Proteste in Los Angeles

Trump eskaliert Streit mit Newsom – Massenfestnahmen in Los Angeles

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Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom widersetzt sich Trump. In einem TV-Interview fordert er seine eigene Festnahme. Der Konflikt zieht weite Kreise.

Update, 12. Juni, 08.43 Uhr: Gouverneur Gavin Newsom kritisierte Donald Trumps Einsatz der Nationalgarde in Los Angeles bei den Protesten erneut. Normalerweise greift die Nationalgarde auch der Feuerwehr unter die Armee. Wegen Trumps Maßnahme seien allerdings fünf der vierzehn Mannschaften der kalifornischen Nationalgarde unterbesetzt. Auf der Social-Media-Plattform X schrieb Newsom: „Das Ranch-Feuer in San Bernardino hat eine Größe von 4.000 Hektar und wächst weiter. Inzwischen sind 5 der 14 Feuerwehreinheiten der kalifornischen Nationalgarde unterbesetzt … weil Trump sie für einen politischen Stunt in L.A. abgestellt hat. Das ist nicht nur illegal. Es ist auch gefährlich.“

Proteste in LA: Donald Trump bezeichnet Demonstranten in LA als „Tiere“

Update, 14.37 Uhr: US-Präsident Donald Trump verurteilte bei einer Kundgebung am Militärstützpunkt Fort Bragg in North Carolina die Demonstrationen in Los Angeles. „Generationen von Armeehelden haben nicht an fernen Küsten ihr Blut vergossen, nur um dann zuzusehen, wie unser Land hier zu Hause durch Invasionen und Gesetzlosigkeit in der Dritten Welt zerstört wird, wie es in Kalifornien geschieht“, so Trump. Die Protestierenden bezeichnete er als „radikale Linke“ und „Tiere“.

Update, 9.05 Uhr: Auch der US-Bundesstaat Texas will nach Protesten gegen die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump die Nationalgarde einsetzen. „Die texanische Nationalgarde wird im ganzen Bundesstaat eingesetzt, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Friedlicher Protest ist legal. Personen- oder Sachschäden sind illegal und führen zur Verhaftung“, schrieb der republikanische Gouverneur Greg Abbott auf X. Die Garde werde „jedes Mittel und jede Strategie“ nutzen, um örtliche Behörden „bei der Aufrechterhaltung der Ordnung zu helfen“.

