White Privilege

„Ich sehe keine Farben“ und 4 weitere Sätze, die nur privilegierte Weiße sagen

  • schließen

Ob du auch schon mal solche Sprüche geklopft hast und warum sie problematisch sind, erfährst du hier.

Rassismus ist ein strukturelles Problem und hat viele Facetten. Schwarze, Indigene und Black People of Color, kurz BIPoC, erleben im Alltag deswegen oft schwierige, manchmal auch traumatische Situationen. Menschen mit Migrationshintergrund sind davon ebenfalls betroffen. Wie es sich anfühlt „braun zu sein“ und was passiert, wennn das plötzlich zum Trend wird, erzählt diese TikTokerin.

Rassismus ist aber mehr als „nur“ direkte Anfeindungen – selbst vermeintlich „gut gemeinte“ Aussagen reproduzieren Stigmatisierung und Diskriminierung. Oft kommen sie von weißen Menschen, die sich ihrer Privilegien nicht bewusst sind. Welche Sätze das sind und warum du sie besser nicht sagen solltest, erklärt dir BuzzFeed News Deutschland.

Bei solchen privilegierten Aussagen kann man sich nur an den Kopf fassen.

1. „Wenn du nur gut genug bist, dann wirst du nicht benachteiligt!“

Ein Satz, den viele marginalisierte Menschen schon gehört haben. Tatsache ist aber, dass es nicht-weiße Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, Religionszugehörigkeit oder ihres Namens oft schwerer haben als andere. Etwa bei der Wohnungssuche oder auf dem Arbeitsmarkt. Diese Faktoren haben nichts mit Leistung zu tun. Mit Aussagen wie „du musst dich einfach mehr anstrengen“ wird suggeriert, dass die Verantwortung für Diskriminierung bei den Betroffenen liegen würde.

Mehr zum Thema: 14 Sprüche, die Deutsche mit Migrationshintergrund einfach nicht mehr hören können

2. „Es gibt kein weißes Privileg, wir haben alle dieselben Chancen!“

Menschen mit weißen Privilegien nehmen diese meistens nicht wahr, da sie ein Leben ohne diese Vorteile nicht kennen. Sie werden nicht aufgrund ihrer Hautfarbe kategorisiert und wenn eine Absage für eine Wohnung oder Job kommt, machen sie sich keine Gedanken darüber, ob das vielleicht mit ihrer Herkunft zu tun hat.

Das heißt nicht, dass es allen weißen Menschen gut geht. Aber: In Europa ist die Mehrheitsgesellschaft weiß, daher wissen die meisten nicht, mit welchen Schwierigkeiten nicht-weiße Menschen zu kämpfen haben.

3. „Warum braucht es Bücher und Filme mit BPoC und migrantischen Personen?“

Viele Schwarze und Menschen mit Migrationshintergrund kennen es: In Filmen, Büchern und Serien entsprechen die Hauptcharaktere dem Schönheitsideal der Mehrheitsgesellschaft, sind also weiß. Wie ungewöhnlich es ist, wenn Hauptrollen an People of Colour vergeben werden, hat zuletzt die Debatte um die Darstellerin Halle Bailey als Schwarze Meeresprinzessin Arielle gezeigt.

Dabei ist es sehr wichtig, dass Medien Menschen verschiedener Herkunft repräsentieren. Das bildet nicht nur die Gesellschaft realitätsgetreuer ab, sondern steigert auch das Selbstwertgefühl von BPoC. Sieht ein Kind Schauspieler:innen mit Migrationshintergrund als Astronaut:innen, Lehrer:innen oder Anwält:innen, kann es sich leichter vorstellen, diese Berufe selbst einmal zu ergreifen. Oft sind People of Colour aber als Kriminelle oder komische Figuren in Büchern und Filmen zu sehen, sodass Stereotype und Vorurteile gestärkt statt abgebaut werden.

Mehr dazu: 21 rassistische und sexistische TV-Momente, die zeigen, dass früher nicht alles besser war

4. „Du siehst so exotisch aus“

Menschen als exotisch zu bezeichnen, ist für die meisten kein Kompliment, sondern degradierend. Der Ausdruck wird für Pflanzen oder Tiere genutzt und wirkt daher entmenschlichend. Wer einen Schritt weiter denkt, erkennt auch: Ein Synonym für exotisch wäre zum Beispiel „ungewöhnlich“. Damit wird klar, der Begriff ist nicht positiv konnotiert und hebt Unterschiede zur Mehrheitsgesellschaft hervor.

5. „Ich sehe keine Farben, ich sehe nur Menschen“

Wer sich so äußert, will damit sagen: Ich habe keine Vorurteile. Doch diese Aussage ist problematisch: Hautfarbe und Herkunft spielt für Menschen marginalisierter Gruppen sehr wohl eine Rolle. Besser wäre, sich zu Rassismus zu informieren, die Probleme der Betroffenen anzuerkennen und sich damit auseinandersetzen.

Mehr zum Thema Rassismus: Junge Frau über Rassismus in der eigenen Familie – „es ist unglaublich schmerzhaft“

Rubriklistenbild: © IMAGO / Pond5 Images

Kommentare