird. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Funke Foto Services

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