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Eskalation in Nahost: Luftangriffe auf Beirut – schwere Explosionen galten wohl potenziellem Hisbollah-Chef

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Raketen aus dem Libanon fliegen nach Israel. Israelischer Kampfjet bombardiert Café im Westjordanland. Der News-Ticker zum Nahost-Konflikt.

Update vom 4. Oktober, 9.25 Uhr: Städte und Ortschaften im Norden Israels sind nach Angaben der Armee wieder mit Raketen aus dem Libanon angegriffen worden. Im Großraum der Hafenstadt Haifa seien 20 anfliegende Geschosse registriert worden. Auch weiter nördlich und östlich in Galiläa habe es in zahlreichen Orten Luftalarm gegeben. Ein Teil der Raketen sei abgefangen worden, der Rest sei in offenem Gelände eingeschlagen. Über Opfer oder größere Schäden teilte die Armee zunächst nichts mit. 

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien im Nahost-Konflikt. Die Angaben zum Krieg in Israel und Gaza lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 4. Oktober, 5.30 Uhr: Die libanesische Hauptstadt Beirut ist erneut Ziel massiver Luftangriffe des israelischen Militärs geworden. Eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete von schweren Explosionen. Auf Videoaufnahmen waren Detonationen über der Stadt zu hören, gewaltige Flammen und Rauchschwaden stiegen in den Nachthimmel auf. Unbestätigten Berichten zufolge galt der Angriff Haschim Safi al-Din, dem Chef des Exekutivrats der Hisbollah-Miliz. Er wird als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge des kürzlich bei einem israelischen Luftangriff in Beirut getöteten Hisbollah-Anführers Hassan Nasrallah gehandelt. 

Update vom 4. Oktober, 5.00 Uhr: Bei einem Angriff eines israelischen Kampfflugzeugs auf ein Café in der Stadt Tulkarm im Norden des Westjordanlandes sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah mindestens 18 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten war zunächst unklar. Berichten zufolge befanden sich noch viele Menschen unter den Trümmern. Es war der erste Luftangriff dieser Art seit Jahren im Westjordanland. Nach Angaben der israelischen Armee galt der Angriff dem Hamas-Chef in Tulkarm, Sahi Jasser Abd al-Rasegh Ufi. Dieser sei an zahlreichen Angriffen auf Israelis beteiligt gewesen. Daneben seien weitere Mitglieder des Terrornetzwerks in Tulkarm getötet worden.

Bei einem israelischen Luftangriff im Westjordanland gab es nach palästinensischen Angaben viele Tote.

Update vom 3. Oktober, 22.20 Uhr: Die US-Regierung ist weiter mit Israel über eine Reaktion auf den iranischen Raketenangriff im Gespräch. „Wir erörtern mit ihnen, wie eine Reaktion auf den Iran aussehen könnte. Aber hier Details zu erläutern, wie mögliche Ziele aussehen könnten, halte ich nicht für sinnvoll oder wirklich hilfreich“, sagte Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh auf die Frage, ob iranische Ölanlagen ein mögliches Ziel seien. 

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

US-Präsident Joe Biden hatte zuvor gesagt, dass die USA über ihre Haltung zu einem möglichen israelischen Angriff auf iranische Ölanlagen diskutieren. Die Äußerung führte prompt zu Verunsicherung an den Märkten.

Update vom 3. Oktober, 20.05 Uhr: Israel ist erneut massiv aus dem Libanon mit Raketen beschossen worden. Binnen eines Tages seien rund 200 Geschosse und einige Drohnen gezählt worden, die von der Schiitenmiliz Hisbollah auf den Norden Israels abgefeuert worden seien. In vielen Ortschaften heulten immer wieder die Sirenen des Luftalarms. Ein Teil der Geschosse sei abgefangen worden, ein anderer über unbewohntem Gebiet niedergegangen. Über mögliche Opfer oder größere Schäden wurde zunächst nichts mitgeteilt. 

Israels Armee spricht von Kampfjet-Attacke auf Hisbollah-Ziel

Update vom 3. Oktober, 17.00 Uhr: Bei ihren Angriffen in der Region Beirut hat die israelische Armee nach eigenen Angaben am Donnerstag auch das Hauptquartier des Geheimdienstes der pro-iranischen Hisbollah-Miliz getroffen. Israelische Kampfflugzeuge hätten am Nachmittag „Ziele angegriffen, die zum Geheimdienst-Hauptquartier der Hisbollah in Beirut gehören“, erklärte die israelische Armee. Darunter seien auch Mittel zur Informationssammlung, Kommandozentren und andere Infrastruktur gewesen. Die Armee veröffentlichte dazu ein Video, das die Zerstörung eines Gebäudes offenbar auf einem Hügel zeigt.

