Mangelnde Ressourcen

Russlands Waffen-Produktion unter Druck: Putin greift womöglich auf Häftlinge zurück

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Der Westen hat Waffenlieferungen und vor allem Kampfpanzer für den Ukraine-Krieg zugesagt. Die eigenen Nachschubprobleme will Putin jetzt durch Russlands Häftlinge lösen.

München – Nach den angekündigten Panzerlieferungen aus dem Westen an die Ukraine war die Marschrichtung aus Russland für das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg klar und deutlich: Offensive. Viele Experten befürchten bereits die große Frühjahrsoffensive im Krieg in der Ukraine, die Putins Truppen möglicherweise im Laufe des Februar oder bereits binnen weniger Tage starten könnten.

Eine wichtige Komponente spielen in diesem Szenario für den Ukraine-Krieg auch die Panzer, mit denen die russische Armee den westlichen Waffenlieferungen für die Ukraine entgegentreten will. Doch während Deutschland, die USA und andere Nationen sich auf Lieferungen von Panzern vom Typ Leopard und Abrams geeinigt haben, steht hier der genaue Zeitpunkt nicht fest. Einige sollen bereits im Frühjahr geliefert werden, ein Großteil wird der Ukraine, wie im Falle der älteren Leopard-1-Panzer, laut übereinstimmenden Medien wohl im Sommer oder sogar erst im Jahr 2024 zur Verfügung stehen.

Ukraine-Krieg: Russlands Panzer-Produktion stockt – Putin will Häftlinge für die Waffenproduktion

Eigentlich eine gute Nachricht für Russland und Kreml-Chef Wladimir Putin, um sich im Ukraine-Krieg einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen, um nicht nur mit der Masse der russischen Panzer dem Leopard oder Abrams entgegenzutreten. Während das Geschäft mit Putins Blutdiamanten trotz EU-Sanktionen floriert, hat Russlands Armee allerdings mit eigenen Nachschub-Problemen zu kämpfen, diese sind vor allem beim Personalmangel in der russischen Rüstungsindustrie anzusiedeln. Nach Einschätzung britischer Militärexperten dürfte Moskau zunehmend auf Häftlinge als Arbeitskräfte zurückgreifen, um die Lücken in der Waffenproduktion zu schließen. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des britischen Verteidigungsministeriums am Freitag (3. Januar) hervor.

Russlands Präsident Wladimir Putin könnte womöglich auf 400.000 Häftlinge zurückgreifen, um die Produktion in seiner Rüstungsindustrie für den Ukraine-Krieg anzukurbeln.

Die etwa 400.000 Häftlinge in Russland seien eine „einzigartige“ Ressource für Moskau im Angriffskrieg gegen die Ukraine, so die Mitteilung weiter, die Bezug auf die aktuelle Einschätzung zur Lage in Russland mit Folgen für den Ukraine-Krieg nimmt. Demnach sei deren Arbeitskraft besonders bei der Herstellung technisch wenig anspruchsvoller Waffen gefragt, da die Hersteller unter Druck stehen, die Produktion zu erhöhen.

Russlands Waffenproduktion: Häftlinge bald auch in der Rüstungsindustrie begehrte Ware

Es wäre nicht das erste Mal, dass Russland auf Häftlinge zurückgreift. Besonders prominentes Beispiel: Die berühmt und vor allem berüchtigte Wagner-Gruppe, die sich im Ukraine-Krieg einen zweifelhaften Ruf verdient hat, besteht zumindest aus Teilen aus ehemaligen Häftlingen, die für die russische Spezialoperation in der Ukraine in den Kampf ziehen. Die Söldner-Truppe von „Putins Koch“ Prigoschin spielt dabei an vorderster Front eine wichtige Rolle.

Nun könnten die Häftlinge auch abseits der Front für den Krieg in der Ukraine eine wichtige Rolle einnehmen, um Putins Pläne doch noch in die Wirklichkeit umzusetzen und die aktuell festgefahrene Situation im Ukraine-Krieg wieder voranzubringen. Und das, bevor der Westen seine Kampfpanzer-Lieferungen in die Tat umsetzt. (mst)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool

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