Eskalation an der Grenze

Putin will Pufferzone im Ukraine-Krieg: Massive Angriffe gemeldet

  • schließen

In der Region Kursk verkündet Russland seinen Sieg. Nun folgt der nächste Schritt mit der Pufferzone. Die Ukraine spricht von Täuschung.

Kiew – Russische Truppen versuchen offenbar, in der ukrainischen Region Sumy eine Pufferzone zu errichten. Die Region Sumy grenzt an die russische Region Kursk, wo russische Streitkräfte kürzlich Gebiete zurückerobern konnten. Kiew äußert seit Monaten Besorgnis über derlei Versuche Moskaus im Ukraine-Krieg.

„Derzeit setzt der Feind seine Versuche fort, eine Pufferzone in unserer Region zu schaffen, erzielt jedoch keine nennenswerten Fortschritte“, so der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorov, laut RBC Ukraine. Russland wende unterdessen „seine übliche Taktik an, zivile Infrastruktur zu zerstören“. Dies geschehe in den Dörfern Zhuravka und Veselivka in der Gemeinde Khotin sowie in Basivka und Novenke in der Gemeinde Yunakivka, so Hryhorov in der Meldung vom Dienstag (29. April).

Um zweites Kursk zu verhindern: Putins Russland will offenbar Pufferzone nahe ukrainischer Grenze erobern

Weiterhin habe er erklärt, dass diese Siedlungen in einer Grauzone liegen, in der aktive Kampfhandlungen stattfinden. Die Siedlungen stünden nicht unter russischer Kontrolle, und derzeit sei von einer Besetzung keine Rede. Alle Zivilisten seien vollständig aus den Gebieten evakuiert worden.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Analysten zufolge versucht Moskau in Sumy, eine verteidigungsfähige Pufferzone zu schaffen, um die Kiewer Streitkräfte daran zu hindern, eine weitere grenzüberschreitende Invasion in Russland zu starten. Das schreibt die britische Zeitung The Telegraph. Letzten August waren ukrainische Streitkräfte in einer überraschenden Offensive in Kursk einmarschiert. Am Wochenende gab Russland jedoch bekannt, dass es die gesamte Region zurückerobert habe.

Kiew lehnt Waffenruhe ab: Selenskyj sieht in Putins Vorstoß keinen echten Friedensplan

Eine Bestätigung Kiews steht noch aus. Doch am Montag (28. April) lobten der russische Präsident Wladimir Putin und nordkoreanische Regierungsvertreter erstmals offen den Erfolg ihrer gemeinsamen Militäroperationen in Kursk. Am selben Tag kündigte Putin eine einseitige dreitägige Waffenruhe für nächste Woche an, die mit dem 80. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland zusammenfällt. Dieser wird mit einer großen Militärparade in Moskau gefeiert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Waffenstillstandsvorschlag effektiv abgelehnt und ihn als Versuch bezeichnet, „die Vereinigten Staaten zu täuschen“, und nicht als Weg zu einem „echten und dauerhaften Frieden“. Diesen Sommer bereite Russland „unter dem Deckmantel von Militärübungen etwas vor“, erklärte er am Dienstag auf einem Gipfeltreffen in Warschau, ohne jedoch Beweise vorzulegen. Russland und Belarus haben für September gemeinsame Militärmanöver angekündigt.

Trump glaubt an Putin: US-Präsident vertraut weiter auf russischen Friedenswillen im Ukraine-Krieg

US-Präsident Donald Trump ist derweil weiter vom guten Willen Russlands überzeugt. Putin wolle Frieden in der Ukraine, so Trump am Dienstag, dem 100. Tag seiner zweiten Amtszeit im Weißen Haus, gegenüber ABC News. „Ich denke, er will das“, bekundete der Republikaner. „Ich glaube, sein Traum war es, das ganze Land einzunehmen, aber meinetwegen wird ihm das nicht gelingen“, fuhr er fort. Auf Nachfrage, ob dem russischen Staatschef vertraue, antwortete Trump: „Ich vertraue nicht vielen Menschen“.

Russlands Präsident Wladimir Putin will offenbar eine militärische Pufferzone in der ukrainischen Region Sumy einrichten.

Nach einem Treffen mit Selenskyj in Rom hatte der US-Präsident am Samstag (26. April) zunächst Zweifel daran geäußert, ob Russland zu einem Friedensschluss mit der Ukraine bereit sei. Zudem hatte er Moskau mit Strafmaßnahmen gedroht, nachdem bei erneuten russischen Angriffen zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen waren. (tpn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Vladimir Smirnov

Kommentare