VonGiorgia Grimaldischließen
Aber kein Grund zur Schnappatmung: Frauke Ludowig und „Exclusiv – Das Starmagazin“ bleiben.
Für die einen ist der Sonntagabend vor dem TV ein festes Ritual, für andere ist lineares Fernsehen „ein sinkendes Schiff“, wie der Komiker Kurt Krömer es formuliert. Vielleicht ist da etwas dran. So stellt der Sender RTL sein Magazin „Explosiv Weekend“, das seit 30 Jahren läuft, endgültig ein. „Da die Performance von ‚Explosiv Weekend‘ leider unter unseren Erwartungen geblieben ist, haben wir uns schweren Herzens entschieden, die Wochenendausgabe des Magazins einzustellen“, erläuterte Martin Gradl, Co-Geschäftsführer von RTL News, gegenüber dwdl.de.
„Gemeinsam mit dem Team konzentrieren wir uns zukünftig voll und ganz auf die Kernmarke ‚Explosiv‘ und die Entwicklung starker Geschichten für die Ausgaben von Montag bis Freitag um 18 Uhr.“ Die letzte Ausgabe des Formats soll am 16. Dezember ausgestrahlt werden, ehe vom kommenden Jahr an Wiederholungen von Gerichtsshows den Sendeplatz füllen sollen, wie dwdl.de berichtete.
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Für die Generation der Millennials haben viele der Sendungen im deutschen TV zwar einen nostalgischen Wert - etwa Frauke Ludowigs Starmagazin „Exclusiv“ - doch, wenn wir ehrlich sind, wissen wir: Viele Formate entsprechen nicht mehr dem heutigen Zeitgeist und könnten abgesetzt werden. BuzzFeed News Deutschland hat ein paar davon aufgelistet.
1. Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!
Seit 2004 können wir uns ansehen, wie die vermeintlich deutsche Prominenz im australischen Outback zurechtkommt. Dabei unterliegt das Leben im Dschungelcamp strengen Regeln und darf nur für „Dschungelprüfungen“, Interviews, den Gang zur Toilette oder zum Duschen verlassen werden. Dabei übertreffen sich die Macher:innen der Sendung Staffel für Staffel, die Teilnehmenden mit möglichst ekeligen Aufgaben zu konfrontieren, damit sie sich Essen oder Genussmittel erarbeiten. So müssen sie etwa Kanguruhoden essen oder sich mit Fischgedärmen überschütten lassen.
Nach 16 Staffeln wäre es vielleicht an der Zeit, das Programm einzustellen. Oder es so zu gestalten, dass es wirklich um Überlebensskills geht, etwa Orientierung, das Beschaffen von Nahrung in der Natur, das Bauen von Unterkünften ohne Werkzeug, wie es ähnlichen Formate anderer Länder tun.
2. Temptation Island
In dieser Sendung lassen sich vier Pärchen zwei Wochen lang die Sonne auf den Bauch scheinen – Männer und Frauen allerdings getrennt voneinander. Den einzigen Kontakt, den sie in dieser Zeit pflegen dürfen, läuft über die Betrachtung des jeweils anderen via Bildschirm. In ihrer Villa sind sie allerdings nicht allein, sondern verbringen die Zeit mit jeweils zwölf Single-Frauen beziehungsweise -Männern.
Drama und mögliche Beziehungskrisen sollen die Zuschauer:innen unterhalten. Viele andere Dating- oder Reality-TV-Formate wie „Bachelor(ette)“, „Love in Paradise“, „The Beauty und der Nerd“ oder auch „Big Brother“ funktionieren nach einem ähnlichen Konzept. Sie sind nur selten divers, oft sexistisch gegenüber Frauen und prinzipiell einfach schlecht gealtert.
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3. Familien im Brennpunkt
Diese Sendung läuft seit 2009 als „Doku Soap“ im deutschen Fernsehen. Allein die Bezeichnung des Genres ist schon fragwürdig, denn Skripted Reality hat mit einem Dokumentarfilm nichts zu tun. In der Sendung spielen Laiendarsteller:innen Familienmitglieder, die einen Konflikt austragen. Oft geht es dabei um Beziehungsdramen, Sorgerechtsstreitigkeiten, Teenie-Mütter (von denen es im echten Leben laut einer Studie immer weniger gibt) und Scheidungen.
4. DSDS
Neben dem Urgestein „Deutschland sucht den Superstar“ gibt es mittlerweile viele Castingshows, etwa „Supertalent“, „The Voice“ und natürlich „Germany‘s next Topmodel“. Mit der letzten Gewinnerin - einem Curvy Model - zeigt zumindest GNTM zumindest, dass solche Sendungen auch divers sein können. Unproblematisch sind sie deswegen nicht. In all diesen Formaten versuchen die Teilnehmer:innen ihr Glück, indem sie ihr Talent unter Beweis stellen. Nur geht es dabei selten tatsächlich um die Karrieren und das Wohlergehen der Kandidat:innen, sondern um Einschaltquoten und Werbepartner.
Schon mehrmals haben ehemalige Casting-Talente Jahre später über fragwürdige Praktiken hinter den Kulissen und Knebelverträge gesprochen. Ganz zu schweigen von den Sprüchen. So erlangte etwa Dieter Bohlen mit Aussagen wie „Wollt Ihr wissen, was der Unterschied zwischen Eurer Stimme und ‚nem Eimer Scheiße ist? Der Eimer!“ oder „Modelmama“ Heidi Klum mit „Mach mehr sexy, du siehst gerade noch etwas betrunken aus“ Kultstatus.
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(Mit Material der dpa)
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