Putin erhält Warnung von Trump: „Russland wird in große Schwierigkeiten geraten”
VonChristoph Gschoßmann
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Donald Trump zögert nicht und sendet deutliche Botschaften nach Russland. Er plant, in Kürze mit Wladimir Putin zu sprechen.
Update vom 22. Januar, 20.05 Uhr: Nach Donald Trumps Drohungen gegen Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich Moskau und Kiew zu Wort gemeldet. „Russland wird kein Jota seiner nationalen Interessen opfern und in diesen Fragen Zugeständnisse machen“, sagte der russische Außenpolitiker Leonid Sluzki in einer ersten Reaktion. Putin habe immer seine Bereitschaft zum Dialog betont. Zu einem konkreten Ausweg aus der Ukraine-Krise habe Trump nichts gesagt, „nur mit Drohungen um sich geworfen“, kritisierte der Chef im Außenausschuss des russischen Parlaments der Agentur Ria Nowosti zufolge.
In Kiew sprach Mychajlo Podoljak, Berater im Präsidialamt, von einer „eindrucksvollen Formel, um Russland zu einer mehr oder weniger adäquaten Haltung zu bringen“. Die Frage sei aber, wie schnell Trump seine Zwangsmittel anwenden werde.
Drohung gegen Putin: Trump fordert Russlands Präsidenten zu „Deal“ über Ende des Ukraine-Kriegs auf
Update vom 22. Januar, 18.26 Uhr: Donald Trump hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut mit „hohen Steuern, Zöllen und Sanktionen“ gedroht, sollte Putin einer Vereinbarung über ein Ende des Ukraine-Kriegs nicht zustimmen. Trump schrieb in einem Post auf seiner Plattform Truth Social: „Wenn wir nicht bald einen ‚Deal‘ machen, habe ich keine andere Wahl.“ Trump bezieht sich mit der Drohung, wie er schreibt, „auf alles, was von Russland an die Vereinigten Staaten verkauft wird“.
Von Putin forderte der US-Präsident: „Besänftigen Sie jetzt die Sache und STOPPEN Sie diesen lächerlichen Krieg! ES WIRD NUR NOCH SCHLIMMER WERDEN.“ In seinem Post am Mittwoch betonte Trump, er wolle „Russland nicht schaden“ – auch, weil er „immer ein sehr gutes Verhältnis“ zu Putin gehabt habe.
Trump fordert von Putin Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs und droht mit Sanktionen
Update vom 22. Januar, 11.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump will Russlands Präsident Wladimir Putin als neuer US-Präsident offenbar nicht mit Samthandschuhen anfassen: Am Tag nach seinem Amtsantritt sagte er auf die Frage, ob er Sanktionen gegen Russland verhängen wolle, wenn Putin nicht zu Verhandlungen im Ukraine-Krieg bereit sei: „Klingt wahrscheinlich.“
Wann immer Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereit seien, werde er sich mit ihnen treffen, sagte Trump im Weißen Haus in Washington. Selenskyj wolle gerne Frieden haben. „Aber zum Tango gehören immer zwei“, ergänzte Trump mit Blick auf Putin.
Putin erhält Warnung von Trump: „Russland wird in große Schwierigkeiten geraten”
Erstmeldung: Washington – Es ist eine der großen Fragen der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump: Wie geht er mit Russland um? Eines seiner Wahlversprechen lautete, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden nach Amtsantritt zu beenden, sollte er wieder im Oval Office des Weißen Hauses sitzen – eine Aussage, die er bereits ein wenig relativierte. Nun ist er offiziell erneut am Ruder. Seine ersten Aussagen in Richtung Russland haben durchaus Drohcharakter.
Trump: Putin „zerstört Russland“
Der alte und neue Präsident der Vereinigten Staaten sagte an seinem ersten Amtstag, Kremlchef Wladimir Putin „zerstöre“ Russland, indem er sich weigere, einen Deal zur Beendigung des Ukraine-Kriegs abzuschließen. Auch gab er an, bald mit Putin zu sprechen, ohne jedoch einen Zeitrahmen zu nennen.
Donald Trumps Amtseinführung: Promis und Superstars feiern in Washington DC
Trump gab konkrete Ratschläge für den russischen Machthaber zu Protokoll: „Er sollte einen Deal abschließen. Ich denke, er zerstört Russland, indem er keinen Deal abschließt“, so Trump gegenüber Reportern bei seiner Ankunft im Weißen Haus nach seiner Amtseinführung. Und weiter: „Ich denke, Russland wird in große Schwierigkeiten geraten.“
Trump drängt Putin auf schnelles Kriegsende
Trump weiter: „Ich denke, er wäre sehr gut beraten, diesen Krieg zu beenden.“ Die meisten Leute würden laut Trump denken, „der Krieg wäre in einer Woche vorbei.“
Um das zu erreichen, setzt Trump wohl auch auf seine persönliche Beziehung zu Putin: „Ich bin mit [Putin] gut klargekommen. Ich hoffe, er will einen Deal machen“, äußerte Trump über ein mögliches Treffen. Damit würde er eine andere Vorgehensweise wählen als sein Vorgänger Joe Biden und andere westliche Staats- und Regierungschefs. Diese haben Treffen und – in den meisten Fällen – Telefonate mit Putin gemieden, um ihn politisch zu isolieren.
Drängt Trump die Ukraine darauf, Zugeständnisse zu machen?
Unterstützer der Ukraine haben ihre Besorgnis darüber geäußert, dass Trump, der die Höhe der von der Biden-Regierung bereitgestellten Hilfe kritisiert hat, Kiew zu Zugeständnissen drängen könnte, die es bisher abgelehnt hat. Diese würden etwa die Übergabe von Gebieten umfassen, die derzeit von russischen Streitkräften besetzt sind. Dass Trump Kiew jedoch komplett im Stich lassen wird, gilt ebenfalls als unwahrscheinlich, da ein russischer Sieg Trumps Image schaden würde.
Das einstige Versprechen, umgehend den Krieg zu beenden, wird Trump also wohl so schnell kaum einhalten können. Trump sagte aber, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sei zu einem Deal bereit. Trump nennt mittlerweile „sechs Monate“ als Horizont für einen Friedensschluss. (cgsc mit dpa)