Ukraine-Krieg

Vereinigtes Königreich „auslöschen“: Russischer Abgeordneter fordert Vernichtung von Großbritannien

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Der ehemalige Militärkommandeur Andrej Guruljow fordert im russischen Staatsfernsehen Militärschläge gegen den Westen.
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Der russische Ex-Militärfunktionär Andrej Guruljow ist Dauergast im russischen Staatsfernsehen und fordert immer wieder öffentlich die Zerstörung westlicher Staaten.

Moskau – Immer wieder seit Beginn des Ukraine-Kriegs meldet sich der russische Duma-Politiker Andrej Guruljow mit anti-westlichen Theorien und Anschuldigungen zu Wort, verbreitet in russischen Fernsehsendungen Kriegspropaganda und verteilt Drohungen an den Westen. Nun hat der ehemalige Militärkommandant gefordert, das Vereinigte Königreich „auszulöschen“. Das englisch untertitelte Video dazu hat der ukrainische Regierungsberater Anton Gerashchenko am Donnerstag (23. März) bei Twitter hochgeladen.

Russischer Politiker droht während Ukraine-Krieg dem Westen: Vereinigtes Königreich „auslöschen“

In dem Talkshow-Mitschnitt sieht man Guruljow, wie er im Fernsehstudio steht und darauf hinweist, „die Angelsachsen“ und Großbritannien vernichtet werden müssten und danach „alles vorbei“ wäre. Das begründet Guruljow mit der These, dass Großbritannien und das „Territorium hinter der Pfütze“ die eigentlichen Kriegstreiber wären, die den Krieg in der Ukraine „angestiftet“ hätten.

Um diesen zu beenden, müsste man folglich Großbritannien eine „kritische Niederlage“ zufügen, fordert der 55-Jährige.

Drohungen gegen den Westen: Russlands Ex-Militär Guruljow provoziert Großbritannien

Dass Guruljow in russischen TV-Sendungen zu Gast ist, kommt seit Beginn des Kriegs in der Ukraine regelmäßig vor, und seine Theorien und Forderungen sind regelmäßig auch so kurios, dass sie nicht selten zu westlichen Medien durchdringen. So berichtete zuletzt das US-Medium Newsweek über eine Voraussage Guruljows, dass der Ukraine-Krieg bis 2027 anhalten werde. Der französische Fernsehsender LCI berichtete erst Anfang März über einen russischen Talkshow-Beitrag, in dem sich Guruljow über die Mitglieder des französischen Parlaments lustig machte und behauptete, dass die Politiker unter Alkoholeinfluss stünden.

Ebenfalls gegen Frankreich hatte Guruljow bereits Anfang 2023 heftige Warnungen vor einem Atomschlag ausgesprochen und – ähnlich wie nun gegenüber von Großbritannien – impliziert, dass das Land niemand vermissen würde. „Es sollte Frankreich gar nicht geben“, zitierte Newsweek im Januar einen anderen Talkshow-Auftritt des kremltreuen Politikers. „Dann hat es Frankreich eben mal gegeben und danach gibt es Frankreich nicht mehr. Würde das irgendjemanden traurig machen?“

Russischer Ex-Militär im Ukraine-Krieg droht mit Atomwaffen: „Müssen in der Ukraine noch leben“

Besonders zynisch hatte sich Guruljow, der im Staats-TV immer wieder über die Möglichkeit von Atomschlägen seitens Russland spricht, bereits im vergangenen Herbst geäußert und über möglichen Angriff auf ein anderes europäisches Land als die Ukraine fabuliert, wie die österreichische Kronen-Zeitung im September zu dem ehemaligen Militärfunktionär berichtete. In dem Video, auf das der Artikel verweist, sprach Guruljow über mögliche Atomschläge gegenüber Großbritannien oder Deutschland.

Gegenüber der Ukraine jedoch sei von russischer Seite aus kein Atomangriff geplant, kündigt Guruljow an, und hat dazu auch gleich die passende Begründung: „Wir müssen da schließlich noch leben“. (saka)

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