Israel geht seit Tagen mit massiven Luftangriffen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon vor. Vor allem in Beirut wurden gezielt wichtige Stützpunkte der Miliz angegriffen und auch deren Anführer Hassan Nasrallah getötet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden durch die israelischen Angriffe insgesamt schon mehr als 1900 Menschen getötet, darunter 127 Kinder, und Hunderttausende vertrieben. Das Ministerium teilte am Donnerstag mit, dass allein in den vergangenen drei Tagen mehr als 40 Rettungskräfte und Feuerwehrleute getötet worden seien.

Iran bestellt deutschen Botschafter ein

Update vom 3. Oktober, 14.15 Uhr: Der Iran hat angesichts diplomatischer Differenzen den deutschen Botschafter einbestellt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, sei neben dem neuen Botschafter Markus Potzel in Teheran separat auch der Leiter der österreichischen Vertretung ins Außenministerium zitiert worden. Die Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel. 

Am Mittwoch hatte Deutschland als Konsequenz aus Irans Angriff auf Israel den iranischen Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt. Da der Botschafter nicht in der Stadt gewesen sei, habe man dem Geschäftsträger der Botschaft deutlich gemacht, dass die Bundesregierung den Angriff auf das Allerschärfste verurteile. 

Hisbollah-Chef Nasrallah soll vor Tod Waffenruhe zugestimmt haben

Update vom 3. Oktober, 11.45 Uhr: Der getötete Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hat laut dem geschäftsführenden libanesischen Außenminister kurz vor seinem Tod eine Waffenruhe mit Israel gebilligt. „Er hat zugestimmt“, sagte Abdullah Bu Habib dem US-Fernsehsender CNN. Der Libanon habe „vollständig zugestimmt“, nachdem der Parlamentsvorsitzende Nabih Berri sich mit der Hisbollah abgesprochen habe.

„Wir haben die Amerikaner und die Franzosen informiert“, sagte Habib. Die USA und Frankreich hätten mitgeteilt, dass auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu der Waffenruhe zugestimmt habe, sagte Habib. „Also haben wir auch die Zustimmung der Hisbollah eingeholt und Sie wissen, was seitdem passiert ist.“

Huthi-Miliz im Jemen greift israelische Küstenmetropole Tel Aviv mit Drohnen an

Update vom 3. Oktober, 9.15 Uhr: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben erneut die israelische Küstenmetropole Tel Aviv mit Drohnen angegriffen. Das israelische Militär teilte mit, eine Drohne vor der Küste im Großraum Tel Aviv abgefangen zu haben. Eine weitere Drohne fiel demnach auf offenes Gelände. Die Huthi erklärten, die Drohnen hätten ihr Ziel erreicht. Die Miliz habe die angeblich neuen Drohnen namens „Jaffa“ eingesetzt.

Update vom 3. Oktober, 7.50 Uhr: China fordert vom UN-Sicherheitsrat sofortige Maßnahmen zur Deeskalation im Nahen Osten. „Der Sicherheitsrat trägt die Hauptverantwortung für die Aufrechterhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“, zitiert die Nachrichtenagentur Xinhua den UN-Vertreter Fu Cong. Die Lage hänge am seidenen Faden. Gaza sei zu einer „Hölle auf Erden“ geworden, im Libanon seien mehr als 1,2 Millionen Menschen vertrieben worden.

Update vom 3. Oktober, 6.30 Uhr: Israels Armee hat nach erneutem Beschuss die Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon fortgesetzt. Erneut wurden auch Wohngebiete der Hauptstadt Beirut zum Ziel. Im Stadtviertel Basta-Bachoura wurden nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen bei einem Luftangriff getötet.

Update vom 2. Oktober, 20.05 Uhr: Für einen etwaigen Angriff auf Atomanlagen im Iran hat Israel nicht die Unterstützung von US-Präsident Joe Biden. Auf die Frage, ob er ein solches Vorgehen Israels unterstützen würde, sagte Biden am Mittwoch: „Die Antwort ist Nein. Wir werden mit den Israelis besprechen, was sie tun werden.“

Alle G7-Staaten seien der Meinung, dass Israel das Recht habe, auf den iranischen Raketenangriff zu antworten. „Aber die Antwort sollte verhältnismäßig sein“, sagte Biden auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews.

