Gespräche aufgenommen

Israel plante wohl Iran-Angriff – Trump lehnte offenbar ab und pochte auf Verhandlungen

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Israels Premier Netanjahu und US-Präsident Trump gelten als enge Verbündete. (Archivbild)
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Laut einem Medienbericht wollte Israel iranische Atomanlagen angreifen. Jetzt nehmen der Iran und die USA ihre Atomverhandlungen wieder auf – dank Trump.

Washington, D.C. – Israel soll laut einem Bericht der New York Times im Mai einen Angriff auf iranische Atomanlagen in Betracht gezogen haben. Ziel der Operation soll nach Angaben gewesen sein, Teherans Vorhaben, Atomwaffen zu entwickeln, zu bremsen. Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Regierungskreisen.

Für das Vorhaben soll Israel die Unterstützung der Vereinigten Staaten angefordert haben – sowohl im Hinblick auf die Durchführung des Angriffs als auch auf die Verteidigung gegen mögliche iranische Vergeltungsmaßnahmen. Doch US-Präsident Donald Trump habe sich nach längerer Abwägung gegen einen Militärschlag und stattdessen für diplomatische Gespräche mit dem Iran ausgesprochen, heißt es weiter in dem Bericht.

Indirekte Gespräche zwischen USA und Iran gestartet – zweite Runde in Rom geplant

Tatsächlich haben die USA und der Iran am vergangenen Samstag in Oman erstmals indirekte Gespräche aufgenommen. Beide Seiten beschrieben das Treffen als „positiv“ und „konstruktiv“. Eine zweite Gesprächsrunde ist bereits angesetzt und soll am kommenden Samstag stattfinden. In einer Ankündigung des iranischen Staatsfernsehens hieß es, der Oman werde die Gespräche am Samstag in Rom erneut vermitteln. Omans Außenminister fungierte bei den Gesprächen am vergangenen Wochenende in der Hauptstadt Maskat als Vermittler zwischen den beiden Seiten.

Bereits Anfang April, so die New York Times, hat die US-Regierung Israel darüber informiert, dass sie einen Militärschlag nicht mittragen werden. Als Premierminister Benjamin Netanjahu wenig später Washington besuchte, kündigte Donald Trump öffentlich an, dass die Vereinigten Staaten Gespräche mit Teheran aufnehmen würden. Netanjahu äußerte sich im Anschluss kritisch – ein Abkommen mit dem Iran könne seiner Ansicht nach nur dann wirksam sein, wenn es den Vertragsparteien gestatte, „unter amerikanischer Aufsicht und mit amerikanischer Exekution hineinzugehen, die Anlagen in die Luft zu jagen und die gesamte Ausrüstung zu demontieren“. 

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Iran warnt vor politischer Einflussnahme auf Atomenergiebehörde vor weiteren Gesprächen mit USA

Vor neuen Atomgesprächen mit den USA hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi vor einer politischen Einflussnahme auf die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gewarnt. Angesichts von „Spielverderbern“, die versuchten, die laufenden Verhandlungen zu beeinflussen, vertraue der Iran darauf, dass IAEA-Chef Rafael Grossi „die Behörde von der Politik fernhalte“, schrieb Araghtschi am Donnerstag nach einem Treffen mit Grossi auf X. So könne sich die IAEA auf ihr „technisches Mandat“ konzentrieren.

Die Gespräche mit Grossi seien „nützlich“ gewesen, fügte Araghtschi hinzu. Die Behörde könne eine „wichtige Rolle bei der friedlichen Lösung“ in Bezug auf das iranische Atomprogramm spielen. Wer der „Spielverderber“ sei, schrieb Araghtschi nicht. Vor der zweiten Runde der Gespräche mit den USA, die für Samstag in Rom geplant ist, kritisierte er aber die „widersprüchlichen“ Positionen Washingtons und Trumps. „Wir werden bei der Verhandlungsrunde herausfinden, was die wirkliche Meinung der Amerikaner ist“, erklärte er. (afp/jal)

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