Tote und verletzte Soldaten

Schwere Verluste für Russland: Attacke auf Putins Flugplätze noch verheerender als gedacht

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Die Ukraine intensiviert ihre Angriffe auf Russland. Die Drohnenangriffe zielen vorrangig auf Flugplätze. Doch über die genauen Verluste gibt es Rätselraten.

Update vom 6. April, 7.43 Uhr: Die ukrainische Armee will durch die Intensivierung ihrer Drohnenangriffe erhebliche Schäden an Russlands militärischer Infrastruktur verursacht haben. Sicherheitsquellen in Kiew meldeten die Zerstörung oder Beschädigung von 19 russischen Kampfflugzeugen innerhalb weniger Tage, so die Nachrichtenagentur dpa. Zuvor war stets von sechs zerstörten Flugzeugen die Rede. Russische Zivilbehörden bestätigten zwar eine Zunahme der ukrainischen Drohnenangriffe in mehreren Regionen, in denen sich Militärflugplätze befinden, stritten jedoch den Verlust der Flugzeuge ab. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) konnte die Behauptungen aus Kiew bisher nicht durch Satellitenbilder bestätigen.

Massiver Verluste für Putins Luftwaffe: Ukraine attackiert russischen Flugplatz

Erstmeldung: Rostow – Die Ukraine hat den russischen Luftwaffenstützpunkt Morozovsk in der südrussischen Region Rostow ins Visier genommen. Die Operation ist offenbar ein Werk aus der Zusammenarbeit zwischen ukrainischen Sicherheitsdiensten und dem Militär. Der Angriff folgte auf vorherige Luftschläge der Ukraine auf die russische Industrie.

Dieses Bild aus einem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichten Video zeigt Bodenkampfjets der russischen Luftwaffe, die während eines Einsatzes über der Ukraine Raketen abfeuern (Archivbild)

Laut Quellen aus den ukrainischen Sicherheitsdiensten, die sich gegenüber der ukrainischen Zeitung Ukrainska Prawda äußerten, wurden mindestens sechs Flugzeuge zerstört, die auf dem Flugplatz stationiert waren. Diese Flugzeuge der russischen Luftwaffe wurden genutzt, um Gleitbomben auf ukrainische Militärstellungen und nahe der Front gelegene Siedlungen abzuwerfen. Zusätzlich wurden acht weitere Flugzeuge durch den Angriff schwer beschädigt.

Ukrainischer Luftangriff auf russischen Flugplatz: 20 russische Soldaten getötet oder verletzt

Vor diesem Hintergrund hatte der Gouverneur von Rostow, Wassili Golubew, bereits von einem „massiven Drohnenangriff“ berichtet. Über 40 Drohnen wurden laut russischen Angaben von der eigenen Luftabwehr in Rostow abgeschossen. Die Stadt Morozovsk, in der sich der Flugplatz befindet, liegt ebenfalls in Rostow.

Die lokalen russischen Behörden bestätigten den Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt, der in der Nacht vom 4. auf den 5. April stattfand, so Ukrainska Pravda. Eine anonyme Quelle habe angegeben, dass etwa 20 Mitglieder des russischen Militärs durch den Angriff getötet oder verletzt worden seien. Eine unabhängige Bestätigung dieser Berichte steht noch aus.

Russland hat im Ukraine-Krieg zivile Infrastruktur als Angriffsziel

Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs führt Russland regelmäßig Luftangriffe auf ukrainisches Territorium durch. Dabei zielt die Armee unter Wladimir Putin nicht nur auf Zivilisten, sondern auch auf die Infrastruktur des Landes. Im März 2024 wurde das ukrainische Energiesystem mit 151 Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen von Russland bombardiert, was in der Großstadt Charkiw zu einem nahezu vollständigen Stromausfall führte.

Ukraine-Krieg reicht jetzt bis nach Moskau: Fotos zeigen den Schaden durch Drohnen-Angriffe

Mehrere Wohngebäude werden geringfügig beschädigt, zwei Menschen leicht verletzt.
Am frühen Dienstagmorgen meldete die russische Hauptstadt verschiedene Drohnenangriffe. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück.
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock.
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock. © IMAGO/Aleksey Nikolskyi/SNA
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden.
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden. © Tass/IMAGO/Vitaly Smolnikov
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab.
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab. © IMAGO/Denis Bocharov
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen.
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen.
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder.
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause.
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über.
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass

Ukraine beschießt Ziele in Russland: Drohnenangriff auf russische Ölraffinerie und Drohnenfabrik

Am 2. April berichtete Russland über Drohnenangriffe der Ukraine auf russisches Territorium. Eine Drohnenfabrik in der russischen Teilrepublik Tatarstan, mehr als 1300 Kilometer hinter der russischen Grenze, wurde angegriffen. Ukrainische Geheimdienste bestätigten später gegenüber Medien, dass der Angriff von der Ukraine ausgeführt wurde.

In der Nacht auf den 3. April wurde die drittgrößte Ölraffinerie Russlands in der Stadt Nizhnekamsk angegriffen. Schätzungen zufolge wurden durch Angriffe auf russische Ölraffinerien zwischen 12 und 14 % der Raffineriekapazitäten Russlands lahmgelegt.

Bereits im Dezember 2023 hatte es einen Angriff auf den Flugplatz Morozovsk gegeben. Ukrainska Prawda berichtete damals unter Berufung auf eine anonyme Quelle, dass dabei „enormer Schaden“ entstanden sei. Seit Mai 2023 greift die Ukraine mit Drohnen Ziele auf russischem Territorium an.

Redakteurin Paula Völkner hat diesen Artikel verfasst. Redakteur Bedrettin Bölükbasi hat anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

Rubriklistenbild: © Rusian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

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