Interview mit Tucker Carlson

„Seine Rückkehr ist der einzige Ausweg“: Orban beschwört Trump als Weltretter

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Viktor Orban, der Ministerpräsident von Ungarn, bei einer Rede im Juli 2023.
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Ein Ende vom Ukraine-Krieg? Das ist ohne die Rückkehr von Donald Trump nicht möglich – sagt Ungarns Ministerpräsident Orban im Interview mit Tucker Carlson.

Budapest – Nur die Rückkehr des ehemaligen Präsidenten Donald Trump an die Spitze der USA könne die westliche Welt retten, davon zeigte sich der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban im Interview mit dem ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson überzeugt. Trump könne außerdem als Einziger den Ukraine-Krieg beenden, so Orban weiter. Das in Budapest geführte Gespräch wurde am Mittwoch auf der Online-Plattform X (vormals Twitter) veröffentlicht.

Orban: Donald Trump ist „einziger Mann“, der „alle menschlichen Wesen auf der Welt“ retten kann

Als Einstiegsfrage wollte Tucker Carlson wissen, ob die Ukraine den Kampf gewinnen würde. Das sei „unmöglich“, so Viktor Orban und gab als Grund die geringere Anzahl der Soldaten auf ukrainischer Seite an. Auf die Frage des Ex-Fox-Moderators, was sein nächster Zug wäre, wenn Orban Nato-Chef oder US-Präsident Joe Biden wäre, sagte der ungarische Staatschef: „Frieden. Sofort. Und Trump zurückholen, das ist der einzige Ausweg.“ Man könne den Ex-Präsidenten aus vielen Gründen kritisieren, doch in seiner Präsidentschaft von 2017 bis 2021 habe Trump „für die Welt die beste Außenpolitik der letzten Jahrzehnte“ gemacht.

Wäre er im Februar 2022 in den USA an der Macht gewesen, hätte Russland die Ukraine gar nicht erst angegriffen, behauptete Orban. Trump habe keine neuen Kriege begonnen und Nordkorea, Russland und selbst China „nett behandelt“, so der ungarische Ministerpräsident. „Also ist Trump der einzige Mann, der die westliche Welt retten kann und vielleicht alle menschlichen Wesen auf der Welt.“ Das sei seine persönliche Überzeugung, so Orban. Zuvor hatte allerdings Donald Trump selbst in einer Rede ähnliche Ansichten geäußert. Er würde einen Deal mit der Moskau und Kiew machen und diesen „innerhalb eines Tages abschließen“, so Trump im Juli im Interview mit dem US-Sender Fox News.

Orban warnt vor Drittem Weltkrieg und Nato-Beitritt der Ukraine

Man habe die historische Chance einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine beim Gipfel von Bukarest im Jahr 2008 verpasst, da man Russland immer stärker werden ließ, meint Orban. Nun könne man sich eine so lange Grenze zwischen Nato und Russland nicht mehr leisten. „Das würde eine unmittelbare Kriegsgefahr für alle von uns bedeuten, sogar für Washington“, behauptete der Politiker. Die Möglichkeit des Friedens läge allein in den Händen der USA. „Das ist ein sehr gefährlicher Moment jetzt. Der Dritte Weltkrieg könnte an unsere Tür klopfen“, so Orban weiter.

Der ungarische Ministerpräsident war der einzige Regierungschef eines EU-Landes, der sich bereits vor der US-Wahl 2016 offen zur Unterstützung des damaligen republikanischen Kandidaten Trump bekannte. Zudem pflegt Orban auch nach der russischen Invasion in die Ukraine gute Beziehungen zum Kremlchef Wladimir Putin. Die Sanktionen des Westens gegen Moskau trägt er nur halbherzig mit und verwässert Sanktionsbeschlüsse der EU häufig mit Vetodrohungen. In den USA wird Anfang November 2024 ein neuer Präsident gewählt. Trump will erneut für die Republikaner antreten. In Umfragen liegt er bislang weit vor allen anderen republikanischen Präsidentschaftsanwärtern (bme/dpa).

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