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Alles begann mit Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE in Teilen von Los Angeles mit hoher Latino-Bevölkerung, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Freitag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.  © Eric Thayer/dpa
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
imago821986540.jpg © IMAGO/Ana Milena Varón
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) am 6. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte. © Eric Thayer/dpa
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Es gab zudem Berichte über eine Razzia in einer Home-Depot-Filiale im Stadtteil Paramount, die Behörden zufolge jedoch falsch sein sollen. Im Bild schwenkt eine Frau die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.  © Ethan Swope/dpa
Ein Waymo Taxi wird mutwillig zerstört, während ein anderes in der Nähe des Metropolitan Detention Center brennt.
Ein Waymo Taxi wird mutwillig zerstört, während ein anderes in der Nähe des Metropolitan Detention Center brennt.  © Jae C. Hong/dpa
Ein am Montag, den 9. Juni 2025, zur Verfügung gestelltes Bild der 9News US-Korrespondentin Lauren Tomasi, bevor sie von einem Gummigeschoss getroffen wird, das von einem Polizisten während der gewalttätigen Proteste in Los Angeles im Rahmen von Razzien gegen Einwanderer abgefeuert wurde.
Ein am Montag, den 9. Juni 2025, zur Verfügung gestelltes Bild der 9News US-Korrespondentin Lauren Tomasi, bevor sie von einem Gummigeschoss getroffen wird, das von einem Polizisten während der gewalttätigen Proteste in Los Angeles im Rahmen von Razzien gegen Einwanderer abgefeuert wurde. © 9news Australia/dpa
Eine Demonstrantin wird in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen.
Eine Demonstrantin wird in der Innenstadt von Los Angeles von zwei Polizisten festgenommen.  © Eric Thayer/dpa
Polizisten und Soldaten der kalifornischen Nationalgarde stehen vor dem Los Angeles Federal Detention Center Wache. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.
Polizisten und Soldaten der kalifornischen Nationalgarde stehen vor dem Los Angeles Federal Detention Center Wache. US-Präsident Donald Trump hatte 2000 Gardisten zum Einsatz in Los Angeles zitiert und damit gleichzeitig die Proteste eskaliert sowie den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom übergangen. © Qiu Chen/dpa
Eine Demonstrantin in Los Angeles protestiert gegen die Abschiebe-Politik Donald Trumps mit einer umgedrehten US-Nationalflagge
Eine Demonstrantin in Los Angeles protestiert gegen die Abschiebe-Politik Donald Trumps mit einer umgedrehten US-Nationalflagge. Das umgedrehte „Sternenbanner“ nutzten einst Seeleute als Notsignal. Im Zuge des Vietnam-Kriegs ist es während der 1960er Jahre zu einem Symbol des politischen Protests geworden. © imago
Matt Hobbs benutzt Milch, nachdem er in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles mit Tränengas beschossen wurde. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Matt Hobbs benutzt Milch, nachdem er bei Anti-ICE-Protesten in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles mit Tränengas beschossen wurde.  © Jae C. Hong/dpa
Eine Blitzbombe explodiert auf dem 101 Freeway in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Eine Blitzbombe explodiert auf dem 101 Freeway in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles während der Anti-ICE-Proteste. © Eric Thayer/dpa
Die aktuellen Proteste in Los Angeles erinnern bereits jetzt an die Unruhen in L.A. im Jahr 1992.
Die aktuellen Proteste in Los Angeles erinnern bereits jetzt an die Unruhen in L.A. im Jahr 1992. Diese begannen am 29. April, als vier weiße Polizisten, die der Misshandlung des schwarzen Rodney Kings angeklagt waren, freigesprochen wurden. Die Empörung vor allem der innerhalb der afroamerikanischen Bevölkerung weitete sich zu tagelangen Protesten aus. 53 Menschen starben im Zuge der Gewaltausbrüche. © imago
Soldaten der kalifornischen Nationalgarde feuern Tränengas und Gummigeschosse auf Demonstranten. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.
Soldaten der kalifornischen Nationalgarde feuern Tränengas und Gummigeschosse auf Demonstranten.  © Daniel Powell/dpa
Ein Demonstrant wird von der Polizei in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Ein Demonstrant wird von der Polizei in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen. © Eric Thayer/dpa
Rauchbomben explodieren in der Innenstadt. Bis spät in die Nacht versammeln sich Demonstranten in der Innenstadt von Los Angeles und fordern ein Ende der jüngsten Razzien gegen Einwanderer und den Einsatz von Truppen der Nationalgarde.
Rauchbomben explodieren in der Innenstadt. Bis spät in die Nacht versammeln sich Demonstranten in der Innenstadt von Los Angeles und fordern ein Ende der jüngsten Razzien gegen Einwanderer und den Einsatz von Truppen der Nationalgarde. © Matthew Hoen/dpa
Rauch liegt in der Luft, als Demonstranten sich mit CHP-Beamten anlegen, nachdem sie den 101 Freeway in der Innenstadt besetzt haben, um gegen die Durchsuchung von Einwanderern zu protestieren.
Rauch liegt in der Luft, als Demonstranten sich mit Beamten anlegen, nachdem sie den 101 Freeway in der Innenstadt von Los Angeles besetzt haben, um gegen die Durchsuchung von Einwanderern zu protestieren. © Jill Connelly/dpa
Rauch füllt die Straße, als Demonstranten während einer Demonstration im Paramount-Viertel von Los Angeles den Grenzschutzbeamten gegenüberstehen. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Rauch füllt die Straße, als Demonstranten während einer Demonstration im Paramount-Viertel von Los Angeles den Grenzschutzbeamten gegenüberstehen.  © Eric Thayer/dpa
Polizisten stehen in Bereitschaft während einer Demonstration in Paramount, einem Stadtteil von Los Angeles. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Polizisten stehen in Bereitschaft während einer Demonstration in Paramount, einem Stadtteil von Los Angeles.  © Eric Thayer/dpa
Polizeibeamte stehen während einer Demonstration am 8. Juni 2025 unter einer Überführung in Los Angeles, Kalifornien. Nach einer Reihe von aggressiven Einwanderungsoperationen in Los Angeles eskalierten die Spannungen, als Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eine Razzia durchführten.
Polizeibeamte stehen während einer Demonstration am 8. Juni 2025 unter einer Überführung in Los Angeles, Kalifornien. Nach einer Reihe von aggressiven Einwanderungsoperationen in Los Angeles eskalierten die Spannungen, als Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eine Razzia durchführten. © David Pashaee/imago
Demonstranten knien während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 auf dem Freeway.
Demonstranten knien während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 auf dem Freeway. © David Pashaee/imago
Ein Demonstrant steht mit einer US-Flagge in der Hand vor einer Reihe von Polizeibeamten während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025.
Ein Demonstrant steht mit einer US-Flagge in der Hand vor einer Reihe von Polizeibeamten während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025. © David Pashaee/imago
Fans haben auf der Tribüne Protestschilder gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE beim MLS-Spiel zwischen dem Los Angeles Football Club und Sporting Kansas City im BMO Stadium aufgespannt. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen von ICE protestiert.
Fans haben auf der Tribüne Protestschilder gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE beim MLS-Spiel zwischen dem Los Angeles Football Club und Sporting Kansas City im BMO Stadium aufgespannt. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen von ICE protestiert. © Javier Rojas/dpa
Truppen der kalifornischen Nationalgarde versammeln sich am dritten Tag der Proteste gegen ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump vor einem Bundesgefängnis in der Innenstadt von Los Angeles.
Truppen der kalifornischen Nationalgarde versammeln sich am dritten Tag der Proteste gegen ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump vor einem Bundesgefängnis in der Innenstadt von Los Angeles. © Jonathan Alcorn/imago
Ein Radfahrer fährt während der Proteste in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 an einem brennenden Auto vorbei.
Ein Radfahrer fährt während der Proteste in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 an einem brennenden Auto vorbei. © Sahab Zaribaf/imago
Am dritten Tag der Proteste gegen den ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump kommt es in der Innenstadt von Los Angeles zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Ordnungskräften.
Am dritten Tag der Proteste gegen den ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump kommt es in der Innenstadt von Los Angeles zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Ordnungskräften. © Jonathan Alcorn/imago
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles.
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles. © Jim Ruymen/imago
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles.
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles. © Jim Ruymen/imago
LAPD-Beamte schlagen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein.
LAPD-Beamte schlagen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. © Daniel Powell/imago

