„Staatsterror“

Reaktionen auf US-Angriff auf Venezuela – Starmer: „Vergießen keine Träne“ über Ende von Maduro-Regime

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  • Felix Busjaeger
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Nach dem US-Militäreinsatz gegen Venezuela reagiert die Welt empört. Deutschland warnt vor Rechtsbruch. Maduro-Anhänger protestieren gegen Angriff.

Update, 4. Januar, 6.41 Uhr: Den britischen Premierminister Keir Starmer betrübt die Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro nicht. „Wir betrachteten Maduro als illegitimen Präsidenten und vergießen keine Träne über das Ende seines Regimes“, schrieb Starmer auf der Plattform X. Großbritannien habe seit langem einen Machtwechsel in Venezuela unterstützt. Man werde sich in den kommenden Tagen mit den USA beraten, „da wir einen sicheren und friedlichen Übergang zu einer legitimen Regierung anstreben, die den Willen des venezolanischen Volkes widerspiegelt“, hieß es.

Starmer hatte zuvor deutlich gemacht, dass sein Land nicht an dem US-Militäreinsatz in Venezuela beteiligt war. Er betonte auch die Bedeutung des Völkerrechts, „an das wir uns alle halten sollten“.

Reaktionen auf US-Angriff auf Venezuela: Maduro-Anhänger zeigen sich bewaffnet auf den Straßen

Update, 21:35 Uhr: Als Reaktion auf den US-Angriff in Venezuela haben in Hamburg laut Polizei rund 300 Menschen am Abend demonstriert. Die Organisatoren hatten über soziale Netzwerke spontan zu dem Protest aufgerufen. Die Demonstranten, viele davon aus dem linken Spektrum, hielten Plakate hoch mit Aufschriften wie „USA raus Venezuela“ und „Venezuela geht uns alle an“. Sie zogen bei Schnee und Kälte vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Für Sonntag sind weitere Demonstrationen in Hamburg und Kiel geplant.

„Brandgefährlich für internationale Ordnung“: SPD reagiert auf US-Angriff auf Venezuela

Update, 20:33 Uhr: Nach dem US-Angriff auf Venezuela warnt der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Adis Ahmetovic, vor schwerwiegenden Folgen. „Der heutige Tag ist brandgefährlich für die internationale Ordnung, weil es eine Verschiebung dieser Ordnung ist, wie wir sie kennen, die bislang auf Regeln und Recht basierte“, sagte Ahmetovic dem Fernsehsender phoenix. 

Der SPD-Politiker forderte, alles dafür zu tun, dass es nicht weltweit zu Nachahmungen komme. „Es kann nicht sein, dass wir auf der einen Seite (Russlands Präsidenten Wladimir) Putin dafür kritisieren, dass er die Ukraine völkerrechtswidrig überfällt, und heute überfällt Donald Trump Venezuela ohne UN-Mandat. Ich glaube, gerade reibt sich Peking die Hände, wenn es um die Frage Taiwans geht“, sagte Ahmetovic. 

Reaktionen auf Venezuela-Angriff

Update, 20:14 Uhr: Das venezolanische Volk sei nun frei von der Diktatur Nicolás Maduros und könne nur jubeln, erklärte der französische Präsident. Auf X schrieb Emmanuel Macron: „Durch die Machtergreifung und die Missachtung grundlegender Freiheiten hat Nicolás Maduro die Würde seines eigenen Volkes schwer verletzt. Der bevorstehende Übergang muss friedlich, demokratisch und im Einklang mit dem Willen des venezolanischen Volkes erfolgen.“ Er hoffe, dass Präsident Edmundo González Urrutia, der 2024 gewählt wurde, diesen Übergang so schnell wie möglich gewährleisten kann. „Ich befinde mich derzeit in Gesprächen mit unseren Partnern in der Region. Frankreich ist voll mobilisiert und wachsam, insbesondere um die Sicherheit seiner Bürger in diesen unsicheren Zeiten zu gewährleisten.“

Update, 20:13 Uhr: Mehrere Hundert Menschen haben in Berlin gegen den US-Angriff auf Venezuela protestiert. Die Demonstrantinnen und Demonstranten am Brandenburger Tor forderten, die Bundesregierung und die Vereinten Nationen sollten die Militäraktion offiziell verurteilen und sich für die Freilassung des von US-Kräften festgenommenen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro einsetzen. Zu sehen waren vorwiegend Plakate linker Gruppen.

