Entscheidendes Datum naht

Vatikan-Wirbel um Papst-Rücktritt: Vier „K“s als Indizien für ein Franziskus-Ende?

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Papst Franziskus nimmt in einem Rollstuhl an der Beerdigung eines verstorbenen Kardinals teil. Es gibt Gerüchte um einen baldigen Rücktritt.
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Unruhe in Rom. Im Vatikan mehren sich Gerüchte um einen Papst-Rücktritt. Entscheidend werden zwei Tage Ende August. Sagt der Pontifex vorzeitig ciao?

Rom - Papst auf Lebenszeit. Normalerweise bleibt das Oberhaupt der katholischen Kirche bis zum Tod im Amt. Papst Franziskus könnte einen anderen Weg einschlagen - und es seinem Vorgänger Papst Benedikt gleichtun.

2013 trat der im oberbayerischen Marktl geborene Papst Benedikt als erster Papst seit mehr als 700 Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurück. Er sei nicht mehr fit genug, „um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben“, sagte der Geistliche. Auch zu Franziskus gibt es derzeit einige Gerüchte, die nicht nur in der italienischen Boulevardpresse behandelt werden. Die Lage scheint ernst, die Indizien verdichten sich.

Papst-Rücktritt: Vier „K“s als Indizien für ein Franziskus-Ende?

  • Knie: Auch Franziskus plagen gesundheitliche Probleme. Das rechte Knie schmerzt. So stark, dass er kaum mehr gehen kann. Zu Audienzen erscheint der 85-Jährige im Rollstuhl. Eine Operation soll er wegen Sorgen vor der Narkose ablehnen.
  • Konsistorium: Darunter versteht man die Versammlung der Kardinäle. Franziskus hat das Konsistorium für den 27. August angesetzt. Ein sehr ungewöhnlicher Termin, da Hochsommer. Franziskus hat bereits 21 neue Kardinäle ernannt, von denen 16 bei einer kommenden Papstwahl wahlberechtigt wären. Eine Papstwahl, auch Konklave genannt, gibt es bei Tod oder Rücktritt des amtierenden Kirchenchefs.
  • Kurienverfassung: Nach dem Konsistorium lädt der Pontifex alle Kardinäle der Welt nach Rom ein. Offiziell, um die an Pfingsten in Kraft getretene Kurienverfassung zu erklären. Oder will er noch andere Dinge besprechen?
  • Kurztrip nach L‘Aquila: Am 28. August reist Franziskus ins italienische L‘Aquila. In der Basilika Santa Maria di Collemaggio nimmt er an einer Vergebungsfeier teil. Interessant: Eingeführt wure diese Feier vor 700 Jahren vom in der Basilika bestatteten Papst Coelestin V. Er war vor Benedikt lange Zeit der einzige Papst, der freiwillig zurücktrat (1294).

Diese Konstellation ist zumindest etwas seltsam: „Es ist sehr merkwürdig, ein Konsistorium im August abzuhalten. Es gibt keinen Grund, dass er dieses Ereignis drei Monate im Voraus einberufen muss und dann mittendrin nach L‘Aquila fährt“, sagte ein Kirchen-Experte dem britischen Guardian.

Papst-Rücktritt? Diese Punkte sprechen dagegen

Selbst hat sich Franziskus, der bürgerlich Jorge Mario Bergoglio heißt, bislang nicht zu den Gerüchten geäußert. Im Vatikan gibt es zudem Stimmen, die die Berichte als Spekulationen zurückweisen. Der Papst habe noch viel vor, heißt es dann. Etwa Auslandsreisen nach Kanada, Kasachstan oder Kongo. Am Freitag trifft er EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Ebenfalls gegen einen Rücktritt sprechen könnte Papst Benedikt. Zwei emeritierte Päpste könnte problematisch werden für die ohnehin skandalanfällige katholische Kirche. Klar scheint dennoch: Der 27. und 28. August könnten für den Vatikan zum entscheidenden Datum werden. (as)

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