Rente in Deutschland

Scholz lehnt höheres Renteneintrittsalter ab: „Haben wir nicht nötig“

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Im Juli 2023 wurden die Renten angehoben. Mit der jährlichen Rentenanpassung steigen die Altersbezüge im Westen um 4,39 Prozent und im Osten um 5,86 Prozent. (Symbolfoto)
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Immer wieder ist von einer neuen Anhebung des Renteneintrittsalters die Rede. Nun hat Olaf Scholz deutliche Worte gewählt.

Berlin – Länger Arbeiten bis zur Rente – diese düsteren Zukunftsprognosen stellten Fachleute immer wieder. Beispielsweise forderten mehrere deutsche Wirtschaftsinstitute gar die Rente mit 69 Jahren einzuführen, um die Staatskassen angesichts der Corona-Pandemie auffüllen. Diese Forderung wiederholte nun auch Rentenexperte Bernd Raffelhüschen gegenüber IPPEN.MEDIA. „Wenn wir davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der steigenden Lebenserwartung auch in eine längere Lebensarbeitszeit übersetzt wird, kommen wir auf ein Alter von 69“, erklärte er.

In der Union hatte es unlängst Überlegungen für eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters gegeben. Die CDU brachte die Idee ins Gespräch, den Rentenbeginn an die Lebenserwartung zu koppeln. Aus dem Kanzleramt kommen jetzt überraschend andere Töne. Bundeskanzler Olaf Scholz stimmte die Zuhörer bei einem Bürgerdialog in Erfurt auf eine positive Zukunft ein.

Neue Steigerung des Renteneintrittsalters? Olaf Scholz wird deutlich

„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir es jetzt nicht mehr nötig haben, das Renteneintrittsalter immer weiter anzuheben“, sagte der SPD-Politiker laut den Nachrichtenagenturen dpa und AFP. „Wer jetzt mit 17 die Schule verlässt, hat fünf Jahrzehnte Arbeit vor sich. Ich finde, das ist genug“, sagte Scholz. Wenn jemand länger arbeiten wolle, solle er das tun können – „aber nicht, weil er muss, sondern weil er oder sie kann“.

Scholz betonte zudem, die gesetzliche Rentenversicherung habe aus seiner Sicht „eine gute Zukunft“. Alle könnten sich darauf verlassen, dass das Rentenniveau stabil bleibe und nicht sinke. Er erklärte, insgesamt gehe es der Rente heute besser als noch in den 90er Jahren berechnet. Die Bundesregierung gebe allein 120 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt, damit die Rente „stabil bleibt“

Viele Stimmen warnen vor gleichbleibendem Renteneintrittsalter

Das sehen nicht alle so. Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz hatte sich zuletzt in die Debatte eingeschaltet. Er warnte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Meine Generation muss sich auf längeres Arbeiten im Alter einstellen – auch wenn wir unseren Wohlstand halten wollen.“

GeburtsjahrRenteneintrittsalter
195565 Jahre und 9 Monate
195665 Jahre und 10 Monate
195765 Jahre und 11 Monate
195866 Jahre
195966 Jahre und 2 Monate
196066 Jahre und 4 Monate
196166 Jahre und 6 Monate
196266 Jahre und 8 Monate
196366 Jahre und 10 Monate
ab 196467 Jahre

Nach geltender Rechtslage wird die Altersgrenze ohne Rentenabschläge schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für jene, die 1964 aufwärts geboren wurden, gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Eine neue Anhebung des Renteneintrittsalters hat die Ampel-Koalition biher ausgeschlossen. (slo/dpa/AFP)

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