Eine der Teilnehmerinnen sagte, sie sei da, „weil ich es einfach unmöglich finde, dass jemand ein fremdes Land überfällt und den Präsidenten entführt und bei sich vor Gericht stellt“. Außerdem hätten die USA in Venezuela nichts zu suchen. Ein Demonstrant sagte, er sei schockiert über die Gewalt, die gerade von den USA gegen andere Staaten ausgehe.

Update, 18.36 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat sich angesichts der jüngsten Eskalation in Venezuela und der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch das US-Militär, alarmiert gezeigt. Die Entwicklungen stellten einen gefährlichen Präzedenzfall dar und hätten potenziell weitreichende Folgen für die Region, erklärte ein UN-Sprecher laut der Nachrichtenagentur dpa. Guterres betonte die Notwendigkeit der uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts und der UN-Charta und äußerte Sorge, dass diese Grundsätze nicht gewahrt worden seien. Zugleich rief er alle Akteure in Venezuela zu einem inklusiven Dialog unter Wahrung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit auf.

Update, 17:58 Uhr: Nach dem Angriff der USA auf Venezuela und der Gefangenennahme von Präsident Nicolás Maduro bleibt die Lage in dem südamerikanischem Land weiter angespannt. Während die Menschen dort über das Handeln der US-Streitkräfte laut US-Präsident Donald Trump „happy“ sind und sich auch die Opposition positiv geäußert hatte, wollen die Anhänger des bisherigen Regimes noch nicht aufgeben. So versammelten sich am Nachmittag bewaffnete Anhänger von Maduro zu Protesten gegen die US-Einmischung auf den Straßen in mehreren Städten. Das zeigen Fotos, die die Nachrichtenagentur dpa verbreitete. Meldungen zu Ausschreitungen lagen zunächst aber nicht vor.

Protest gegen US-Angriff auf Venezuela: Maduro-Anhänger versammeln sich bewaffnet auf den Straßen.

Reaktionen auf US-Angriff in Venezuela: US-Präsident Donald Trump äußert sich in Live-PK

Update, 16:05 Uhr: Nach seiner ersten Reaktion in den sozialen Medien hat Donald Trump eine Stellungnahme zu Venezuela im Live-TV angekündigt. Darin wird der US-Präsident sich wohl über das weitere Vorgehen seiner Regierung und die nächsten Schritte äußern.

Erstmeldung vom 3. januar 2026: Caracas – Die USA haben in der Nacht zum Samstag, (3. Januar) einen großangelegten Militäreinsatz gegen Venezuela durchgeführt. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurden dabei der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau festgenommen und außer Landes gebracht.

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Die internationale Reaktion auf diese beispiellose militärische Aktion zeigt eine deutliche Spaltung zwischen verschiedenen Länderblöcken und wirft grundlegende Fragen zum Völkerrecht auf.

Lateinamerikanische Reaktionen auf Venezuela-Angriff: Kuba entsetzt, Argentinien begeistert

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro alarmierte unmittelbar nach den ersten Explosionen die internationale Gemeinschaft: „Sie haben Venezuela angegriffen. Sie greifen mit Raketen an.“ Petro beantragte eine sofortige Krisensitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sowie der UNO, um die Rechtmäßigkeit des Angriffs zu prüfen.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte die Militärschläge als „kriminellen US-Angriff“ auf das verbündete südamerikanische Land. „Unsere Friedenszone wird gerade brutal angegriffen“, schrieb er auf X und forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend zu reagieren. Er bezeichnete das Vorgehen als „Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika“.

Im Gegensatz dazu stellte sich Argentiniens Präsident Javier Milei, ein enger Verbündeter Trumps, an die Seite der USA. „Die Freiheit schreitet voran. Es lebe die Freiheit, verdammt nochmal“, schrieb Milei auf X.

Frankreich, Spanien und Großbritannien appellieren zur Deeskalation in Venezuela

Die europäischen Reaktionen fallen deutlich zurückhaltender aus als die der lateinamerikanischen Nachbarn Venezuelas. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio zur Zurückhaltung auf. Die EU beobachte die Situation vor Ort und wolle sich für die Sicherheit aller EU-Bürgerinnen und -Bürger in Venezuela einsetzen.

Großbritannien, Frankreich und die weiteren europäischen Staaten im UN-Weltsicherheitsrat mahnten zur Deeskalation und zur friedlichen Lösung des Konflikts, ohne die Trump-Regierung direkt zu kritisieren. Gleichzeitig prangerten sie Menschenrechtsverletzungen in Venezuela an und äußerten die Hoffnung auf eine neue, demokratische Regierung.