Massenhafte Festnahmen bei Protesten in Los Angeles – Polizei geht gegen Demonstrierende vor

Update, 07.05 Uhr: Die Polizei von Los Angeles hat am Dienstagabend „Dutzende Festnahmen“ rund um die Proteste in der Großstadt an der Westküste gemeldet. Die Festnahmen seien erfolgt, nachdem mehrere Gruppen von Demonstranten versucht hätten, in abgesperrte Zonen der Innenstadt vorzudringen.

Update vom 11. Juni 2025, 05.40 Uhr: Die Lage bei den Protesten in Los Angeles hat sich auch in der Nacht auf Mittwoch nicht entspannt. Um die Unruhen einzudämmen, hat die Stadt nun eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Regelung gelte zunächst für die Nacht auf Mittwoch, teilte die Bürgermeisterin von L.A., Karen Bass, mit. Sie rechne aber damit, dass die nächtliche Ausgangssperre über mehrere Tage aufrechterhalten werde.

Wehrt sich und warnt: Demokrat Gavin Newsom (l.). (Archivbild)

Erstmeldung vom 10. Juni 2025: Gavin Newsom erlebt ohne Zweifel das forderndste Jahr seiner politischen Laufbahn. Im Januar musste Kaliforniens demokratischer Gouverneur den Kampf gegen die verheerende Waldbrand-Katastrophe koordinieren – jetzt steigt schon wieder Rauch über der Metropole Los Angeles auf.

