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Polen-Wahl: Tusk reagiert auf Nawrocki-Sieg und kündigt Vertrauensfrage an

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Das Ergebnis der Polen-Wahl 2025 steht fest: EU-Skeptiker Nawrocki wird neuer Präsident. Für die Regierung Tusk ist das ein herber Rückschlag. Der Liveticker.

Update, 13 Uhr: Polens Regierungschef Donald Tusk wird am 11. Juni im Parlament die Vertrauensfrage stellen. Dies habe er mit dem Parlamentspräsidenten Szymon Holownia vereinbart, sagte Tusk in Warschau. Bereits am Montag hatte Tusk angekündigt, dass er sich dieser Abstimmung stellen wolle.

Das Mitte-Links-Bündnis des proeuropäischen Regierungschefs ist unter Druck geraten, nachdem bei der Präsidentenwahl am Sonntag der Rechtskonservative Karol Nawrocki von der oppositionellen PiS gewonnen hatte. Die Niederlage seines engen Mitstreiters, des Warschauer Oberbürgermeisters Rafal Trzaskowski, ist für Tusk eine schwere Schlappe.

Update vom 3. Juni, 8.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Polen zu der Wahl des Rechtsnationalisten und Trump-Fans Karol Nawrocki zum Präsidenten gratuliert. „Glückwunsch Polen, ihr habt einen Sieger gewählt“, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er zitierte offenbar eine Schlagzeile des Senders NewsMax: „Ein Trump Verbündeter siegt in Polen und schockiert ganz Europa.“

Update, 13.00 Uhr: Rafal Trzaskowski hat seinem Rivalen Karol Nawrocki zum Sieg bei der Polen-Wahl gratuliert. Dabei fand der proeuropäisch eingestellte Warschauer Oberbürgermeister auch mahnende Worte: „Dieser Sieg verpflichtet, besonders in solch schwierigen Zeiten und bei so einem fast gleichen Ergebnis. Daran sollten Sie sich erinnern“, schrieb er auf X. Der 53-Jährige entschuldigte sich auch bei seiner Wählerschaft: „Es tut mir leid, dass es mir nicht gelungen ist, die Mehrheit der Bürger von meiner Vision von Polen zu überzeugen.“

Ukraine dürfte Ergebnis der Polen-Wahl mit Unbehagen aufnehmen

Update, 12.15 Uhr: Mit Unbehagen dürfte die Ukraine das Ergebnis der Polen-Wahl zur Kenntnis nehmen. Polen ist einer der wichtigsten Verbündeten Kiews. Nawrocki hat im Wahlkampf eine Konzession an den Rechtsextremen Slawomir Mentzen gemacht, der mit 15 Prozent der Wählerstimmen in der ersten Runde ausgeschieden war. Nawrocki unterschrieb dessen Acht-Punkte-Plan und verpflichtete sich unter anderem, kein Gesetz zu unterzeichnen, das den Beitritt der Ukraine zur Nato ratifiziert. Das ist eine klare Abweichung von der bisherigen polnischen Staatsräson.

NameErgebnis
Rafał Trzaskowski49,11 %
Karol Nawrocki50,89 %

Update, 11.15 Uhr: In Polen steht nach der Präsidentschaftswahl ein Machtkampf bevor. Denn der Präsident hat dort deutlich mehr Macht als zum Beispiel in Deutschland. Er darf die Linien der Außenpolitik mitbestimmen, ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und kann vom Parlament beschlossene Gesetze mit seinem Vetorecht stoppen. So kann er zwar nicht mitregieren, aber das Regieren erheblich erschweren. Nawrocki könnte deshalb mit harter Gangart alles torpedieren, was Regierungschef Donald Tusk unternimmt, um Rechtsstaatlichkeit und demokratische Prinzipien in seinem Land wiederherzustellen.

Update, 10.20 Uhr: Der Sieg des Rechtskonservativen Karol Nawrocki bei der Polen-Wahl ist für Regierungschef Donald Tusk eine schlechte Nachricht. Der neue Präsident kann mit seinem Vetorecht Tusk dabei stoppen, die Beschädigungen der Demokratie rückgängig zu machen, die acht Jahre amtierende rechtskonservative PiS-Regierung hinterlassen hat. Nawrockis Ziel ist klar: Er will die Regierung Tusk zu Fall bringen. Polnische Medien munkeln bereits, dass der in Bedrängnis geratene Regierungschef noch in dieser Woche die Vertrauensfrage stellen werde. Die Reformprojekte seiner Koalition seien „zusammengefallen wie ein Kartenhaus“. Neuwahlen werden nicht ausgeschlossen.

