VonNadja Orthschließen
Nahe Moskau ist am Mittwoch ein Flugzeug abgestürzt. Neben Jewgeni Prigoschin soll einer der Passagiere Wagner-Gründer Dmitri Utkin gewesen sein.
Moskau - Am Mittwochabend ist nahe Moskau in Russland ein Privatflugzeug mit zehn Insassen auf dem Weg nach St. Petersburg abgestürzt, ersten Informationen zufolge gibt keine Überlebenden. Nun werden neue Details hinsichtlich der Insassen bekannt. Neben des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin soll sich offenbar ein weiterer bekannter Name aus der Söldnertruppe im Flugzeug befunden haben: Dmitri Utkin, ebenfalls Gründer von Wagner. Erste Experten vermuten hinter dem Absturz einen Racheakt des Kreml für den Putschversuch, den Prigoschin mit der Wagner-Gruppe unternommen hatte.
Mit Prigoschin im Jet: Wagner-Gründer Dmitri Utkin wohl ebenfalls gestorben
Wie mehrere russische Medien am Mittwochabend unter Berufung auf die russische Luftfahrtbehörde berichten, ist in der Nähe des Dorfes Kushenkino in der russischen Region Twer ein Flugzeug vom Typ Embraer Legacy abgestürzt. Kurz darauf verdichteten sich die Hinweise, dass sich unter anderem Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin unter den Passagieren befand. Offiziell bestätigt wurde die Information bislang nicht. Laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur tass stehe sein Name aber offiziell in der Passagierliste der Maschine.
Nun wird in Telegram-Kanälen, die mit der hochumstrittenen Wagner-Gruppe in Verbindung stehen, behauptet, dass auch der erste Kommandeur der Söldnertruppe, Dmitri Utkin in dem Flugzeug war. Er soll bei dem Absturz ebenfalls ums Leben gekommen sein. Zunächst hatte die unabhängige russische Zeitung Meduza darüber berichtet. Die Telegram-Nachrichten müssten jedoch erst noch bestätigt werden.
Dmitri Utkin wohl ebenfalls im Flugzeug: Wer ist der Wagner-Gründer neben Prigoschin?
Dmitri Utkin ist Gründer der privaten Militärgruppe „Wagner“. Der ehemalige Armeeangehörige und Geheimdienstler war bis 2014 bereits Kommandant bei der privaten Sicherheitsfirma „Moran Security Group“. In Syrien erlitt die Gruppe jedoch zahlreiche Verluste, sodass sich die Einheit unter seiner Führung auflöste. Anschließend gründete er mit Jewgeni Prigoschin eine neue Militärgruppe. Mittlerweile hat Prigoschin die Führung der Privatarmee übernommen.
Utkin gilt als Neonazi, unter anderem ließ er sich unter anderem den Reichsadler mit Hakenkreuz und SS-Runen tätowieren. Da Hitler zu Lebzeiten ein Bewunderer des deutschen Komponisten Richard Wagner war, ist auch Utkin begeistert von dem Musiker und wählte für sich selbst den Rufnamen „Wagner“. Daraufhin kam auch die private Söldnertruppe zu ihrem Namen. Im Ukraine-Krieg trägt sie aktuell zahlreiche Kämpfe für Russland aus. (nz)
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