Spaniens Außenministerium rief zur Deeskalation und zur Respektierung internationalen Rechts auf, bot aber gleichzeitig seine Hilfe an, um „eine friedliche und durch Verhandlungen erzielte Lösung der gegenwärtigen Krise zu erreichen“.

Aus Deutschland kommt deutliche Kritik an dem US-Vorgehen. Die Bundesregierung hat sich mit Blick auf den US-Militäreinsatz in Venezuela besorgt gezeigt. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“, hieß es am Samstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die Lage in dem südamerikanischen Land „ist derzeit in Teilen noch unübersichtlich“. Das Außenministerium stehe „im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas“. Der Krisenstab der Bundesregierung werde im Ministerium zusammentreten.

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic kritisierte den US-Angriff scharf: „Was wir hier mutmaßlich erleben, ist eine hochgefährliche Verschiebung der internationalen Ordnung“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn militärische Gewalt ohne UN-Mandat eingesetzt, Regime-Change offen betrieben und das Völkerrecht zur Verhandlungsmasse degradiert wird, dann ersetzt das Recht des Stärkeren zunehmend die Stärke des Rechts.“

Der Iran, als enger Verbündeter Venezuelas, hat den Militärangriff der USA scharf verurteilt. Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Khamenei verkündete: „Wenn man erkennt, dass der Feind arrogant versucht, dem Land, den Beamten, der Regierung und der Nation etwas aufzuzwingen, muss man dem Feind entschlossen entgegenstehen und sich ihm mit aller Kraft widersetzen. Wir werden dem Feind nicht nachgeben.“

Russland hat als Verbündeter Venezuelas die „bewaffnete Aggression“ der USA gegen das Land verurteilt. „Die Vorwände, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen angeführt werden, sind unhaltbar“, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Wichtig sei jetzt, eine weitere Eskalation zu verhindern und den Dialog zu suchen. Russland sei zur Unterstützung bereit. „Lateinamerika sollte eine Friedenszone bleiben“, hieß es in der Mitteilung weiter. Venezuela habe das Recht, „seine eigene Zukunft ohne destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von außen zu bestimmen“. Russland unterstütze Venezuelas Behörden auch bei der Forderung, unverzüglich eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates einzuberufen.

Vereinte Nationen zu Venezuela: Mehrheit lehnt US-Vorgehen ab

Im UN-Sicherheitsrat, wo Venezuela eine Dringlichkeitssitzung beantragt hatte, lehnt die große Mehrheit der 15 Mitgliedsstaaten die US-Angriffe ab und warnt vor einer weiteren Eskalation. Russland unternahm sogar den Versuch, eine Resolution einzubringen, die das Vorgehen der Trump-Regierung verurteilt.

UN-Expertinnen und -Experten haben die Militärschläge der USA bereits verurteilt und als „außergerichtliche Hinrichtungen“ eingestuft. Sie fordern die Vereinigten Staaten nachdrücklich auf, die Angriffe und Drohungen einzustellen, wie die Tagesschau berichtet.

Nach Angriff auf Venezuela: Scharfe Kritik aus den USA selbst

Bemerkenswert ist, dass bereits aus den USA selbst deutliche Kritik an dem Militäreinsatz laut wird. Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona, ein Veteran des US-Marinekorps, bezeichnete den Krieg gegen Venezuela als „illegal“ und nannte ihn „den zweiten ungerechtfertigten Krieg in meinem Leben“, wie CBS berichtet.

Auch der republikanische Senator Mike Lee aus Utah äußerte verfassungsrechtliche Bedenken und schrieb auf X: „Ich bin gespannt darauf, zu erfahren, was diese Aktion ohne Kriegserklärung oder Genehmigung für den Einsatz militärischer Gewalt verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte.“

Venezuela: Ausnahmezustand und Mobilisierung

Venezuela selbst reagierte mit der Verhängung des Ausnahmezustands und rief zur Mobilisierung auf. Verteidigungsminister Vladimir Padrino kündigte in einer Videobotschaft an: „Sie haben uns angegriffen, aber sie werden uns nicht brechen. Vereint bilden Soldaten und das Volk eine unzerstörbare Mauer des Widerstands.“ Als Reaktion werde es einen „massiven Einsatz aller Land-, Luft-, Marine-, Fluss- und ballistischen Mittel“ geben. (Quellen: AFP, dpa, Reuters, Tagesschau) (sot)

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