Update, 9.30 Uhr: Auch im ARD-Morgenmagazin hat sich Paul Ziemiak zum Ergebnis der Polen-Wahl geäußert. Der Vorsitzende der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe erwartet nach dem Ergebnis der Stichwahl eine Zäsur für das deutsch-polnische Verhältnis. „Es wird mit dem neuen Präsidenten Karol Nawrocki nicht einfach“, sagte Ziemiak. Im Wahlkampf habe Nawrocki auch antideutsche Töne angeschlagen.

Ergebnis der Polen-Wahl könnte zu einer vorgezogenen Parlamentswahl führen

Update, 8.50 Uhr: In einer ersten Reaktion auf das Ergebnis der Polen-Wahl hat CDU-Außenpolitiker Paul Ziemiak von einer „schwierigen Situation“ gesprochen. Vorgezogen Parlamentswahlen seien nicht ausgeschlossen. 

Update, 7.50 Uhr: Ein Grund für die Niederlage des Pro-Europäers Rafal Trzaskowski bei der Polen-Wahl könnte sein, dass das liberale und linke Lager sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft hat. Die Wahlbeteiligung lag mit offiziell 71,63 Prozent zwar gut drei Prozentpunkte höher als bei der vorherigen Präsidentenwahl vor fünf Jahren. Doch beim Sieg über die PiS bei der Parlamentswahl 2023 hatte eine Rekordzahl von 74,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben.

Update, 7.00 Uhr: Die Polen-Wahl ist entschieden: Nach Abschluss der Auszählung fielen 50,89 Prozent der Stimmen auf den rechtskonservativen Kandidaten Karol Nawrocki. Der proeuropäisch eingestellte Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski kam nur auf 49,11 Prozent. Beide Kandidaten bekamen mehr als zehn Millionen Stimmen, Nawrockis Vorsprung betrug nur etwa 300.000 Stimmen. Ein offizielles Endergebnis der Wahlkommission wird erst für heute Abend erwartet.

Ergebnis der Polen-Wahl zeigt Rechtsruck: Nawrocki gewinnt Stichwahl

Update, 5.25 Uhr: Der rechtskonservative Kandidat Karol Nawrocki hat Medienberichten zufolge die Stichwahl um das Präsidentenamt in Polen gewonnen. Polnische Medien wie die Zeitung Rzeczpospolita und das Nachrichtenportal Onet.pl stützten sich dabei auf die Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen durch die Wahlleitung. Demnach kam Nawrocki auf knapp 51 Prozent, sein liberaler Gegenkandidat Rafal Trzaskowski auf etwas mehr als 49 Prozent. Ein offizielles Endergebnis der Wahlkommission wird erst für heute Abend erwartet.

Update, 23.21 Uhr: Wieder werden neue Zahlen zur Polen-Wahl veröffentlicht. Laut aktuellem Ergebnis liegt nun Karol Nawrocki vorne. Der PiS-Kandidat kommt demnach auf 50,7 Prozent. Rafal Trzaskowski liegt dagegen nur noch bei 49,3 Prozent.

Der rechtskonservative Kandidat Karol Nawrocki liebt bei der Polen-Wahl in Führung.

Update, 22.20 Uhr: Im Lager von Karwol Nawrocki gibt man sich trotz der drohenden Niederlage bei der Polen-Wahl kämpferisch. Die Ergebnisse würden sich im Laufe der Nacht zugunsten des Rechtspopulisten drehen, zitiert das Nachrichtenportal Wyborcza Mitarbeiter Nawrockis. Bei Rafal Trzaskowski bleibt man vorsichtig optimistisch.

Polen-Wahl 2025: Wann steht das Endergebnis fest?

Update, 21.15 Uhr: Wie geht es bei der Polen-Wahl jetzt weiter? Anders als bei der Bundestagswahl gibt es bei der Präsidentschaftswahl in Polen keine Hochrechnungen auf Basis der laufenden Auszählungen. Die Bürgerinnen und Bürger in Polen müssen somit auf das vorläufige Endergebnis warten, um herauszufinden, wer ihr nächster Präsident wird. Die Wahlkommission hat im Vorfeld erklärt, sie hoffe, dass die endgültigen Ergebnisse am Montagmorgen oder am frühen Montagnachmittag bekannt gegeben werden können. Dann steht fest ob der liberale Trzaskowski seinen knappen Vorsprung aus dem Exit Poll halten kann oder ob der rechtskonservative Nawrocki sich durchsetzen kann.