Tote nach Angriff auf Hauptstadt Syriens

Update vom 2. Oktober, 18.40 Uhr: Bei einem Angriff auf Syriens Hauptstadt Damaskus sind nach syrischen Angaben drei Menschen getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, ein israelischer Angriff habe ein Wohngebäude getroffen. Außerdem seien drei Menschen verletzt worden. Das israelische Militär hat sich, wie in solchen Fällen üblich, nicht zu Auslandseinsätzen geäußert.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Angriff und meldete zunächst mindestens zwei Tote. Das dreistöckige Gebäude sei der Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien zufolge von Mitgliedern der proiranischen Hisbollah und der iranischen Revolutionsgarden genutzt worden.

Nach Raketenangriff aus dem Iran: Israel will „reagieren“

Update vom 2. Oktober, 17.25 Uhr: Israel wird laut Generalstabschef Herzi Halevi auf den iranischen Raketenangriff reagieren. „Wir werden reagieren. Wir können wichtige Ziele lokalisieren und sie präzise und kraftvoll treffen“, so Halevi in einem Video vom Mittwoch, das auf einem Luftwaffenstützpunkt in Zentralisrael aufgenommen wurde. „Wir sind in der Lage, jeden Ort im Nahen Osten zu erreichen und anzugreifen, und diejenigen unserer Feinde, die dies noch nicht verstanden haben, werden es bald verstehen“, machte der Generalstabschef deutlich.

Update vom 2. Oktober, 16.50 Uhr: Das israelische Militär (IDF) hat soeben den Tod von sieben Soldaten bei Kämpfen im Südlibanon bekannt gegeben. Zuvor hatte die Hisbollah behauptet, ihre Kämpfer hätten israelischen Soldaten Verluste zugefügt. Nach Aussagen der Miliz hatte die IDF versucht, das südlibanesische Dorf Yaroun zu umzingeln. Hisbollah-Kämpfer hätten die israelischen Soldaten „überrascht“, indem sie einen Sprengsatz zur Explosion brachten, der „allen Mitglieder der Truppe“ getroffen habe. Dies ist die dritte direkte Konfrontation, die die Hisbollah heute für sich beansprucht.

Evakuierungsmission der Bundesregierung: 200 Deutsche aus dem Libanon geholt

Update vom 2. Oktober, 16.06 Uhr: Die Bundesregierung holt mithilfe der niederländischen Luftwaffe nun 200 weitere Deutsche aus dem Libanon. Dies berichtet der Spiegel. Am Nachmittag sei ein Airbus A330 gestartet; unter den Abreisenden befänden sich vor allem Deutsche, die medizinische Hilfe benötigen oder aufgrund der Angriffe Israels obdachlos geworden sind.

Update vom 2. Oktober, 16.01 Uhr: Die Gegend um die nordisraelische Stadt Safed ist nach Angaben der israelischen Armee von rund 40 Raketen aus dem Libanon angegriffen worden. Über Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts mitgeteilt. Auch in zahlreichen anderen israelischen Ortschaften in der Nähe der faktischen Grenze zum Libanon gab es immer wieder Luftalarm. Die Hisbollah berichtete, sie habe Raketen auf Orte nördlich der israelischen Küstenstadt Haifa abgefeuert.

Deutschland bestellt Iran-Botschafter wegen Raketenangriffe auf Israel ein

Update vom 2. Oktober, 15.39 Uhr: Deutschland hat als Konsequenz aus Irans Angriff auf Israel den iranischen Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt. Da der Botschafter nicht in der Stadt gewesen sei, habe man dem Geschäftsträger der Botschaft deutlich gemacht, dass die Bundesregierung den Angriff auf das Allerschärfste verurteile – und der Angriff durch nichts zu rechtfertigen sei, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Zugleich habe man den Iran aufgerufen, weitere Angriffe auch über seine Verbündeten zu unterlassen. Die Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel.

