VonPatrick Mayerschließen
Die HIMARS fügen der russischen Armee im Ukraine-Krieg enorme Schäden zu. Der US-Hersteller modifiziert nun den Mehrfachraketenwerfer.
Bethesda – Sie sind im Ukraine-Krieg der Horror für die russische Invasionsarmee: die HIMARS-Mehrfachraketenwerfer. Während Moskau-Autokrat Wladimir Putin immer mehr junge (und ältere) russische Männer in den Tod schickt, fügen die ukrainischen Streitkräfte seinen Truppen mit dieser Waffe schwere Verluste zu.
HIMARS für die Ukraine: US-Hersteller modifiziert Mehrfachraketenwerfer
Die Ukraine bekam von den USA nun auch die wuchtigen ATACMS-Streumunition-Raketen – prompt meldete Kiew eine erfolgreiche Attacke damit auf zwei russische Flugfelder. 1000 Projektile soll eine solche M39-Rakete angeblich verschießen können, wenn sie detoniert. Abgefeuert aus eben jenen hochpräzisen HIMARS-Systemen.
Wäre das militärische Übel für Russland im vom Kreml losgetretenen Krieg nicht schon groß genug, soll der amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin aus Bethesda bei Washington DC nun an einer Weiterentwicklung der HIMARS arbeiten. Davon berichtet das sicherheitspolitische ukrainische Portal Defense Express.
Demnach soll es angeblich möglich sein, absehbar bewegliche Ziele mit den Raketen zu verfolgen und ins Visier zu nehmen. So habe Lockheed Martin getestet, ob sich das sogenannte RIG-360-System auch bei den HIMARS anwenden lässt. Bei besagtem Remote Interceptor Guidance-360 handelt es sich um ein Raketenkommunikationssystem, das mittels eines Datenempfängers die Feuerleitstelle am Boden mit der Rakete „verbindet“. Es soll Raketen steuern, indem es ihnen während des Flugs Zielaktualisierungen über eine Funkwellen-Datenverbindung sendet.
Neues Raketen-System für die HIMARS: Kopiert von Patriot-Flugabwehr
Ursprünglich sollte das RIG-360-System die Flugabwehrraketen des Patriot-Systems von dessen Standard-Radar unabhängig machen. Nun habe Lockheed Martin zudem die Kompatibilität mit den GMLRS-Raketen der HIMARS getestet. Nach Angaben des Unternehmens war der erste Proof-of-Concept-Test ein Erfolg, schreibt das ukrainische Portal.
Erst im November 2022 hatte der amerikanische Rüstungshersteller vermeldet, dass das RIG-360-System erfolgreich bei einer fliegenden PAC-3-Rakete der Patriots funktioniert. Die größte Herausforderung ist demnach die Datenverbindung.
Gelenkte MLRS-Raketen für Ukraine: Absehbar gegen bewegliche Ziele?
Zur Einordnung: Die gelenkten MLRS-Raketen der HIMARS haben eine Reichweite von rund 80 Kilometern, der Einschlag im Ziel erfolgt in der Regel bei über 3000 Kilometer die Stunde. Der Anflug ist für das bloße Auge also nicht zu erkennen, ehe es für die jeweils feindlichen Truppen schon zu spät ist.
Der Überraschungsmoment erschwerte bislang aber auch die Fähigkeit, bewegliche Ziele zu markieren – etwa einen fahrenden Panzerverband. Deshalb kamen die HIMARS im Ukraine-Krieg vor allem gegen Munitionsdepots, Soldatenunterkünfte und russische Artilleriestellungen zum Einsatz. Verschiedene Sensoren sollen beim RIG-360 indes die Zieldaten übermitteln und, deshalb der Name, in der Horizontalen eine Zielerfassung von 360 Grad ermöglichen, schreibt Lockheed Martin.
HIMARS der Ukraine: Raketen gegen bewegliche Ziele brauchen wohl Zeit
Aber: Wie Defense Express berichtet, soll erst 2024 ein Prototyp getestet werden. „Daher wird es noch Jahre dauern, bis die Serienversion erscheint“, heißt es in dem Bericht weiter. Wer weiß, wie lange dieser Krieg noch geht, während Putin ungehemmt Zehntausende seiner Landsleute für seinen Imperialismus opfert. (pm)
Rubriklistenbild: © IMAGO/U.S. Army

