„Halbinsel entmilitarisiert“

Putin erleidet Verluste auf der Krim: Ukraine attackiert Schiffe und Hubschrauber

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Die Ukraine richtet ihren Angriff auf mehrere Ziele in und um die Krim. Dabei werden auch ein von Russland konfisziertes Schiff und ein Hubschrauber getroffen.

Kiew – Wladimir Putin befindet sich im Ukraine-Krieg „nicht in der Position des Siegers“. Das soll der ukrainische Wolodymyr Selenskyj gerade erst festgestellt haben. Dabei scheint aktuell aber vieles in die Richtung zu laufen, wie sich der Kreml-Chef seine Invasion ausgemalt hat. Kiews Kämpfern geht im vierten Kriegsjahr langsam die Munition und auch das Personal aus, die vor Monaten in die russische Grenzregion Kursk vorgedrungenen Truppen werden offenbar in diesen Tagen zurückgeschlagen.

Dazu kommt, dass US-Präsident Donald Trump in seiner Rolle als Friedensvermittler Putin und damit dem Aggressor anscheinend deutlich entgegenkommt. Beinahe wirkt es so, als ob Russlands Präsident die Bedingungen für einen Waffenstillstand diktieren kann. Dabei muss auch er weiter schwere Verluste einstecken.

Ukraine greift russische Ziele auf Krim an: „Erfolgreiche Entmilitarisierung“

Die Hauptabteilung für Nachrichtendienste des Verteidigungsministeriums der Ukraine liefert auf ihren Social-Media-Kanälen ein gut dreiminütiges Video diverser Luftattacken. Sie sollen sich auf oder nahe der Krim ereignet haben. Jener Halbinsel, die für Putin wie für Kiew eine immense Bedeutung hat.

Muss seinen Ukraine-Krieg durchaus teuer bezahlen: Kreml-Chef Wladimir Putin verliert auf der Krim weit mehr als nur einen Mi-8-Helikopter.

Gezeigt wird jeweils der Anflug auf Radarstationen, Kommandoposten, Flugabwehrsysteme, Schiffe und einen Helikopter. Die Einschläge muss sich der Beobachter dann selbst dazu denken. Die Nachrichtendienste schreiben vom „Getöse auf der Krim“ und einer „erfolgreichen Entmilitarisierung der Halbinsel“. Rund ein Dutzend Radarstationen werden aufgezählt, die zerstört worden seien.

„Seit einigen Tagen zittern die Invasoren auf der vorübergehend besetzten Krim vor einem nie dagewesenen Getöse“, heißt es im Telegram-Post: „Ihre teuren Luftabwehrsysteme waren den präzisen Schlägen der Nachrichtendienste des ukrainischen Verteidigungsministeriums hilflos ausgeliefert.“

Ukraine trifft zwei Schiffe: Schlepper einst von Russland beschlagnahmt

Zu den weiteren Zielen zählten drei Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme der Marke Panzir S-1 sowie ein S-300-Flugabwehrraketensystem. Auch auf dem Wasser schlugen die Ukrainer zu, wollen das Transport- und Schleppschiff des Projekts S4236 und den Universalschlepper Fjodor Urjupin getroffen haben.

Gehörte einst zur ukrainischen Flotte: Der Universalschlepper Fjodor Urjupin soll nun schon zum zweiten Mal einen Treffer kassiert haben.

Letzterer wurde Berichten zufolge bereits Ende vergangenen Jahres über der Wasserlinie von einer Drohne erwischt und soll bereits damals Schaden genommen haben. Der Schlepper wurde 2010 erbaut und vier Jahre später im Zuge der Annexion der Krim von Russland beschlagnahmt.

Hubschrauber von Putin auf Krim getroffen: Ukraine erwischt Ziel auf Flugplatz

Opfer der ukrainischen Luftangriffe wurde zudem ein Mi-8-Hubschrauber, der den Aufnahmen zufolge offenbar auf einem Flugplatz auf seinen nächsten Einsatz wartete, nun aber nie wieder abheben wird. Bei dem Modell handelt es sich um einen Mehrzweckhubschrauber, von dem es insgesamt eine fünfstellige Anzahl geben soll.

Laut flugzeuginfo.net fasst die Maschine 32 Passagiere, erreicht eine Geschwindigkeit von 259 km/h und kann bis zu 4500 Meter hoch aufsteigen. Die Reichweite wird mit 500 Kilometern angegeben, die maximale Startmasse beträgt demnach 12.000 Kilogramm.

Russischer Verlust: Ein solcher Mi-8-Helikopter soll Opfer der ukrainischen Luftangriffe auf der Krim geworden sein. (Archivbild)

Die Nachrichtendienste danken im Zusammenhang mit dem Einsatz dem Wohltätigkeitsfonds „Turn Back Live“, der einen beträchtlichen Beitrag geleistet habe. Die nichtstaatliche und gemeinnützige Organisation beschreibt sich selbst als größte Stiftung der Ukraine, sie will bereits mehr als 330 Millionen US-Dollar für Kiews Armee gesammelt haben.

Russland greift Odessa massiv mit Drohnen an: „So sieht Putins Waffenstillstand aus“

Trotz der erfolgreichen Luftschläge geht von der Krim weiter eine beträchtliche Gefahr aus, wie die Überwachungsgruppe „Crimean Wind“ berichtet. Auf ihrem Telegram-Kanal ist zu Videos von verheerenden Bränden zu lesen, Odessa habe den massivsten Angriff mit unbemannten Flugobjekten in diesem Krieg erlebt.

Die Drohnen seien auf eine Höhe von rund 2000 Metern aufgestiegen, bevor sie ihr Ziel anflogen, daher sei es so gut wie unmöglich gewesen, sie mit gewöhnlichen Handfeuerwaffen abzuschießen. Demnach starteten die Drohnen von der Krim aus.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Andrij Jermak, Leiter des Präsidentenbüros, schrieb auf Telegram: „Odessa steht in Flammen, russische Drohnen beschießen zivile Ziele in der Stadt, es gibt Tote.“ Auch die zentral im Land gelegene Industriestadt Kropywnyzkyj wurde aus der Luft beschossen, wozu Jermak kommentierte: „So sieht Putins Waffenstillstand aus. Russland macht sich einen Spaß daraus, Zivilisten anzugreifen.“

In der kommenden Woche sollen auf Initiative von Trump in Saudi-Arabien Gespräche über eine begrenzte Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine beginnen. Bis dahin müssen sich die Menschen im überfallenen Land wohl noch auf einiges gefasst machen. Putin scheint keinesfalls kriegsmüde zu werden. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS, Screenshot Twitter/@DI_Ukraine

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