„Zu 101 Prozent überzeugt“: Orbán lobt Trump in den Himmel – für Ukraine-Gespräche mit Putin?
VonFranziska Schwarz
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Ein Ende des Ukraine-Kriegs ist ohne Donald Trump nicht möglich. Das behauptet Ungarns Regierungschef Viktor Orbán – und wählt sehr deutliche Worte.
Budapest – Viktor Orbán, der Ministerpräsident Ungarns, hat sich für Gespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine ausgesprochen. Seine Hoffnungen ruhen dabei insbesondere auf Donald Trump, dem potenziellen neuen US-Präsidenten, von dem er „101 Prozent“ überzeugt ist.
Ende des Ukraine-Kriegs: Orbán setzt auf Donald Trump
„Der US-Präsident ist der einzige Mensch des Universums, der die entscheidenden beiden Anrufe in Kiew und Moskau machen könnte“, äußerte Orbán in einem Interview mit den Funke-Zeitungen, das am Sonntag (23. Juni), kurz vor dem Beginn der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft, veröffentlicht wurde.
Orbán betonte, dass Russlands Angriff auf die Ukraine „völlig inakzeptabel“ und eine Verletzung der Grundsätze internationaler Beziehungen sei. „Aber mir geht es nicht um die Interessen der Ukraine oder Russlands, ich will vor allem, dass der Krieg beendet wird und es einen Waffenstillstand gibt“, erklärte der ungarische Regierungschef.
Orbán über Ukraine-Krieg: Hätte es unter Angela Merkel nicht gegeben
Der ungarische Ministerpräsident ließ offen, ob die Ukraine, wie von Russland gefordert, auf besetzte Gebiete verzichten sollte. „Wir wissen gar nicht genau, was die russische Reaktion wäre, wenn die Führung der USA sagen würde: Hört zu, wir stoppen morgen früh das Töten und verhandeln“, so Orbán.
Angela Merkel: Die wichtigsten Momente ihrer Karriere
Er äußerte zudem die Überzeugung, dass „wir jetzt keinen Krieg hätten, wenn Angela Merkel noch Kanzlerin wäre“. „Sie hätte das getan, was sie schon nach der russischen Besetzung der Krim getan hat: Den Konflikt isolieren, nicht internationalisieren.“
Lob für Donald Trump: Orbán spricht über Ukraine-Krieg und sieht Ex-Präsident als „Mann des Friedens“
Orbán bezeichnete den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump als „Mann des Friedens“. „Er hat keinen einzigen Krieg begonnen“, sagte der ungarische Regierungschef. Er betonte, dass Europa Politiker vom Typ Trump benötige, „Personen, die das System aufschütteln“.
Am 1. Juli übernimmt Ungarn turnusgemäß die EU-Ratspräsidentschaft für ein halbes Jahr. Orbán, der seit 2010 im Amt ist und als engster Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der EU gilt, hat für die EU-Ratspräsidentschaft seines Landes das Motto „Make Europe great again“ gewählt, in Anlehnung an das Wahlkampfmotto Trumps. Zuletzt blockierte Ungarn auf EU-Ebene milliardenschwere Militärhilfen für die Ukraine. (AFP/frs)