Seltene Auslandsreise: Kim reist nach Peking zu Militärparade und Treffen mit Xi und Putin
VonJekaterina Jalunina
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Nordkoreas Machthaber wird zur Militärparade in Peking erwartet. Für Kim Jong-un ist es das erste Treffen mit mehreren Staatschefs.
Pjöngjang/Peking – Für eine seiner seltenen Auslandsreisen ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Pjöngjang in seinem Privatzug in Richtung Peking aufgebrochen. Kim, der in China morgen an einer Militärparade in Peking zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans und des Endes des Zweiten Weltkriegs teilnehmen wird, werde unter anderem von Außenministerin Choe Son Hui begleitet, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Ereignis ist Kims erstes multilaterales Treffen seit seiner Amtsübernahme vor rund 14 Jahren.
Einblicke ins Reich von Kim Jong-un: Alltag in Nordkorea
Es wird erwartet, dass er in Peking Chinas Staatschef Xi Jinping und den russischen Präsidenten Wladimir Putin auch zu persönlichen Gesprächen trifft. Kim Jong-un verlässt sein Land überaus selten. Zuletzt war Nordkoreas Machthaber 2019 in China.
Nordkoreas Machthaber auf dem Weg nach China – Pjöngjang sucht Nähe zu Moskau und Peking
Laut Angaben der Parteizeitung Rodong Shinmun soll Kim am Dienstagmorgen (Ortszeit) bereits die Grenze zu China passiert haben. Für das verschlossene Nordkorea ist es ungewöhnlich, dass die Staatsmedien derart zeitnah über Details zu einer Auslandsreise ihres Machthabers berichten.
Die Volksrepublik gilt als wichtiger wirtschaftlicher Unterstützer des durch internationale Sanktionen stark isolierten Landes. Vor allem aber hat Nordkorea in den vergangenen Jahren seine Beziehungen gegenüber Moskau intensiviert. So hat Kim Jong-un Munition, Waffen und über zehntausend Soldaten nach Russland entsandt, um im Krieg gegen die Ukraine Unterstützung zu leisten.
Mehr als 20 Staatschefs bei Pekinger Militärparade – Kim Jong-un setzt auf Machtdemonstration
Zu der Militärparade in Peking werden mehr als 20 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko und Irans Präsident Massud Peseschkian.
Kurz vor seiner Abreise inspizierte Kim Jong-un laut KCNA unter anderem eine neue Raketenfabrik sowie eine Produktionsanlage von Festbrennstoff. Das kann als Schritt gesehen werden, um seine Verhandlungsposition für potenzielle Gespräche mit den USA zu verbessern. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump Ende August sein Interesse für ein weiteres Treffen mit Kim für dieses Jahr bekundet. (dpa)