DeSantis startet Wahlkampf mit Seitenhieben auf Donald Trump
VonFranziska Schwarz
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Die Show zur US-Wahl 2024 läuft: Donald Trumps gefährlichster Rivale Ron DeSantis ist nun auf Tour – mit Lästereien.
Des Moines/Iowa – Schärferes Abtreibungsrecht und lockereres Waffenrecht: Ron DeSantis fährt im Bundesstaat Florida einen stramm rechten Kurs und stellt sich als Kämpfer gegen eine linke „Woke“-Ideologie dar. Nun hat er am 30. Mai in Iowa seine Wahlkampftour durch die USA begonnen, und dabei gegen seinen Konkurrenten Donald Trump ausgeteilt.
DeSantis sagte laut CNN, er glaube, dass Trumps ständige Angriffe auf ihn letztlich nach hinten losgehen würden. Der Republikaner stellte Trump, dessen Umgang mit Geheimdokumenten die Schlagzeilen in den USA bestimmt, laut dem Bericht als „egoistisch, prinzipienlos und kleinlich“ dar und sagte zur Presse: „Unsere Wähler sehen sich das wahrscheinlich an und sagen: ‚Ja, wir schätzen, was er getan hat, aber wir erkennen auch, dass es viele Wähler gibt, die einfach nie für ihn stimmen werden.‘“
DeSantis hob außerdem hervor, dass er Leute in Florida kenne, „die 2018 gegen mich und 2022 für mich gestimmt haben. Im Jahr 2018 sagten sie: ‚Ich dachte, du wärst ihm (Anm. Red: Donald Trump) zu ähnlich, und im Jahr 2022 wurde uns klar, dass du dein eigener Typ bist.“
US-Wahl 2024
Die Präsidentschaftswahl steht am 5. November 2024 an. Die Vorwahlen beginnen im Februar 2024. Der Sieger der Republikaner-Vorwahlen wird Amtsinhaber Joe Biden von der Demokratischen Partei herausfordern, der sich um eine Wiederwahl bewirbt.
Bei den Republikanern gibt es ein breites Bewerberfeld: Neben Donald Trump und Ron DeSantis ist Nikki Haley – als einzige Frau – im Rennen. Außerdem mit dabei: Mike Pence (bislang nicht offiziell erklärt!), Tim Scott, Asa Hutchinson, Vivek Ramaswamy und Larry Elder.
Umfragen zum „Trump mit Hirn“: DeSantis als Republikaner-Hoffnungsträger?
Mit diesem Selbstbewusstsein widerspricht DeSantis eigentlich den aktuellen Umfragen zur US-Wahl 2024. Nach einem Umfragehoch nach seiner Wiederwahl als Gouverneur von Florida steht er zwar mit rund 21 Prozent auf einem soliden zweiten Platz im Republikaner-Bewerberfeld (siehe Infokasten oben). Der Abstand zu seinem einstigen Förderer Trump, der ihn seit Monaten unablässig attackiert, beträgt aber mehr als 30 Punkte.
Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus
Doch neun Monate vor Beginn der Vorwahlen sind solche Umfragen nur bedingt aussagekräftig. DeSantis – der sich kürzlich mit Elon Musk auf Twitter blamierte – ist nach wie vor der Hoffnungsträger vieler Konservativer, der vielen von ihnen als weniger skandalträchtig als der Ex-Präsident gilt – ein „Trump mit Hirn“, wie es immer wieder DeSantis heißt.
Die New York Times unterstrich vor wenigen Tagen, dass die amerikanische Öffentlichkeit DeSantis „etwas positiver“ als Trump beurteile, der laut Umfragen „unterdurchschnittliche“ Beliebtheitswerte erziele. (frs)