Debatte zum Ukraine-Krieg

Putin-Rede ein „Zeugnis von Realitätsverlust“ – Harte Reaktionen auf Ansprache

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Bei seiner Ansprache an die Nation tätigte Putin viele fragwürdige Aussagen. Wie haben die Presse und die User von Social-Media darauf reagiert?

München/Moskau - Insgesamt über eine Stunde und 50 Minuten hat Wladimir Putin in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstagvormittag zum russischen Volk und indirekt der ganzen Welt gesprochen. In einem Rundumschlag gab er dem Westen und insbesondere der USA die Schuld an dem Krieg zwischen seiner Nation und der Ukraine.

Mit erhobenen Zeigefinger schiebt Putin dem Westen die Schuld am Ukraine-Krieg zu. Wie reagieren die Medien auf diese Aussagen.

„Wir haben versucht, diesen Krieg zu stoppen und verteidigen nur unser eigenes Haus“, sagte der russische Präsident bei seiner Rede, die man im Live-Ticker nacherleben kann. Doch wie haben die Medien auf die Rede des russischen Machthabers reagiert und die Behauptungen eingeordnet?

Putin-Rede in der Presseschau: Fokus auf Wiedergabe der Hauptaussagen in deutschen Medien

Fast alle Medienhäuser beschränken sich auf eine wörtliche Übersetzung der wichtigsten Aussagen Putins. Beispielsweise titelt tagesschau.de: „Der Westen hat ‚den Krieg losgetreten‘“. Während andere Publikationen bereits den Austritt Russlands aus dem Atomwaffen-Kontrollvertrag im Fokus haben. „Wladimir Putin will letzten großen Abrüstungsvertrag aussetzen“, titelt Zeit Online auf ihrer Homepage.

Währenddessen gehen User auf Twitter verstärkt auf den Inhalt der Rede des russischen Machthabers ein und äußern ihre Kritik oder Unglauben darüber. Beispielsweise empört sich der Studioleiter der ARD in Brüssel, Markus Preiß, auf seinem privaten Twitter-Account, über die Behauptung Putins, der Westen habe den Krieg angefangen. Diese Äußerung mache ihm deutlich, warum Gespräche mit dem russischen Präsidenten keinen Sinn mehr ergeben.

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User auf Twitter über Putin-Aussagen empört - „Putin lügt wie gedruckt“

„Seine Rede ist bislang auf jeden Fall ein beeindruckendes Dokument von Realitätsverlust“, resümiert Preiß die Ansprache Putins an die Nation. Eine andere Aussage stellt Erik Flügge, Kolumnist beim Kölner Stadtanzeiger, mit seinem Tweet in den Fokus. Der Satz Putins, im Westen sollen Priester gezwungen werden, gleichgeschlechtliche Ehen zu schließen, entkräftete Flügge mit dem Fakt: „Einem katholischen Priester ist es weltweit noch immer verboten, eine gleichgeschlechtliche Ehe zu schließen.“ Für Flügge ist klar: „Wer nicht zumindest an diesem Satz erkennt, dass Putin lügt wie gedruckt, will nichts erkennen.“

Ein Ende des Ukraine-Kriegs durch Verhandlungen erscheinen aktuell in weiter Ferne. Der russische Ex-Präsident Dmitrij Medwedew hält nichts von Verhandlungen. (Patryk Kubocz)

Rubriklistenbild: © ITAR-TASS/imago-images

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