Während auf den Straßen Proteste gegen Donald Trumps Abschiebepolitik wüten und das Weiße Haus das Militär mobilisiert, gerät auch Newsom als progressive Hassfigur Trumps in den Fokus. Trump fordert Newsoms Festnahme, weil dieser den Einsatz der US-Streitkräfte kritisiert. So schrieb der Gouverneur auf X: „Sie sollten nicht auf amerikanischem Boden eingesetzt werden, wo sie ihren eigenen Landsleuten gegenüberstehen, um die gestörte Fantasie eines diktatorischen Präsidenten zu erfüllen.“

Kalifornien brennt erneut: Newsom gerät bei Protesten gegen Trumps Abschiebepolitik ins Visier

Newsom ist einer der prominentesten Widersacher Trumps. Alleine schon, weil der 57-Jährige mit Kalifornien den bevölkerungsreichsten, wirtschaftsstärksten, vielfältigsten und in den Augen vieler progressivsten Bundesstaat der USA anführt. Damit steht Newsom für das bei den Trumpisten als dekadent verhasste Hollywood sowie klima- und LGBTQ-freundliche Politik – und wird zur Zielscheibe.

Trump verpasste ihm den Spitznamen „Newscum“, scum bedeutet Abschaum. Der rechte Sender Fox machte sich über seine gestenreichen Statements lustig: „Er sieht aus wie ein Magier“, verspottete ein Kommentator seine Handbewegungen, die teilweise nach Gebärdensprache aussehen. Rechte witzeln über seine rauchige Stimme, die dem kalifornischen Smog und Waldbrand-Rauch nachgebe. Und immer wieder feiern die Republikaner die Abwanderung zahlreicher Konzerne aus dem „failed state“ Kalifornien ins erzkonservative Steuerparadies Texas.

Demokraten und der Machtkampf: Newsom rückt als Kontrastfigur zu Trump ins Rampenlicht

Dahinter dürfte die Strategie stehen, Newsom auf lange Sicht hin zu diffamieren. Vergangenes Jahr wurde er bei den Demokraten bereits als Ersatzkandidat für Joe Biden gehandelt. Die Republikaner scheinen nun Newsoms Chancen für die nächste Präsidentschaftswahl im Jahr 2028 schmälern zu wollen. Doch gerade jetzt kann sich der Demokrat profilieren, weil er sich Trump entgegenstellt. Schon im April reichte Kalifornien Klage wegen Trumps weitreichenden Sonderzölle ein.

Jetzt folgt eine Klage gegen Trumps Entscheidung, ohne Zustimmung des Bundesstaats die Kontrolle über die kalifornische Nationalgarde zu übernehmen. Newsom kündigte an, auch gegen die Entsendung regulärer Streitkräfte vor Gericht zu ziehen.

„Nimm mich fest, na los!“: Newsom stellt sich offen gegen Trumps Einsatz von US-Truppen

Mit offensiver Rhetorik und Wut in der Stimme konterte er direkte Drohungen der US-Regierung. „Nimm mich fest, na los!“, sagte der Demokrat beim Sender NBC in Richtung von Tom Homan – dem Mann, den Trump mit der Abschiebepolitik betraut hat. Dies sei ein Schritt Richtung Autoritarismus. Trump gehe es weniger um die Abschiebungen und Proteste, als vielmehr um den Ausbau seiner Macht, betonte Newsom in einem von zahlreichen Interviews: „Der Typ hat die Kernprinzipien dieser großartigen Demokratie aufgegeben.“

Anfang 2027 endet Newsoms Zeit als Gouverneur nach der zweiten Amtsperiode. Gut möglich, dass es dann zu einem Tausch im demokratischen Lager kommt. Der gescheiterten Kamala Harris wird nachgesagt, die Nachfolge von Newsom in Kalifornien anzustreben. Und Newsom könnte als Chefkritiker Trumps das Weiße Haus in den Blick nehmen.

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/dpa

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