Treffen in Alaska

Putin spricht bei Trump-Treffen plötzlich Englisch: Sein Satz bringt Trump in Bedrängnis

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Für die Ukraine gibt es nach dem Trump-Putin-Treffen vorerst keine Wende. Für Wirbel sorgt ein überraschender Satz des russischen Präsidenten.

Update vom 17. August, 10 Uhr: „Das nächste Mal in Moskau“, sagte Wladimir Putin zu Donald Trump bei der Pressekonferenz zum Alaska-Gipfel auf Englisch – und brachte damit den US-Präsidenten in Bedrängnis (siehe Bericht unten). Die beiden Staatsoberhäupter hatten daneben noch einige weitere Minuten, in denen sie auf Englisch sprachen: Putin fuhr in Trumps gepanzerter Limousine „The Beast“ vom Flughafen der Militärbasis Anchorage zu den Konferenzräumen, wo ihr Treffen stattfand. Dolmetscher waren im Wagen nicht dabei.

Da Trump kein Russisch spricht, kommunizierten die beiden im Auto wohl auf Englisch, das Putin einigermaßen gut beherrschen soll. Zudem: In dem Wagen konnten die Trump und Putin unter vier Augen kommunizieren, während später beim Gipfel weitere Vertreter aus Russland und den USA dabei waren.

Plötzlich sagt Putin überraschenden Satz auf Englisch – und bringt Trump in Bedrängnis

Erstmeldung: Anchorage - Schon die Begrüßung fiel überraschend herzlich aus. Donald Trump und Wladimir Putin schüttelten sich auf dem roten Teppich in Alaska lange die Hände, wirkten vertraut und fast freundschaftlich verbunden. Von harten Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs angesichts täglich sterbender Menschen war wenig zu sehen. Doch Wirkung hat das Treffen sicherlich dennoch – das zeigt besonders ein Moment während des Abschlussstatements.

Putin trifft Trump in Alaska. Eine Wende für den Ukriane-Krieg bleibt vorerst aus.

Fast drei Stunden lang saßen Trump und Putin gemeinsam mit ihren Delegationen zusammen. Als Putin und Trump dann anschließend vor die Presse traten, war von Fortschritten mit Blick auf die Ukraine wenig Handfestes zu erkennen. Vielmehr scheint es eine Annäherung zwischen Russland und den USA gegeben zu haben – gerade mit Blick auf eine wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Trump trifft Putin in Alaska: Kein Deal für die Ukraine – Russland feiert

Das zeigt auch das Fazit der russischen Nachrichtenagentur Tass. Hier liegt der Fokus ganz klar auf wirtschaftlichen Ergebnissen des Treffens für Russland und die USA. Die Ukraine kommt eher am Rande vor. In Kiew dürften besonders die Alarmglocken geläutet haben, als Putin davon sprach, dass die „Grundursachen“ des Konflikts beseitigt werden müssten. Das klingt weiter nach den maximalistischen Forderungen Russlands mit Blick auf die Ukraine. Dazu gehört auch der Anspruch, die besetzten Teile der Ukraine, als Teil von Russland zu verstehen. Spätestens hier war klar: Es gibt keinen Deal bei diesem Treffen in Alaska. Entsprechend negativ fielen die Reaktionen im Westen auf das Trump-Putin-Treffen aus. Dabei ist aktuell noch offen, ob es vielleicht doch echte Ergebnisse gibt. Putin und Trump verkündeten nichts.

Bemerkenswert war auch, dass bei den Abschlusstatements Putin zuerst das Wort gegeben wurde, obwohl Trump der Gastgeber des Treffens in Alaska war. Minutenlang stand der US-Präsident still daneben, als Russlands Präsident die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit genoss. Ein enormer politischer Erfolg für Putin, da Trump ihm aus der diplomatischen Isolation verhilft.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Trump selbst sprach anschließend ebenfalls auffallend wenig über die Ukraine. Sah schlicht ein „äußerst produktives Treffen“, nannte keine weiteren Details. Er sagte nur: Es seien „viele Punkte“ vereinbart worden, nur wenige seien noch offen. Auch die angedrohten „schweren Konsequenzen“ für Russland, falls man keinen Waffenstillstand erreiche, erwähnte Trump nicht. „Wir sind nicht dorthin gekommen“, so Trump schlicht. Das war es.

Putin spricht bei Trump-Treffen plötzlich Englisch: Sein Satz bringt Trump in Bedrängnis

Zum Ende des Statements gab es dann noch einen Moment, der die gesamte Atmosphäre des Treffens wohl gut beschreibt. „Wir sehen uns wahrscheinlich sehr bald wieder“, sagte Trump zum Ende seiner Rede in Richtung Putin. Und Russlands Präsident antwortete seinem US-Pendant plötzlich auf Englisch mit den Worten: „Das nächste Mal in Moskau“. Ein seltenes Ereignis, dass Russlands Präsident Englisch spricht. Wohl ein Zeichen, wie wohl er sich fühlte. Obendrauf kicherte Putin bei seinem Satz.

Von diesem Statement war offenbar sogar Donald Trump überrascht: „Oh, das ist interessant“, reagierte er. Dass dies ein weiterer enormer politischer Erfolg für Putin wäre, war Trump offenbar zumindest teilweise bewusst, denn er schob hinterher: „Ich werde dafür etwas Ärger bekommen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es passiert“. Und so endete das Treffen auf persönlicher Ebene genau so, wie es wohl mit Blick auf die Ukraine inhaltlich verlaufen war: freundschaftlich vage.

Rubriklistenbild: © Julia Demaree Nikhinson/dpa

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