Auswärtiges Amt: Deutsche Staatsbürger sollen umgehend den Iran verlassen

Update vom 2. Oktober, 14.31 Uhr: Das Auswärtige Amt ruft deutsche Staatsbürger dazu auf, den Iran unverzüglich zu verlassen. Auch Reisen sollen entsprechend nicht mehr vorgenommen werden. Dies berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf aktualisierte Reise- und Sicherheitshinweise. Es bestehe die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden. Insbesondere Doppelstaatler seien gefährdet.

Libanesische Medien meldet zahlreiche Angriffe Israels – Mehrere Tote

Update vom 2. Oktober, 14.04 Uhr: Die israelische Luftwaffe greift weiterhin Ziele im Libanon an, darunter erneut südlich der Hauptstadt Beirut. Im Ort Chuaifat, etwa 15 Autominuten vom Flughafen entfernt, gab es Anwohnern zufolge einen lauten Knall und Rauchwolken über dem Gebiet, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete. 

Auch in mehreren Orten im Süden, im Zentrum sowie im Nordosten des Landes setzte Israels Militär seine Angriffe demnach fort, darunter nahe der Küstenstadt Tyros und mit schweren Angriffen im Ort Nabatijeh. Allein dort habe es innerhalb von 24 Stunden 22 Tote und 47 Verletzte gegeben. Im Verlauf eines Tages zählte das Gesundheitsministerium insgesamt 55 Tote und mehr als 150 Verletzte. Teils habe das Militär nahe Schulen und Krankenhäusern angegriffen sowie eine neue Einrichtung des Zivilschutzes im Süden. Dessen Rettungskräfte zogen an Angriffsorten Leichen aus Trümmern, brachten Verletzte in Krankenhäuser und löschten mehrere Brände.

Israel verweigert UN-Chef die Einreise

Update vom 2. Oktober, 12.48 Uhr: Die israelische Regierung verweigert UN-Generalsekretär António Guterres die Einreise. Das berichtet die Tagesschau. Außenminister Israel Katz warf Guterres Voreingenommenheit gegenüber Israel vor. Er erklärte ihn zur „Persona non grata“.

Libanons Ministerpräsident fordert Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah

Update vom 2. Oktober, 12.40 Uhr: Der libanesische Ministerpräsident Naschib Mikati hat eine Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz gefordert. „Der Schlüssel zur Lösung ist die Beendigung der israelischen Aggression gegen den Libanon“, hieß es in einer Erklärung Mikatis, die am Montag nach einem Treffen des libanesischen Regierungschefs mit dem französischen Außenminister Jean-Noel Barrot in Beirut veröffentlicht wurde.

Mikati unterstützte demnach bei der Begegnung einen in der vergangenen Woche lancierten Aufruf der USA und Frankreichs zu einer 21-tägigen Feuerpause in dem Konflikt zwischen Israel und der im Libanon ansässigen Hisbollah-Miliz. Ferner bezeichnete der libanesische Ministerpräsident die Anwendung der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats als „Priorität“. Durch die Resolution war im Jahr 2006 der damalige Krieg zwischen Israel und der Hisbollah beendet worden. Sie sieht vor, dass im libanesischen Grenzgebiet zu Israel nur UN-Blauhelmtruppen und die libanesische Armee stationiert sein dürfen.

Hisbollah meldet direkte Kämpfe mit Israels Armee in Udaissa 

Update vom 2. Oktober, 11.57 Uhr: Erstmals seit dem Beginn von Israels Bodenoffensive im Libanon hat die Schiitenmiliz Hisbollah dort direkte Kämpfe mit israelischen Bodentruppen gemeldet. Diese hätten versucht, in den libanesischen Ort Udaissa direkt an der Grenze zu Israel einzudringen, so die Hisbollah. Deren Mitglieder hätten im Morgengrauen mit den Kräften der israelischen Infanterie „gekämpft“ und sie zum Rückzug gezwungen. Auf israelischer Seite habe es Opfer gegeben. Israels Militär äußerte sich zunächst nicht zu den angeblichen Bodenkämpfen.

Update vom 2. Oktober, 11.21 Uhr: Bei einem israelischen Luftangriff im Libanon ist laut der radikalislamischen Hamas deren wichtigster Vertreter in dem Land getötet worden. „Fatah Scharif Abu al-Amin, der Hamas-Anführer im Libanon und Mitglied der Hamas-Führung im Ausland“, sei bei einem Angriff auf sein „Zuhause im Lager Al-Bass“ im Süden des Libanon getötet worden, teilte die Hamas am Montag mit.

