Die Digitalisierung bringt einen Nachteil für Frauen und andere vulnerable Gruppen. Bundesfamilienministerin Lisa Paus hält ein Umsteuern für nötig, um der sich verschärfenden Ungleichheit von Männern und Frauen entgegenzuwirken.
Berlin - «Der digitale Wandel schreitet weltweit rasant voran und verändert unser Leben und unsere Gesellschaften. Viel zu oft fehlt aber die weibliche Perspektive», sagte die Grünen-Politikerin anlässlich der 67. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission, für die sie nach New York gereist ist. Das Thema der diesjährigen Sitzung ist «Innovation, technologischer Wandel und digitale Bildung für Geschlechtergleichstellung».
Paus hält die digitale Technik nicht für neutral. «Beispielsweise schreiben die Algorithmen Geschlechterklischees fort – zum Nachteil von Frauen und anderen vulnerablen Gruppen», sagte die Politikerin. Zudem hätten Frauen in vielen Ländern kaum Zugang zum Internet. «Frauen und Männer sollen in ihrer Diversität gleichermaßen vom digitalen Wandel profitieren können», sagte Paus. Dafür müsse Digitalisierung feministisch gestaltet werden. Wie konkret das aussehen soll oder wen sie dafür in der Verantwortung sieht, sagte die Ministerin nicht. (dpa)