Energiekrise

Vor Niedersachsen-Wahl: Althusmann wehrt sich gegen Abschaltung vom AKW Emsland

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Kohlekraftwerke länger am Netz, Abschaltung vom AKW Emsland: Für Bernd Althusmann (CDU) ist das Unsinn. Vor der Niedersachsen-Wahl drängt er auf einen Kurswechsel.

Berlin/Hannover – Heiße Debatte im Schlussspurt: Wenige Tage vor der Niedersachsen-Wahl 2022 hat CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmannn der Bundesregierung eine falsche Prioritätensetzung vorgeworfen. Nach dem Kompromiss beim Kohleausstieg forderte der niedersächsische Wirtschaftsminister auch einen längeren Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke. „Um eine Notlage abzuwenden und die explodierenden Preise zu begrenzen, müssen wir kurzfristig alle Möglichkeiten der Energieerzeugung nutzen“, sagte der Unionspolitiker zu kreiszeitung.de. Die geplante Abschaltung vom AKW Emsland in Lingen sei ein großer Fehler.

Niedersachsen-Wahl: Bernd Althusmann (CDU) kritisiert die Abschaltung vom AKW Emsland in Lingen

Die Energiedebatte dominiert den Wahlkampf zur Niedersachsen-Wahl. Denn die hohen Preise bei Strom, Öl oder Gas bereiten den Wählerinnen und Wählern aktuell große Sorgen. Um die Kostenexplosion zu dämpfen, will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) neben zahlreichen Entlastungspaketen auch kurzfristig die Energieerzeugung mit fossilen Energieträgern forcieren.

Wehrt sich gegen die Abschaltung vom AKW Emsland in Lingen: Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

Laut einem Kompromiss mit dem Energieversorger RWE soll der Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen zwar um acht Jahre auf 2030 vorgezogen werden. Jedoch sollen kurzfristig zur Bewältigung der Energiekrise in Deutschland zwei alte Kraftwerke reaktiviert werden.

Bernd Althusmann (CDU): Spitzenkandidat sieht Habecks Kohleausstieg nur als halben Schritt

Bei der CDU in Niedersachsen stößt das auf Unverständnis. Grundsätzlich begrüßte Althusmann den in Aussicht gestellten Weiterbetrieb der Braunkohlekraftwerke. „Das ist ein wichtiger Schritt“, sagte er zu kreiszeitung.de. Jedoch müssten nun weitere Schritte folgen.

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„Es passt vonseiten der Ampel doch nicht zusammen, klimaschädliche Braunkohle zu reaktivieren, das CO2-neutrale Kernkraftwerk in Lingen aber zum Jahresende 2022 abzuschalten“, kritisierte er und fügte hinzu: „Wir müssen das eine tun und das andere nicht lassen.“ Ähnlich hatte sich auch schon FDP-Spitzenkandidat Stefan Birkner über den Kohleausstieg geäußert.

Kernkraftwerk in Lingen: Althusmann will Landtagswahl in Niedersachsen zur Abstimmung über Weiterbetrieb machen

Bereits seit Wochen pocht die CDU in Niedersachsen auf einen Weiterbetrieb vom AKW Emsland. Es ist eines von drei verbliebenen Meilern in Deutschland, das noch am Netz ist. Jedoch soll die Abschaltung in Lingen wie geplant zum Ende des Jahres erfolgen – im Gegensatz zu den Kernkraftwerken Isar 2 und Neckarwestheim. Diese beiden Anlagen will Habeck wegen der Gaskrise über den Winter noch in einer Notreserve halten, um die Gefahr von Blackouts abzumildern.

Prognose zur Wahl in Niedersachsen: Umfragen sehen Althusmann und die CDU auf Platz zwei

Bereits in einem früheren Interview hatte Althusmann angekündigt, die Landtagswahl in Niedersachsen auch zu einer Abstimmung über die Nutzung von Kernkraft zu machen. Die CDU will alle drei Kraftwerke mindestens bis zum Jahr 2024 am Netz halten. Inwieweit die Union bei der Landtagswahl punkten kann, bleibt aber abzuwarten. Laut den neuesten Umfragen zur Niedersachsen-Wahl liegt die CDU hinter der SPD mit Ministerpräsident Stephan Weil. Gewählt wird am kommenden Sonntag, dem 9. Oktober.  

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze/ Ingo Wagner/dpa/Montage

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