Aufnahme in die Nato

Rückendeckung für Schweden und Finnland

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Flagge der NATO sowie von Schweden und Finnland

Im Falle von Anträgen zur Aufnahme in die Nato kann Schweden und Finnland auf eine komplette Rückendeckung ihrer nordischen Partner zählen.

Kopenhagen - Finnland und Schweden können im Falle von Anträgen zur Aufnahme in die Nato auf die volle Rückendeckung ihrer nordischen Partner zählen. Das bekräftigten die Regierungsspitzen von Dänemark, Norwegen und Island am Mittwoch nach einem indisch-nordischen Mini-Gipfel in Kopenhagen auf einer Pressekonferenz.

«Dies ist eure Entscheidung und eure Entscheidung allein», sagte die dänische Ministerpräsidentin und Gipfelgastgeberin Mette Frederiksen. «Aber seid versichert: Wenn ihr euch entscheidet, beizutreten, dann habt ihr die volle Unterstützung aus Dänemark.» Man würde dies «aus vollem Herzen» unterstützen. Ähnlich äußerte sich Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre, der ergänzte, dass man alles für einen zügigen und reibungslosen Beitrittsprozess tun werde. Auch Islands Regierungschefin Katrín Jakobsdóttir sagte: «Wir unterstützen Finnland und Schweden in der Entscheidung, die sie treffen werden.»

Dänemark, Norwegen und Island sind Nato-Mitglieder, Schweden und Finnland dagegen nicht. Die beiden nördlichsten Länder der EU stehen dem Militärbündnis als enge Partner aber bereits heute sehr nahe. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat in beiden Staaten eine intensive Debatte über eine mögliche Nato-Mitgliedschaft ausgelöst.

Zumindest bei den Finnen könnte der Beschluss in der Nato-Frage kurz bevorstehen. «Ich denke, Finnland wird die Entscheidungen ziemlich bald treffen. Wir sprechen über Wochen, nicht Monate», sagte Regierungschefin Sanna Marin an der Seite ihrer nordischen Kollegen.

Indiens Premier Modi will Beziehung mit Nordeuropäern ausbauen

Indiens Premierminister Narendra Modi will die Beziehungen seines Landes mit Skandinavien stärken. Gespräche dazu bei einem indisch-nordischen Mini-Gipfel in Kopenhagen seien sehr produktiv gewesen, teilte Modi am Mittwoch nach einem Treffen mit den Ministerpräsidentinnen aus Schweden, Finnland und Island, Magdalena Andersson, Sanna Marin und Katrín Jakobsdóttir, sowie dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre auf Twitter mit.

Der Gipfel habe eine großartige Plattform geboten, um Wege zu diskutieren, wie man die Kontakte stärken könne, schrieb der 71-Jährige. Er freue sich darauf, mit den nordeuropäischen Spitzen in verschiedenen Bereichen zusammenzuarbeiten, um den Wohlstand zu fördern.

Die bilaterale Kooperation mit Indien wachse immer weiter, teilte Andersson im Anschluss auf Twitter mit. Es gebe viel Potenzial unter anderem bei der Innovation, in Gesundheitsfragen und bei der Umstellung der Industrie. Auch die globalen Folgen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine seien bei den Beratungen zur Sprache gekommen. Derzeit versuchen mehrere westliche Politiker Indien zu überzeugen, etwas von Russland wegzurücken. Indien hat zum Ukraine-Krieg eine neutrale Haltung eingenommen und trägt westliche Sanktionen nicht mit.

Neben dem Treffen mit Modi kamen die Nordeuropäer auch gesondert zusammen. Wie Marin nach einem Treffen mit Støre und der dänischen Ministerpräsidentin und Gastgeberin Mette Frederiksen mitteilte, ging es bei den Gesprächen vor allem um den russischen Einmarsch in die Ukraine und die dadurch veränderte Sicherheitslage in Europa.

Finnland diskutiert angesichts des Ukraine-Kriegs derzeit ebenso wie das benachbarte Schweden intensiv über eine mögliche Nato-Mitgliedschaft. Zumindest im finnischen Fall könnte dazu bereits Mitte Mai einen Beschluss fallen. (dpa)

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