Update, 21.00 Uhr: Die Wahllokale für die Präsidentschaftswahl in Polen sind geschlossen und die Nachwahlbefragung gibt einen ersten Hinweis auf die Ergebnisse des für das Nato-Land wegweisenden Urnengangs. In den Erhebungen des Meinungsforschungsinstituts Ipsos liegt der proeuropäische Rafal Trzaskowski mit 50,3 Prozent knapp vor dem nationalkonservativen Karol Nawrocki, der auf 49,7 Prozent kommt. Das Ergebnis des Exit Polls ist jedoch so knapp, dass man die Auszählungen abwarten muss, um den Sieger der Wahl gesichert bestimmen zu können. Die Prognosen beruhen auf Nachwahlbefragungen in rund 500 Wahllokalen und haben eine Fehlertoleranz von zwei Prozentpunkten.

NameErgebnis Nachwahlbefragung (21 Uhr)
Rafał Trzaskowski\t50,3 Prozent
Karol Nawrocki\t49,7 Prozent

Polen-Wahl live: Erste Ergebnisse der Stichwahl mit Spannung erwartet

Update, 18.42 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Polen-Wahl hat sich im Laufe des Tages merklich erhöht. Bis 17 Uhr gaben 54,91 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie Sylwester Marciniak von der nationalen Wahlkommission während einer Pressekonferenz mitteilte. Das gesteigerte Interesse der Wahlberechtigten an der Stichwahl dürfte auch mit dem zu erwartenden knappen Ergebnis des Duells Karol Nawrocki gegen Rafal Trzaskowski zusammenhängen.

Update, 18.19 Uhr: Das Ergebnis der Stichwahl in Polen entscheidet, wer nach Andrzej Duda neuer Präsident des Landes wird. Das scheidende Staatsoberhaupt hat mittlerweile seine Stimme abgegeben – gemeinsam mit seiner Frau Agata Kornhauser-Duda. Das zeigen Aufnahmen des Paares in den sozialen Medien.

Polen-Wahl live: Mehrere Zwischenfälle bei Stichwahl gemeldet

Update, 16.52 Uhr: Bei der Polen-Wahl hat es offenbar mehrere Zwischenfälle gegeben. In Krakau kam es laut polnischen Medien zu einem tragischen Zwischenfall: Ein 75-jähriger Mann kollabierte in einem Wahllokal und verstarb trotz aller Hilfsbemühungen. In Białystok sorgte ein anderer Vorfall für Aufsehen: Ein Mitglied der örtlichen Wahlkommission soll während seines Dienstes unter Alkoholeinfluss gestanden haben. Eine Kontrolle habe einen Alkoholwert von 0,8 Promille ergeben. Man habe „den betrunkenen Mann von seinem Dienst entbunden“, erklärte Marta Rodzik, Sprecherin der örtlichen Polizei.

Update, 15.58 Uhr: Die Wahllokale bei der Polen-Wahl bleiben noch etwas mehr als fünf Stunden geöffnet. Obwohl die ersten Zahlen zur Wahlbeteiligung relativ niedrig ausfallen, deutet sich eine mögliche Trendwende an. In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Fotos und Videos, die lange Warteschlangen vor Wahllokalen in Warschau und anderen Städten zeigen.

Update um 13.12 Uhr: Die Stichwahl in Polen wird auch im Ausland mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Einer der Kandidaten ist Karol Nawrocki. Der 42-Jährige ist ein Newcomer in der polnischen Politik. Der promovierte Historiker ist parteilos, ein politisches Amt hatte er noch nie inne. Als Kandidat der größten Oppositionspartei, der rechtskonservativen PiS, schaffte er es in die Stichwahl um das polnische Präsidentenamt. 

Bei heutiger Polen-Wahl: Trzaskowski gilt als profilierter Köpfe innerhalb des liberalkonservativen Lagers

Update um 12.13 Uhr: Bei der Polen-Wahl tritt auch der proeuropäische Präsidentschaftskandidat Rafal Trzaskowski an. Er ist ein enger politischer Mitstreiter von Polens Regierungschef Donald Tusk. Der 53 Jahre alte promovierte Politologe gilt als einer der profilierten Köpfe innerhalb des liberalkonservativen Lagers. Bereits bei der letzten Präsidentenwahl 2020 gelang ihm ein Achtungserfolg: Bei der Stichwahl unterlag er dem Amtsinhaber Andrzej Duda nur ganz knapp.

Polen-Wahl läuft: Wahllokale noch bis 21 Uhr geöffnet

Update vom 11.49 Uhr: Die Wahl in Polen läuft. Noch bis 21 Uhr sind die Wahllokale geöffnet. Inzwischen haben Premierminister Donald Tusk und seine Frau ihre Stimme abgegeben.

Update von 9.33 Uhr: Die Wahllokale bei der Polen-Wahl sind heute 14 Stunden lang geöffnet – von 7.00 bis 21.00 Uhr. Die Wähler haben den ganzen Tag Zeit, in ihrem Wahllokal zu erscheinen und ihren Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen. Derweil herrscht im ganzen Land weiterhin Wahlstille.

