Nach Biden-Vorstoß

Putins korruptester Politiker will Vermögen westlicher Unternehmen beschlagnahmen - „fair“

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Wladimir Putin (M), Dmitri Medwedew (l) und Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin (R) dem Unterhaus des russischen Parlaments. (Archivbild)

Die USA wollen mit den beschlagnahmten russischen Vermögen die Ukraine unterstützen. Ein mächtiger Putin-Vertrauter kontert jetzt und droht dem Westen.

Moskau - Der wirtschaftliche Schlagabtausch zwischen Russland und dem Westen im Rahmen des Ukraine-Konflikts könnte sich ausweiten. Russland überlegt nun, die Vermögen von Unternehmen aus „feindlichen Ländern“ zu beschlagnahmen.

Dies sei eine mögliche Reaktion auf die US-Ankündigung, beschlagnahmtes Vermögen russischer Oligarchen der Ukraine zukommen zu lassen, schrieb am Sonntag Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin im Onlinedienst Telegram. Er gilt als enger Vertrauter Wladimir Putins und nach ntv-Angaben auch als einer der korruptesten Politiker in dessen Machtapparat. Das durch den möglichen Verkauf des Vermögens eingenommene Geld solle der Entwicklung Russlands zugute kommen.

Ukraine-Konflikt: Russland kontert USA-Ansage zu Vermögenswerten

US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag angekündigt, beschlagnahmtes Vermögen russischer Oligarchen der Ukraine zukommen lassen zu wollen. Das Geld solle an die Ukraine überwiesen werden, um „das von Russland verursachte Leid“ und die verursachten Schäden teilweise wiedergutzumachen.

Mit dieser Ankündigung hätten die USA „einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen, der als Bumerang auf die USA zurückkehren könnte“, erklärte nun Wolodin. Es sei „fair, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und Vermögen zu beschlagnahmen“. Dabei gehe es um „auf russischem Territorium ansässige Unternehmen, deren Eigentümer Staatsbürger feindlicher Länder sind“, in denen die Entscheidung zur Beschlagnahmung getroffen wurden.

Wolodin beschuldigte „eine bestimmte Zahl an feindlichen Ländern - Litauen, Polen und selbst die USA“ des „puren Diebstahls“.

Erst vor wenigen Tagen hatte Wolodin angekündigt, dass Russland nach den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland Schadenersatz von Europa fordern werde. (afp/rjs)

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