Nach Bundestagswahl

Olaf Scholz in Rente: So viel Gehalt kassiert er als Altkanzler

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Kann sich auf seine Rente freuen: Olaf Scholz (SPD).
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Er gilt als Altkanzler in spe: Nach der Bundestagswahl kann sich Olaf Scholz (SPD) wohl auf die Rente vorbereiten. Doch welches Gehalt erwartet ihn?

Berlin – Geplatzter Traum: Für Olaf Scholz (SPD) wird es wohl keine zweite Amtszeit mehr geben. Der Regierungschef hat mit seiner Partei bei der Bundestagswahl 2025 ein historisch schlechteste Ergebnis eingefahren. Persönlich geht der Sozialdemokrat als Kurzzeit-Kanzler in die Geschichte ein. Ähnlich wie Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger (beide CDU) hat er es nur auf eine dreijährige Regentschaft im Kanzleramt geschafft. Doch Scholz muss sich wohl nicht grämen. Als Altkanzler winkt ihm eine auskömmliche Rente.

Nach den Ergebnissen bei der Bundestagswahl liegt die SPD als drittstärkste Kraft hinter der Union mit Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) und der AfD. Dahinter folgen Grüne und Linke, FDP und das Bündnis für Sahra Wagenknecht (BSW) mussten am Wahlabend um den Einzug in den Bundestag zittern.

Rückzug als Kanzler nach Ergebnissen der Bundestagswahl: Diese Rente erwartet Olaf Scholz

In einer ersten Reaktion räumte Olaf Scholz seine Niederlage bei der Bundestagswahl ein und gratulierte Merz zum Sieg. „Er hat jetzt den klaren Regierungsauftrag“, sagte der Kanzler. Dass Scholz selber eine wichtige Rolle in den anstehenden Koalitionsverhandlungen spielen wird – anstatt in Rente zu gehen – schloss er umgehend aus. „Ich werde, wenn es Gespräche gibt, zum Beispiel zwischen der SPD und der Union, nicht der Verhandlungsführer der SPD sein“, sagte er in der „Berliner Runde“ von ARD und ZDF. „Ich habe gesagt, ich bewerbe mich um das Amt des Bundeskanzlers.“ Dies sei sein letzter Job, hatte er auch schon zuvor wenige Tage zuvor im Podcast „Jung&Naiv“ erklärt.

Bestes Alter für die Rente: Scholz winkt üppiges Ruhegehalt

Mit seinen 66 Jahren ist Scholz im besten Alter für den Ruhestand. Um seine Rente muss er sich jedenfalls keine Sorgen machen. Als ehemaliger Bundeskanzler, Bundesminister und Erster Bürgermeister von Hamburg steht ihm ein ordentliches Gehalt für den Lebensabend zu. Doch wie viel Geld genau bekommt Scholz dann?

Übergangsgeld: Wie viel Geld Olaf Scholz als Rentner erwarten kann

Nach dem Ministergesetz steht Scholz ein Übergangsgeld und ein Ruhegehalt zu. Als Kanzler verdiente Scholz mit allen Zulagen rund 30.000 Euro pro Monat. Nach seiner über dreijährigen Amtszeit hat er im Alter einen Anspruch auf 27,74 Prozent seiner aktuellen Amtsbezüge. Wie westen.de berechnet hat, erhält Scholz damit eine Rente von etwa 5700 Euro im Monat. Hinzu kommt aber noch eine Ministerpension, da er auch zuvor schon Arbeits- und Finanzminister in den Vorgängerregierungen war. Außerdem gibt es Aufschläge für seine Zeit als Bundestagsabgeordneter und Bürgermeister.

