Das gab es noch nie

Panzer aus Deutschland: Neue Hauptwaffe für den Leopard 2

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Da ein Rüstungsprojekt von Deutschland und Frankreich ins Stocken geraten ist, treibt die Bundeswehr die Modernisierung des Leopard-2-Panzers voran.

Düsseldorf - Während das politische Berlin mitten im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025 (23. September) steckt, arbeiten das Bundesverteidigungsministerium von Boris Pistorius (SPD) und die Bundeswehr weiter unter Hochdruck an einer zeitgemäßen Ausstattung der deutschen Streitkräfte.

Bundeswehr: Künftige Leopard-2-Panzer sollen größere Glattrohrkanone bekommen

Einmal mehr ist dabei der Leopard-2-Panzer in den Fokus gerückt. Wie das sicherheitspolitische Online-Portal hartpunkt schreibt, hat die Bundeswehr die Rüstungsunternehmen KNDS Deutschland, Rheinmetall und Hensoldt mit technischen Studien zur Entwicklung eines leistungsgesteigerten Triebwerks, von 130-Millimeter-Munition, eines neuartigen Schutzsystems und einer automatischen Feldjustieranlage beuaftragt.

Dies gehe aus Mitteilungen des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw hervor, heißt es in dem Bericht des Fachmagazins. Die Munitionsart deute stark darauf hin, dass für spätere Kampfpanzer Leopard 2 AX oder Leopard 3 als „Brückenlösung“ eine großkalibrige 130-Millimeter Glattrohrkanone favorisiert werde.

Kampfpanzer Leopard 2A7 der Bundeswehr (vorne) bei einer Übung mit einem Puma-Schützenpanzer (hinten). (Archivfoto)

Leopard-2-Panzer: Bundeswehr plant offenbar mit 130-Millimeter-Glattrohrkanone

Frühere und die aktuellen Leopard-2-Modelle haben dagegen eine etwas kleinere 120-Millimeter-Kanone als Hauptwaffe. Was mit „Brückenlösung“ gemeint ist: Eigentlich planen Deutschland und Frankreich, zusammen das sogenannte Main Ground Combat System (MGCS) zu entwickeln. Zu Deutsch also: ein Hauptbodenkampfsystem. Es soll die Basis für den Kampfpanzer der Zukunft sein. Wie dieser allerdings wirklich aussehen soll, was er beinhalten soll und so weiter, ist bis heute Gegenstand von Spekulationen.

Denn: Es hakt seit Jahren ordentlich in diesem deutsch-französischen Rüstungsprojekt. Dabei war das Ziel eines gemeinsamen Kampfpanzers einer der Hauptgründe dafür, dass der Münchner Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der staatliche französische Rüstungskonzern Nexter aus Paris zu KNDS zusammengelegt wurden. Unter anderem können sich beide Seiten etlichen Medienberichten zufolge aber wohl nicht darauf einigen, wer die Glattrohrkanone als Hauptwaffe entwickeln und liefern soll - Rheinmetall aus Düsseldorf als traditionell enger KMW-Partner oder die Waffenschmieden von Nexter selbst.

Leopard 2
Besatzung:4 (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer)
Hauptbewaffnung:Rheinmetall 120-mm-Glattrohrkanone
Sekundärbewaffnung:2 × 7,62-mm-MG 3
Masse (Gewicht):62 t
Länge / Breite / Höhe:10,97 m / 3,76 m / 3,03 m
Antrieb:12-Zylinder-FM-Dieselmotor MTU MB 873 mit 1500 PS

Leopard-2-Panzer: Bundesregierung hat 123 „Leos“ 2A8 für die Bundeswehr bestellt

Die Bundeswehr plant aber wohl längst zweigleisig mit einer Weiterentwicklung des Leopard 2. Es handelt sich bei Weitem nicht um die einzige Innovation, um den bekannten Kampfpanzer aus Deutschland, der erstmals 1978 in Serienproduktion ging und sich heute im Ukraine-Krieg unter Gefechtsbedingungen beweist, zukunftsfähig zu machen. Die mittlerweile zusammengebrochene Ampel-Koalition (SPD, Grüne und FDP) hatte zu gemeinsamen Regierungszeiten für die Bundeswehr 123 moderne Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A8 bestellt.

Wie das Fachmagazin für Europäische Sicherheit & Technik (ES&T) im Oktober berichtete, sollen besagte Leopard-2-Panzer für die Bundeswehr neuartige digitalisierte Sichtsysteme für Beobachtungs- und Aufklärungsmittel von Hensoldt beinhalten, die es so beim deutschen Militär noch nie gab. Und: Die „Leos“ sollen erstmals das abstandsaktive Schutzsystem Trophy aus Israel integriert haben, das heranfliegende Panzerabwehrgranaten und Kamikaze-Drohnen bekämpfen kann. In den vergangenen drei Jahren seit Beginn des brutalen Überfalls des Russland-Regimes auf die Ukraine hatten mehrere Nato-Partner große Kontingente an „Leoparden“ bestellt - wie unter anderem Litauen mit 44 Kampfpanzer Leopard 2A8 im vergangenen Dezember. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Björn Trotzki

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