Update vom 1. Juni, 8.34 Uhr: Heute findet in Polen live die Wahl des künftigen Präsidenten statt. Zwei Wochen nach der ersten Wahlrunde treten der liberale Pro-Europäer Rafal Trzaskowski und der Rechtsnationalist Karol Nawrocki an. Die letzten Umfragen vor der Polen-Wahl deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin, in der ersten Runde hatte Trzaskowski nur knapp zwei Prozentpunkte vor Nawrocki gelegen. Im europäischen Ausland wird das Ergebnis der Wahl sehr genau beobachtet. Die polnische Politikexpertin Anna Materska-Sosnowska bezeichnete die Abstimmung aufgrund der großen politischen Unterschiede zwischen den Kandidaten als „wahren Kampf der Kulturen“, wie die Kyiv Post berichtet.

Wahl in Polen mobilisiert Wahlberechtigte in Deutschland: 115.000 wollen Stimme abgeben

Update, 1. Juni, 7.30 Uhr: Die entscheidende zweite Runde der Präsidentschaftswahl in Polen mobilisiert in Deutschland ungewöhnlich viele Wahlberechtigte zur Stimmabgabe. Für die Abstimmung am Sonntag hätten sich in Deutschland 115.000 Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft registrieren lassen, um in einem der 54 Wahllokale im Bundesgebiet ihre Stimme abgeben zu können, teilte die polnische Botschaft in Berlin der Funke Mediengruppe mit. Das Interesse ist damit deutlich größer als bei der vorangegangenen Präsidentschaftswahl 2020 – damals ließen sich rund 70.000 Wahlberechtigte in Deutschland registrieren. 

Stichwahl in Polen: Heute ist Tag der Entscheidung

Warschau – Polen erwartet einen Krimi: Bei der Stichwahl entscheiden heute rund 29 Millionen Wahlberechtigte über den künftigen politischen Kurs des EU- und Nato-Landes. Zwei Kandidaten kämpfen bei der Polen-Wahl um das Präsidentenamt: der liberale Pro-Europäer Rafał Trzaskowski und sein rechtsnationalistischer Konkurrent Karol Nawrocki.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
nato-erweiterung-mitgliedsstaaten-kosovo-krieg-bundeswehr-einsatz-tornados
Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

Ein Sieg Trzaskowskis würde den Weg frei machen für die Reformen der pro-europäischen Regierung von Donald Tusk. Dagegen wäre unter einem Präsidenten Nawrocki eine Fortsetzung der Blockadepolitik des scheidenden Staatschefs Andrzej Duda zu erwarten.

Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt deutet sich laut den letzten Umfragen vor der Polen-Wahl ein denkbar knappes Rennen an. Nach einer Befragung im Auftrag des Portals Onet führt der liberale Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski mit 50,1 Prozent der Stimmen mit hauchdünnem Vorsprung. Der Rechtskonservative Karol Nawrocki kommt auf 49,9 Prozent. Zu einem anderen Ergebnis kam eine Umfrage im Auftrag des Portals Wirtualna Polska. Demnach liegt Nawrocki mit 50,63 Prozent knapp vorn, Trzaskowski landet mit 49,37 Prozent dahinter.

Damit steht am Sonntag eine spannende Wahlnacht an, bei der lange unklar bleiben könnte, wer der Sieger ist. Die Wahllokale schließen um 21 Uhr. Danach gibt es zunächst nur Prognosen. Deren Fehlertoleranz ist jedoch größer als der geringe Abstand zwischen beiden Kandidaten, der sich in den Umfragen abzeichnet. Hochrechnungen wie in Deutschland sind in Polen nicht üblich. Das offizielle Ergebnis wird erst am Montag erwartet.

Polen-Wahl heute live: Ergebnisse des ersten Wahlgangs in der Übersicht

NameErgebnis in Prozent
Rafał Trzaskowski 31,4
Karol Nawrocki29,5
Slawomir Mentzen14,8
Grzegorz Braun6,3

Polen ist ein politisch tief gespaltenes Land. Das Ergebnis der Präsidentenwahl wird den Kurs Polens maßgeblich bestimmen – mit Auswirkungen für Deutschland und Europa. Trzaskowski gehört zum Lager von Regierungschef Donald Tusk. Der Ausgang der Polen-Wahl ist auch entscheidend dafür, ob dieser seine Reformprojekte voranbringen kann.

In Polen amtiert der Präsident fünf Jahre. Das Staatsoberhaupt hat mehr Befugnisse als der Bundespräsident in Deutschland. Er repräsentiert das Land nicht nur nach außen. Der Präsident hat auch Einfluss auf die Außenpolitik, er ernennt den Regierungschef sowie das Kabinett und ist im Kriegsfall Oberkommandierender der Streitkräfte. (cs mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Leszek Szymanski/PAP/dpa

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