VonAlexander Eser-Rupertischließen
Auch im Ukraine-Krieg ist die Kriegsführung zunehmend digitalisiert. Die Ukraine bedient sich nun einer Kriegs-App namens „Gis Arta“.
Kiew – Putins Armee im Nachteil? Digitale Kriegsführung spielt auch im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht nur um Propaganda oder Desinformation, sondern auch um die reale militärische Kriegsführung: Die Ukraine setzt nun eine App namens „Gis Arta“ ein, um russische Truppen aufzuspüren. Das System soll helfen, russische Zieldaten zu berechnen. Moderne Technologie digitalisiert, um das Töten noch effektiver zu gestalten. Die russischen Streitkräfte wollen derweil ebenfalls auf modernste Waffensysteme zurückgreifen – sogenannte „Laserwaffen“ vom Typ „Zadira“. Derzeit gibt es nur wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kriegshandlungen und diplomatische Lösungen.
Putins Armee im Ukraine-Krieg: App „Gis Arta“ hilft beim Aufspüren russischer Truppen
Henry Kissinger hatte im Ukraine-Krieg zuletzt Gebietsabtretungen angeregt, um das Sterben zu stoppen, doch bisher gibt es keinerlei Zeichen der Entspannung. Der Krieg ist in vollem Gange, dabei wird von beiden Seiten auf modernste Technologie zurückgegriffen. Aufseiten der ukrainischen Streitkräfte findet nun eine App mit dem Namen „Gis Arta“ Verwendung. Die Anwendung soll dabei helfen, russische Zieldaten zu berechnen. Smartphones bekommen durch sie eine ganz neue Bedeutung in der praktischen Kriegsführung.
Als erstes berichtete der Spiegel über die Anwendung, „Gis Arta“, was kurz für „Gis Art for Artillery“ steht. Sie soll das Ergebnis einer Kooperation zwischen Programmierern aus der Ukraine und Unternehmen aus dem Land von Boris Johnson, nämlich Großbritannien, sein. Über die App, die laut der eigenen Website seitens der ukrainischen Streitkräfte seit 2014 genutzt wird, ist bisher nur wenig bekannt. „Gis Arta“ habe die Reaktionszeit von Abschüssen auf feindliche Stellungen deutlich verringert – von 20. Minuten auf eine Minute.
„Gis Arta“ und die Verwendung der App im Ukraine-Krieg: Welche Aufgabe die Kriegs-App erfüllen soll
Wie der Spiegel und der Business Insider berichten, funktioniert die App „Gis Arta“ wie folgt: Anfangs werden gegnerische Stellungen ausgemacht und identifiziert. Es wird eine digitale Karte erstellt, welche Live-Daten von Aufklärungseinheiten spiegelt und für die entsprechenden Kommandeure einsehbar ist. Die App erkennt zudem, welche Waffensystemen den ukrainischen Streitkräften in der Nähe zur Verfügung stehen, berechnet ihre Reichweite und erfasst die Ziele. Die Entscheidung, welche Waffen letzten Endes genutzt werden, liegt bei den Kommandeuren.
Durch das System können die ukrainischen Streitkräfte im Ukraine-Krieg ihre Geschütze an verschiedenen Orten positionieren, sie gewinnen dadurch an Flexibilität. Es gibt keine Bindung mehr an Artilleriestützpunkte, die zusätzliche Flexibilität macht die Einsatzorte schwerer identifizierbar. Durch die Kriegs-App wird auch das Smartphone zur Waffe. Laut Spiegel gibt es Aufnahmen, auf denen die Nutzung der App durch ukrainische Truppen via Smartphone zu sehen ist.
Ukraine-Krieg: Die Ukraine hat „Gis Arta“, Russland hat angeblich Laserwaffe „Zadira“
Während die Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj sich im Ukraine-Krieg der App „Gis Arta“ zur Kriegsführung bedient, setzt auch Russland unter Wladimir Putin auf moderne Waffensysteme: Dazu gehören Laserwaffen. Eine davon soll den Namen „Zadira“ tragen. Skeptiker zweifeln an der Effektivität der Technologie, Moskau hingegen sieht darin eine möglicherweise kriegsentscheidende Wunderwaffe. Mit einer neuen Generation leistungsstarker Laserwaffen soll es den russischen Streitkräften leichter fallen, ukrainische Drohnen sowie leichte Fluggeräte abzuschießen, das erklärte das russische Militär jüngst.
Der russische Vizeregierungschef Juri Borissow hatte laut Spiegel erklärt: „Unsere Physiker haben Lasersysteme entwickelt, die um ein Vielfaches leistungsstärker sind, was die Verbrennung verschiedener Ziele erlaubt, und bauen sie auch praktisch schon serienreif“. Die Laserwaffe „Zadira“ soll laut russischen Angaben eine Reichweite von fünf Kilometern haben und somit Drohnen in dieser Höhe abschießen können.
Das Töten im Ukraine-Krieg nimmt kein Ende, stattdessen wird allseits auf immer modernere, tödlichere und effektivere Mittel der Kriegsführung gesetzt. Es bleibt zu hoffen, dass moderne Waffensysteme auf allen Seiten schon bald keine Rolle mehr spielen, denn es braucht keine weitere Eskalation – sondern Frieden.
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