Finanzielle Förderung

Riester-Rente: Staatlich geförderte private Altersvorsorge

  • schließen

Mit der Riester-Rente profitieren Arbeitnehmer von einer privaten Altersvorsorge, die durch Zulagen aktiv vom Staat gefördert wird.

Berlin – Der Begriff Riester-Rente geht auf den ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester zurück und bezeichnet ein von der Politik staatlich gefördertes Konzept, das der privaten Altersvorsorge dient. Anlass für die Einführung der sogenannten Riester-Rente war eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung, die in den Jahren 2001/2002 durchgeführt wurde. Ziel der Reform war es dabei, Sozialversicherungsbeiträge von Beschäftigten in einem Angestelltenverhältnis zu reduzieren.

Unterschiede der Riester-Renten
Klassische Riester-Rentenversicherungen:feste Rente garantiert, bei sehr geringer Rendite
Fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung:höhere Rendite
Riester-Fondssparplan:beste Renditechancen, bei höchstem Risiko
Wohn-Riester:an selbst genutzte Immobilie gebunden

Die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge wirkte sich jedoch negativ auf die gesetzlichen Renten aus, sodass mit der Riester-Rente die private Altersvorsorge deutlich an Bedeutung gewinnen sollte. Die Riester-Rente ist dabei eine staatlich geförderte Altersvorsorge und wird durch Zulagen sowie Steuervorteilen unterstützt.

Riester-Rente: Verträge auf Flexibilität prüfen

Die Riester-Rente ermöglicht es auf verschiedene Wege für das Alter vorzusorgen. Jedoch sind die staatlichen Zulagen bei jeder Anlageform stets gleichberechtigt. Hierbei gilt es zu beachten, dass einige Riesterverträge deutlich flexibler sind, andere hingegen wiederum bessere Renditechancen versprechen.

Vor einem möglichen Vertragsabschluss sollte daher unbedingt eine professionelle Beratung in Anspruch genommen werden, sodass jeweilige Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden können.

Tipps zur Riester-Rente: Abschlüsse mit und ohne Risiko

Bei einer klassischen Riester-Rentenversicherung wird direkt bei Abschluss eine feste Rente garantiert, allerdings bei sehr geringer Rendite. Eine deutlich höhere Rendite ist bei der Fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung möglich, allerdings ist die Beantragung aufwändiger.

Riester-Rente – staatliche Förderung zur privaten Altersvorsorge.

Dem sogenannten Riester-Fondssparplan werden derzeit die besten Renditechancen geboten – allerdings birgt dies auch das höchste Risiko. Es besteht die Gefahr, nur das „Garantiekapital“ ausgezahlt zu bekommen. Bei der Wohn-Riester ist die Förderung an den Kauf oder den Bau der selbst genutzten Immobilie gebunden.

Riester-Rente: Ist sie noch sinnvoll?

Bei der Riester-Rente gibt es neben zahlreichen Vorteilen auch einige Nachteile. Jedoch lohnt sich die Rieste-Rente immer dann, wenn die staatlichen Zulagen vollkommen ausgenutzt werden können. Sollte die staatliche Zulage komplett ausgeschöpft werden können, so ist die Förderquote am Eigenbetrag am höchsten. Gleichzeitig wirkt sich eine hohe Förderquote auch auf eine spätere Rendite positiv aus.

Spezielle Personengruppen profitieren von Riester-Rente

Für Familien mit einem geringen Einkommen gilt, bei weniger Verdienst muss weniger eingezahlt werden, gleichzeitig erhalten Familien jedoch die gleiche staatliche Zulage wie „Gutverdiener“. Auch für Geringverdiener ohne Kinder ist eine Riester-Rente Zulage mitunter interessant, da ein Großteil der Einzahlungen durch die Zulagen vom Staat übernommen wird. Ebenfalls positiv: Seit 2018 wird die Riester-Rente nicht mehr auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Besser Verdienende erhalten zwar eine geringere Förderquote, profitieren dafür aber von Steuervorteilen, diese können in einer Steuererklärung geltend gemacht werden.

Riester Rente Nachteile: Für wen lohnt es sich eher nicht?

In den vergangenen Jahren richtete sich die Riester-Rente vornehmlich an eher gutverdienende Personengruppen. Seitens der Politik wurden bezüglich der staatlich geförderten Riester-Rente nun jedoch einige Reformen in Angriff genommen, sodass auch Personengruppen mit einem eher niedrigen Einkommen merklich von den Vorteilen der Riester-Rente Zulagen profitieren. Dennoch gibt es einige weitere Kritikpunkte, die berücksichtigt werden sollten.

Kündigungsfristen der Riester-Rente beachten

Hervorzuheben sind hier insbesondere die teils sehr hohen Abschlusskosten, die durch Abschluss, Vertrieb und Verwaltung entstehen. Ohne kundige Beratung kann es passieren, dass die Kosten des gewählten Riester-Vertrages die staatliche Förderung deutlich übersteigt.

Ein weiterer entscheidender Nachteil der Riester-Rente ist ihre mangelnde Flexibilität. Sollte die Riester-Rente vor Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit gekündigt werden, müssen die Versicherten sämtliche Zulagen und Steuererleichterungen komplett zurückzahlen. Wichtig für die Riester Zulage ist an dieser Stelle auch die Steuerklärung. Hinzu kommen Gebühren seitens der ausgebenden Versicherung.

Pro und Contra bei der Riester-Rente abwägen

Statt einer Riester Rente zu kündigen, sollte daher versucht werden, den bestehenden Riester-Vertrag beitragsfrei zu stellen. Auch niedrige Zinsen stellen bezüglich der Riester-Rente ein Problem dar. Sollten Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ohne Kinder eine Riester-Rente beantragen, sorgen die niedrigen Zinsen für eine äußerst geringe Rendite. *Disclaimer: Dieser Beitrag ist keine Beratung zum Kauf einer Anlage. Der Informationstext ersetzt nicht eine professionelle und jeweils individuelle Beratung durch dafür zuständige Anbieter.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

Kommentare