All dies kann sich zu einer stolzen Renten-Summe zusammen summieren. Bei Angela Merkel sollen sich die Altersbezüge auf rund 15.000 Euro belaufen, hat der Bund der Steuerzahler bereits vor einigen Jahren berechnet. Als Altkanzlerin hat sie zudem Anspruch auf ein Büro im Bundestag und die Bezahlung von Mitarbeitern – auf Lebenszeit. Das gilt dann auch für Scholz – sollte er tatsächlich Friedrich Merz als Kanzler Platz machen und sich aus der Regierungsarbeit zurückziehen.

Lieber Rente als Job in der Wirtschaft: Olaf Scholz hat Plan für die Zukunft

Dass er mit der Rente halbwegs gut leben kann, hat Scholz in der Schlussphase des Wahlkampfes deutlich gemacht. „Aus meiner Sicht ist es nicht so, dass da jetzt noch hinterher was anderes kommen soll“, sagte er zu einer möglichen Niederlage in dem Podcast „Jung & Naiv“. Nach seiner Kanzler-Zeit wolle er wieder „ganz normaler Bürger“ sein. Einen Wechsel in die Wirtschaft, so wie Altkanzler Gerhard Schröder, schloss Scholz definitiv aus. Offenbar hat er einen klaren Plan für die Zukunft.

Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf

Bundestag - Vertrauensfrage
„Fritze Merz erzählt gern Tünkram“ – SPD-Kanzler Scholz am 16. Dezember zu Vorwürfen von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU), der Amtsinhaber sei bei Debatten auf EU-Ebene passiv und melde sich nicht zu Wort. „Tünkram“ ist Plattdeutsch und bedeutet dummes Zeug oder Unsinn. © Michael Kappeler/dpa
Olaf Scholz, Wahlparteitag SPD
„Manch einer hat uns schon abgeschrieben. Das kann unsere sozialdemokratische Partei mit über 160 Jahren Kampferfahrung aber überhaupt nicht beeindrucken.“ – SPD-Ko-Chefin Saskia Esken (rechts) beim Parteitag am 11. Januar in Berlin zu den schwachen Umfragewerten für die Sozialdemokraten und der Hoffnung auf eine Aufholjagd bis zur Wahl. © Imago
Nach Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg-Rechte Proteste
„Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“ – AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa zur Aufnahme des umstrittenen Begriffs in das Wahlprogramm, der im rechten Spektrum für die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund steht. © dpa
AfD-Bundesparteitag in Riesa
„Wenn wir am Ruder sind, wir reißen alle Windkraftwerke nieder. Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ – AfD-Kanzlerkandidatin Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa. © Sebastian Kahnert/dpa
Habeck liest aus seinem neuen Buch
„Ich war nicht gut in Rechtschreibung früher und hatte einen leichten Schlag in Richtung Legasthenie.“ – Der Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck räumt am 12. Januar ein, als Schüler eine Rechtschreibschwäche gehabt zu haben. Habeck thematisierte bei der „Wahlarena“ des „Mannheimer Morgen“ in Mannheim seine Schulzeit und persönliche Schwächen. © Kay Nietfeld/dpa
Wahlplakate in Wiesbaden - SPD
„Es gibt, glaube ich, keinen Kanzler in der Bundesrepublik, der sich so im Detail in Gesetze eingemischt hat, damit sie pragmatisch werden.“ – Olaf Scholz zieht am 13. Januar eine positive Bilanz seines Wirkens als Regierungschef. „Es sind unglaublich viele Entscheidungen getroffen worden, die ohne meine Intervention gar nicht zustande gekommen wären“, sagte er den NRW-Lokalradios. © Arne Dedert/dpa
Nach tödlichem Angriff in einem Park in Aschaffenburg
„Das Maß ist endgültig voll.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz am 23. Januar nach dem Messerangriff von Aschaffenburg auf eine Kindergartengruppe mit zwei Toten, den ein Geflüchteter aus Afghanistan begangen haben soll. © Daniel Vogl/dpa
Demo gegen Rechts - Berlin
„Ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus.“ – Merz am 24. Januar bei der Ankündigung, für Anträge zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag auch eine Mehrheit mit AfD-Unterstützung zu tolerieren. Die Menschen sehen das kritisch und gehen auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin
„Die Brandmauer bröckelt.“ – Die AfD-Fraktion am 29. Januar im Online-Dienst X zur bisher geltenden Abgrenzung der CDU von der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei, nachdem erstmals mit ihrer Hilfe ein Unionsantrag eine Mehrheit im Bundestag erhalten hat. © Sebastian Gollnow/dpa
209. Bundestagssitzung: Heidi Reichinnek, Linke
„Allen politischen Differenzen zum Trotz hätte ich mir niemals vorstellen können, dass eine christlich-demokratische Partei diesen Dammbruch vollzieht und mit Rechtsextremen paktiert.“ – Die Vorsitzende der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, am 29. Januar im Bundestag in ihrer viral gegangenen Rede zum mit AfD-Stimmen verabschiedeten Unionsantrag. © Imago
Bundestag - Regierungserklärung
„Und deshalb, finde ich, kann ich ihm nicht mehr trauen.“ – Kanzler Olaf Scholz über das Verhalten von Friedrich Merz am 29. Januar 2025. Das sei „wahrscheinlich ein ganz bedeutender Tag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ gewesen, sagte Scholz in der ARD-Sendung „Maischberger“. Die Union habe einen Konsens aufgekündigt, den es die ganze Nachkriegsgeschichte über unter den Demokraten in Deutschland gegeben habe.  © Kay Nietfeld/dpa
Demonstration fuer die Brandmauer und gegen die CDU
„Für falsch halte ich es, (…) sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen.“ – Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert am 30. Januar das Vorgehen von Merz. © Matthias Gränzdörfer/Imago
Wahlkampf Grüne - Berlin
„Tun Sie es nicht, Herr Merz.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck appelliert am 28. Januar eindringlich an Unionsfraktionschef Friedrich Merz, keine gemeinsame Sache mit der AfD zu machen.  © Christoph Soeder/dpa
Sitzung, Bundestag, Plenum
„Das Tor zur Hölle können wir noch gemeinsam schließen.“ – SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich am 31. Januar in der Bundestagsdebatte über eine angekündigte Zustimmung der AfD auch zu einem Migrationsgesetz der Union. Dieses scheiterte aber letztlich auch an fehlender Unterstützung aus der Union. © Bernd Elmenthaler/Imago
