VonRichard Stroblschließen
Geheime Dokumente offenbaren Russlands Pläne im Ukraine-Krieg. Ein Waffenstillstand könnte Teil einer größeren Strategie sein.
Moskau – Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte über ein mögliches Telefonat zwischen Wladimir Putin und Donald Trump bezüglich eines Waffenstillstands in der Ukraine. Nun hat sich der bekannte Putin-Berater Juri Uschakow dazu geäußert.
„Wir bereiten das Treffen vor und es wird organisiert, sobald Bedarf dafür besteht“, erklärte er laut der russischen Nachrichtenagentur Tass. Der letzte Teil des Zitats könnte darauf hindeuten, dass Russland derzeit keinen dringenden Bedarf für ein solches Treffen sieht. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass Russland im Ukraine-Krieg derzeit bedeutende Fortschritte erzielt. Die Ukraine gerät auch durch die unklare Haltung der USA ins Hintertreffen. In der Region Kursk ziehen sich Kiews Truppen teilweise zurück, was einen Bluff von Putin aufdeckt.
Wirbel um Ukraine-Waffenstillstand: Satz von Putin-Berater offenbart womöglich Russlands Taktik
Am Donnerstag reiste Trumps Sondergesandter für den Nahen Osten, Steve Witkoff, nach Moskau, um mit Putin zu sprechen. Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow unterstützt Russland Trumps Position im Ukraine-Konflikt. Dennoch fügte man hinzu, dass es „Fragen, die gemeinsam beantwortet werden müssen“ gebe. Die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) vermutet, dass Putin einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine hinauszögern möchte.
Die aktuelle Situation hilft Putin zudem, Russland auf internationaler Ebene als gleichwertigen Partner der USA darzustellen. Darüber hinaus berichten die Militär-Experten des ISW von kürzlich durchgesickerten Dokumenten aus dem Umfeld des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Diese Dokumente legen nahe, dass Russland nicht vor 2026 zu einem Waffenstillstand bereit sei. Das ISW vermutet jedoch, dass dies eine weitere Strategie des Kremls sein könnte.
Ukraine-Waffenstillstand? Russland lässt Datum durchsickern – USA vermuten brisante Taktik
Putin könnte dieses Datum absichtlich verbreitet haben, um die USA unter Donald Trump zu einer „Neuverhandlung ihres Abkommens mit der Ukraine über den vorübergehenden Waffenstillstand zu drängen“, so das ISW. Der US-Geheimdienst selbst geht davon aus, dass Russland nicht bereit ist, den Ukraine-Krieg zu beenden. Putin verfolge nach wie vor das Ziel, die Ukraine zu erobern. Sollte Putin einem Waffenstillstand zustimmen, könnte er diesen nutzen, um seine Truppen zu erholen und neu auszurüsten. US-Beamte vermuten gegenüber der Washington Post, dass Putin den Waffenstillstand brechen und der Ukraine die Schuld daran zuschieben würde. (rjs)
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