Der Hamas zufolge wurden bei dem Angriff auch al-Amins Ehefrau sowie sein Sohn und seine Tochter getötet. Zuvor hatte die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) mitgeteilt, dass drei ihrer Mitglieder bei einem israelischen Luftangriff in Beirut getötet seien worden.

Konflikt mit Israel: Putins Ministerpräsident trifft Iran-Präsident Peseschkian

Update vom 2. Oktober, 10.55 Uhr: Russlands Ministerpräsident Michail Mischustin reist inmitten der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten zu einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian nach Teheran. Das Gespräch sei für Montag geplant, teilte die russische Regierung am Montag mit. Mischustin werde auch den iranischen Vizepräsidenten Mohammad Resa Aref treffen.

Nach Angaben Moskaus will der russische Regierungschef in Teheran „die gesamte russisch-iranische Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Kultur und humanitäre Hilfe erörtern“. Der Westen beschuldigt den Iran, Drohnen und Raketen an die russische Armee für ihren Militäreinsatz in der Ukraine zu liefern. Teheran weist dies zurück.

Israel-Iran-Konflikt: UN-Sicherheitsrat will Dringlichkeitssitzung abhalten

Erstmeldung: Tel Aviv/Beirut/Teheran – Die angespannte Situation im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. Nachdem der Iran Raketen auf Israel abgefeuert hat, steht eine israelische Vergeltungsaktion gegen den Iran noch aus. In der Zwischenzeit hat Israel jedoch seine Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut fortgesetzt, um gegen die proiranische Hisbollah-Miliz vorzugehen. Der Iran hat Israel seinerseits vor einem Vergeltungsschlag gewarnt und eine noch heftigere Reaktion in Aussicht gestellt. Angesichts der eskalierenden Situation wird der UN-Sicherheitsrat heute um 16 Uhr (MESZ) zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Israel droht dem Iran mit Vergeltungsschlag: „Schwerwiegende Tat“

Daniel Hagari, Sprecher der israelischen Armee, äußerte sich zur Situation und betonte, dass der Iran „eine schwerwiegende Tat“ begangen habe, die den Nahen Osten in Richtung Eskalation treibe. Er fügte hinzu: „Wir werden zu dem Zeitpunkt und an dem Ort handeln, den wir bestimmen, und zwar in Übereinstimmung mit den Anweisungen der politischen Ebene. Diese Ereignisse werden Konsequenzen nach sich ziehen.“ Wie genau ein Vergeltungsschlag aussehen könnte, ließ er offen.

Die New York Times berichtete unter Berufung auf US-Beamte, dass Israel in einem möglichen Szenario die iranischen Nuklearanlagen angreifen könnte. Insbesondere die Anreicherungsanlagen in Natanz, dem Herzstück des iranischen Programms, könnten im Visier stehen.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi warnte Israel vor einem Vergeltungsschlag und schrieb auf der Plattform X: „In diesem Fall wird unsere Antwort stärker und kräftiger ausfallen“. Er fügte hinzu: „Unsere Aktion ist abgeschlossen, es sei denn, das israelische Regime beschließt, zu weiteren Vergeltungsmaßnahmen aufzurufen.“

Israels Bodenoffensive: Armee nimmt „terroristische Ziele in Beirut“ ins Visier

In der Zwischenzeit setzte Israel seine Angriffe auf „terroristische Ziele in Beirut“ fort, wie die israelische Armee am frühen Mittwochmorgen mitteilte. Details zu den Angriffen wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Medienberichten zufolge, die sich auf eine libanesische Sicherheitsquelle berufen, wurden mindestens fünf israelische Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut verübt.

US-Präsident Joe Biden plädiert dafür, die Reaktion auf den iranischen Raketenangriff gut zu überdenken. Auf die Frage, wie Israel auf den Iran reagieren sollte, antwortete Biden im Weißen Haus in Washington: „Das ist momentan eine laufende Diskussion. Wir müssen uns alle Daten genau ansehen. Wir sind in ständigem Kontakt mit der israelischen Regierung und unseren Partnern, und das bleibt abzuwarten.“ Nach dem derzeitigen Stand scheint der Angriff abgewehrt und unwirksam gewesen zu sein. Die USA stünden voll und ganz hinter Israel.

Unsere interaktiven Karten zum Israel-Gaza-Krieg zeigen Orte des Konflikts und dessen Verlauf. (Redaktion mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Majdi Mohammed/AP/dpa

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