VonJekaterina Jaluninaschließen
Laut einem Medienbericht wollte Israel iranische Atomanlagen angreifen. Jetzt nehmen der Iran und die USA ihre Atomverhandlungen wieder auf – dank Trump.
Washington, D.C. – Israel soll laut einem Bericht der New York Times im Mai einen Angriff auf iranische Atomanlagen in Betracht gezogen haben. Ziel der Operation soll nach Angaben gewesen sein, Teherans Vorhaben, Atomwaffen zu entwickeln, zu bremsen. Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Regierungskreisen.
Für das Vorhaben soll Israel die Unterstützung der Vereinigten Staaten angefordert haben – sowohl im Hinblick auf die Durchführung des Angriffs als auch auf die Verteidigung gegen mögliche iranische Vergeltungsmaßnahmen. Doch US-Präsident Donald Trump habe sich nach längerer Abwägung gegen einen Militärschlag und stattdessen für diplomatische Gespräche mit dem Iran ausgesprochen, heißt es weiter in dem Bericht.
Indirekte Gespräche zwischen USA und Iran gestartet – zweite Runde in Rom geplant
Tatsächlich haben die USA und der Iran am vergangenen Samstag in Oman erstmals indirekte Gespräche aufgenommen. Beide Seiten beschrieben das Treffen als „positiv“ und „konstruktiv“. Eine zweite Gesprächsrunde ist bereits angesetzt und soll am kommenden Samstag stattfinden. In einer Ankündigung des iranischen Staatsfernsehens hieß es, der Oman werde die Gespräche am Samstag in Rom erneut vermitteln. Omans Außenminister fungierte bei den Gesprächen am vergangenen Wochenende in der Hauptstadt Maskat als Vermittler zwischen den beiden Seiten.
Bereits Anfang April, so die New York Times, hat die US-Regierung Israel darüber informiert, dass sie einen Militärschlag nicht mittragen werden. Als Premierminister Benjamin Netanjahu wenig später Washington besuchte, kündigte Donald Trump öffentlich an, dass die Vereinigten Staaten Gespräche mit Teheran aufnehmen würden. Netanjahu äußerte sich im Anschluss kritisch – ein Abkommen mit dem Iran könne seiner Ansicht nach nur dann wirksam sein, wenn es den Vertragsparteien gestatte, „unter amerikanischer Aufsicht und mit amerikanischer Exekution hineinzugehen, die Anlagen in die Luft zu jagen und die gesamte Ausrüstung zu demontieren“.
Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert




Iran warnt vor politischer Einflussnahme auf Atomenergiebehörde vor weiteren Gesprächen mit USA
Vor neuen Atomgesprächen mit den USA hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi vor einer politischen Einflussnahme auf die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gewarnt. Angesichts von „Spielverderbern“, die versuchten, die laufenden Verhandlungen zu beeinflussen, vertraue der Iran darauf, dass IAEA-Chef Rafael Grossi „die Behörde von der Politik fernhalte“, schrieb Araghtschi am Donnerstag nach einem Treffen mit Grossi auf X. So könne sich die IAEA auf ihr „technisches Mandat“ konzentrieren.
Die Gespräche mit Grossi seien „nützlich“ gewesen, fügte Araghtschi hinzu. Die Behörde könne eine „wichtige Rolle bei der friedlichen Lösung“ in Bezug auf das iranische Atomprogramm spielen. Wer der „Spielverderber“ sei, schrieb Araghtschi nicht. Vor der zweiten Runde der Gespräche mit den USA, die für Samstag in Rom geplant ist, kritisierte er aber die „widersprüchlichen“ Positionen Washingtons und Trumps. „Wir werden bei der Verhandlungsrunde herausfinden, was die wirkliche Meinung der Amerikaner ist“, erklärte er. (afp/jal)
