Große Frage im Ukraine-Krieg

Geisteskrank? Putins Gesundheitszustand hat für US-Nachrichtendienste höchste Priorität - „außer Kontrolle“

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Der Geisteszustand des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat laut Medienberichten nun oberste Priorität bei den amerikanischen Nachrichtendiensten. Was ist der Anlass?

USA - In den vergangenen Tagen des Ukraine-Konflikts war die geistige Verfassung des russischen Präsidenten Wladimir Putin offenbar für die Geheimdienste der USA von höchster Priorität. Medienberichten zufolge soll versucht werden, gesicherte Informationen darüber zu sammeln, wie sich Putins Geisteszustand auf seinen Umgang mit der eskalierenden Krise in der Ukraine auswirkt.

Es wird von einer Veränderung in Putins Verhalten gesprochen. Er soll immer unberechenbarer und irrationaler werden, wie mehrere Personen, die Putin seit längerer Zeit beobachten, kürzlich mitteilten.

Ukraine-Krieg: Putins Geisteszustand auf hoher Priorität für US-Nachrichtendienste

Gegenüber NBC antwortete der ehemalige Russland-Botschafter der USA, Michael McFaul, am Sonntag auf die Frage, ob der russische Präsident rational agieren würde: „Aus SWIFT herausgeworfen zu werden, wie es Russland passiert ist und dann als Präsident Russlands sich vor seine Generäle zu stellen und zu sagen ‚Wir müssen uns für einen nuklearen Krieg vorbereiten‘, das klingt für mich nicht sehr rational.“

Der ehemalige Botschafter verweist auch darauf, dass die Zeit während der Pandemie eine Abkehr von der Realität, die er bereits in der Vergangenheit bei Putin erkannt haben will, noch verschlimmert haben könnte. „Er ist draußen in seinem Lager, kommt nicht oft in die Stadt, unter Covid wurde er noch weiter isoliert.“

Auf Twitter listet McFaul seine Sicht von Putins Verfassung nochmals auf: „Wenn Diktatoren über Dekaden herrschen, hören sie 1. auf, auf ihre Berater zu hören, 2. verlieren den Kontakt mit der Realität, 3. verbringen viel Zeit alleine und 4. übernehmen sich. Das ist genau das, was mit Putin passiert ist.“

Putins Geisteszustand: Zweiter Experte mit klarer Einschätzung

James Clapper, ehemaliger Direktor der nationalen Nachrichtendienste unter der Obama Regierung, schätzt den psychischen Zustand des russischen Präsidenten ebenfalls als besorgniserregend ein. In einem Interview mit CNN führt er an: „Ich persönlich denke, er ist außer Kontrolle.“ Weiter meint er: „Ich mache mir Sorgen um seinen Scharfsinn und seine Balance.“

Putins Psyche als Knackpunkt im Ukraine-Konflikt

Seit Russland am 24. Februar mit der Invasion der Ukraine begann, sollen hochrangige US-Beamte die Geheimdienste beauftragt haben, neue Informationen über Putin zu sammeln. CNN berichtet davon, dass diese Informationen beinhalten sollen, wie die aktuelle Verfassung des russischen Präsidenten ist, wie er den unerwarteten Zusammenhalt und wie er die harte Reaktion seiner europäischen Nachbarn aufnimmt.

Putin stellt für die US-Geheimdienste ein „Hard Target“ - ein schwieriges Ziel - dar. Seit 1999 regiert Putin in Russland, jedoch fehlt den Geheimdiensten der Einblick in die persönlichen Entscheidungsprozesse des ehemaligen KGB-Offiziers, auch wenn über seine offizielle Laufbahn extrem viel bekannt ist.

Bezüglich Putins genereller gesundheitlicher Verfassung lägen wenige neue Informationen, welche irgendwelche bestimmten Veränderungen belegen könnten, teilt ein US-Beamter gegenüber CNN mit. Seitens der US-Behörden sei man zudem sehr aufmerksam, ob es sich nicht möglicherweise auch um eine Strategie Putins handeln könnte, wonach er Instabilität suggerieren könnte, um bei seinen Gegnern Angst auszulösen, er könne womöglich noch schlimmeres tun.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine erschüttert Europa und die Welt. Mit aktuellen Karten und Visualisierungen begleiten wir hier den Konflikt und seine Auswirkungen fortwährend. (mda)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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