Bolsonaro sieht Gottes Hilfe auf Trumps Seite: „Das kommt von oben“
VonNail Akkoyun
schließen
Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro zieht Parallelen zwischen dem Trump-Attentat und einer selbst erlebten Messerattacke. Er und Donald Trump seien „gerettet“ worden.
São Paulo – Brasiliens rechtsextremer Ex-Präsident Jair Bolsonaro hat das Attentat auf Donald Trump mit der gegen ihn verübten Messerattacke im September 2018 verglichen. „Er wurde meiner Meinung nach ebenso gerettet, wie ich gerettet wurde“, sagte Bolsonaro in einem auf X veröffentlichten Video über den früheren US-Präsidenten.
Bolsonaro war damals während des Wahlkampfs niedergestochen worden und musste in der Folge mehrfach operiert werden. „Die Ärzte sagen, dass es ein Wunder war, dass ich 2018 überlebt habe angesichts der Schwere der Verletzungen“, schrieb Bolsonaro nun auf X. Bei dem Anschlag auf Donald Trump am Samstag (Ortszeit) sei es eine „Sache von Zentimetern“ gewesen.
Bolsonaro zieht Vergleich zu Trump-Attentat: „Das kommt meiner Ansicht nach von oben“
„Dies kommt meiner Ansicht nach von oben“, sagte Bolsonaro mit gen Himmel gerichtetem Blick über ihrer beider Überleben. Der mitunter als „Tropen-Trump“ bezeichnete brasilianische Ex-Präsident ist als Bewunderer Trumps bekannt. Nach dem Anschlagsversuch in Pennsylvania bezeichnete Bolsonaro den 78-Jährigen als derzeit „weltweit großartigsten politischen Führer“.
Damals waren beide noch im Amt: der frühere Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, überreicht dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump im März 2019 ein Trikot der brasilianischen Fußballnationalmannschaft.
Wie die USA hat Brasilien in den vergangenen Jahren eine starke politische Polarisierung erlebt. Im Januar 2023 stürmten Bolsonaro-Anhänger eine Woche nach der Amtseinführung des linksgerichteten Staatschefs Lula da Silva die Regierungsgebäude in der Hauptstadt Brasilia. Sie warfen Lula vor, den Wahlsieg gestohlen zu haben, und forderten das Militär vergeblich auf, den Linkspolitiker zu stürzen.
Die Gewalt erinnerte an den Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington im Januar 2021, nachdem Donald Trump die Präsidentschaftswahl gegen den heutigen Amtsinhaber Joe Biden verloren hatte. In Brasilien wurde gegen den 69-jährigen Bolsonaro ein Ämterverbot bis 2030 ausgesprochen, weil er unbegründeterweise Zweifel an der Legitimität der brasilianischen Präsidentschaftswahl 2022 gesät hatte.
Das Trump-Attentat in Bildern: Schüsse, Chaos und ein blutender Ex-Präsident
Auch Fico spricht von Attentats-„Kopie“: „Trumps Gegner wollen ihn zum Schweigen bringen“
Auch der slowakische Regierungschef Robert Fico zog Parallelen zwischen den Schüssen auf Donald Trump und einem auf ihn verübten Anschlag. Der populistische Politiker war am 15. Mai nach einer Kabinettssitzung in einer slowakischen Kleinstadt von einem Attentäter niedergeschossen worden. Fico überlebte schwer verletzt und konnte vor einigen Tagen wieder seine Arbeit aufnehmen.
„Das Szenario ist wie eine Kopie“, schrieb Fico am Sonntag auf seiner Webseite. „Trumps politische Gegner wollen ihn zum Schweigen bringen. Und wenn ihnen das nicht gelingt, dann sorgen sie bei den Leuten für so viel Ärger, dass einige arme Typen zur Waffe greifen“, hieß es weiter. (nak/AFP)