Bundestag
„Ich bin mit mir persönlich sehr im Reinen, dass wir es wenigstens versucht haben.“ – Merz am 31. Januar nach dem Scheitern seines Gesetzentwurfs zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag, obwohl auch dieser von den AfD-Abgeordneten geschlossen unterstützt wurde. © Kay Nietfeld/dpa
Nach tödlichem Angriff in Aschaffenburg - Trauerfeier
„Diese Woche hat die Union klargemacht, dass es ihr ernst ist. Und damit ist die Glaubwürdigkeit auch eines neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz enorm gestiegen.“ – CSU-Chef Markus Söder sieht am 2. Februar die Position der Union nach den umstrittenen Abstimmungen zur Migrationspolitik im Bundestag deutlich gestärkt.  © Daniel Vogl/dpa
Bundesparteitag der CDU - Friedrich Merz + Markus Söder
„Mit den Grünen ist kein Richtungswechsel und keine Koalition möglich.“ – CSU-Chef Markus Söder anlässlich des CDU-Parteitags am 3. Februar auf X. © Imago
Wahlkampf – ZDF-Livesendung "Schlagabtausch"
„Wie dumm kann man sein zu sagen, man macht Sanktionen, um Russland zu schaden. Am Ende schaden wir vor allem unserer Wirtschaft.“ – BSW-Chefin Sahra Wagenknecht am 6. Februar in einer ZDF-Wahlrunde zu ihrer Forderung nach einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland. © Christoph Soeder/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Wir können auf die FDP keine Rücksicht nehmen.“ – Merz am 7. Februar, nachdem er mögliche Wähler der in Umfragen weiterhin schwächelnden FDP aufgerufen hat, ihre Stimme der Union zu geben. © Kay Nietfeld/dpa
FDP Bundesparteitag
„33 oder 31 Prozent für die CDU machen keinen Unterschied, aber vier oder sechs Prozent für die FDP ändern maßgeblich das Gefüge in der Bundesrepublik.“ – FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner reagiert beim Sonderparteitag in Potsdam am 9. Februar auf die Aussage von Merz. © Michael Kappeler/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Was ist Bubatz?“ – Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz kann am 9. Februar mit dem Begriff „Bubatz“ nichts anfangen. Auf dem Live-Streaming-Portal Twitch antwortete Merz nach dem TV-Duell bei ARD und ZDF mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf die Frage, ob „Bubatz“ legal bleibe: „Bleibt was legal?“ Daraufhin entgegnete die Moderatorin: „Bubatz“. Merz’ Replik: „Was ist Bubatz?“ Die Moderatorin: „Gras.“ Merz sagte dann: „Also wenn Sie meinen, Cannabis, dann sage ich: Nein, wir wollen das wieder korrigieren.“ © Kay Nietfeld/dpa
Kundgebung "Brandmauer statt Brandstiftung"
„Friedrich Merz tritt an, Europa zu Grabe zu tragen“ – Kanzler Scholz am 11. Februar in der letzten Plenardebatte des Bundestags vor der Wahl mit Blick auf Merz’ Pläne, Geflüchtete an den Grenzen zu den EU-Nachbarn zurückzuweisen. © Fabian Sommer/dpa
TV-Runde im Bundestagswahlkampf
„Weil ich dieses animalische Grunzen der AfD-Fraktion voraussehen konnte, möchte ich einordnen, worüber wir reden, wenn wir Klimaschutz sagen.“ – Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck reagiert in einer Rede im Bundestag am 11. Februar auf Zwischenrufe der AfD, nachdem er den Klimaschutz als drängendste Aufgabe der Zukunft bezeichnet hat. © Kay Nietfeld/dpa
Bundestag
„Wir werden möglicherweise miteinander reden müssen.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz wendet sich in seiner Plenarrede am 11. Februar im Bundestag an die SPD – und nimmt dabei eine mögliche Koalitionsoption für die Zeit nach der Wahl in den Blick. © Kay Nietfeld/dpa
ZDF-Sendung "Klartext"
„Wenn sich die Menschen zurückziehen, dann ist es vorbei mit Deutschland. (…) Demokratie ist kein Zuschauersport, es geht nur, wenn Menschen sich bei den Wahlen engagieren.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck am 13. Februar in der ZDF-Sendung „Klartext“ auf den Kommentar eines Zuschauers hin, der erklärt hatte, er wisse nicht mehr, was er wählen solle. © Michael Kappeler/dpa

Nur eine Ausnahme will er machen: Vor dem vollständigen Rückzug aus der Politik will er seinen Wahlkreis in Potsdam direkt vertreten. Dies stellte er im Vorfeld unmissverständlich klar. „Das höchste Amt, in das man in Deutschland direkt gewählt werden kann, ist das des Abgeordneten im Deutschen Bundestag“, hatte er im November bei seiner Aufstellung als Direktkandidat in Potsdam gesagt. Am Abend wurde dann bekannt, dass Scholz tatsächlich seinen Wahlkreis direkt gewinnen konnte. Lässt er nun seinen Worten Taten folgen und setzt sich als Altkanzler noch für vier weitere Jahre auf die Abgeordnetenbank? Helmut Kohl (CDU) hat es jedenfalls gemacht. Der Vorteil: Die eigene Rente steigt dadurch noch einmal. (jek)

 

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