VonMarius Gogollaschließen
Immer wieder steht Russlands Grenze mit den Skandinaviern im Fokus. Nun hat Putins Nordflotte ein Manöver über der Barentssee abgehalten.
Murmansk – Bei einer Übung im Nordwesten Russlands hat Wladimir Putins Armee nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums das Eindringen eines feindlichen Flugzeugs in den russischen Luftraum simuliert. Zwei Kampfjets des Typs MiG-31, seien von einer Militärbasis bei Murmansk gestartet und hätten ein Flugzeug in einer Höhe von über 13.000 Metern abgefangen. Das berichtete die Staatsagentur Tass.
In dem Übungsszenario habe die Luftüberwachung das Eindringen eines feindlichen Flugzeuges in den russischen Luftraum über der Barentssee gemeldet, heißt es von der Pressestelle der russischen Nordflotte. Die MiG-31-Kampfjets hätten das Flugzeug eingekesselt und zum Abdrehen vor der russischen Grenze gezwungen; das Manöver sei erfolgreich verlaufen.
Ein Teil der russischen Nordflotte ist auf der Halbinsel Kola stationiert, nur wenige Kilometer von der finnischen und norwegischen Grenze entfernt. Sie verfügt über modernste Technik für Luft- und Seestreitkräfte. Die Grenze gerät immer wieder in den Fokus – etwa angesichts russischer Bautätigkeiten. Zuletzt drohte ein Propagandist in Russlands Staats-TV auch mit einem Atom-Krieg in der Region.
Russlands MiG-31-Kampfjets sind teils mit Hyperschall-Raketen „Kinschal“ ausgestattet
Aleksandr Charitonow, russischer Flugzeug-Navigator, erklärte 2021 in einem Statement über die MiG-31: „Sie können bei Temperaturen unter minus 60 Grad Celsius fliegen, was bei Übungsoperationen bestätigt wurde.“ Entwickelt wurde die MiG-31 als Abfangjäger gegen strategische Bomber, Marschflugkörper und Tarnkappenbomber. Ab 1967 entstand sie in der Sowjetunion aus dem Vorgängermodell MiG-25.
Die MiG-31-Kampfjets gibt es in zwei Ausführungen: Die MiG-31-BM ist ein Abfangjäger, ausgerüstet mit R-37M-Luft-Luft-Raketen. Die Langstreckenrakete kann Flugziele in Entfernungen bis zu 300 Kilometer und in einer Maximalhöhe von rund 25.000 Metern bekämpfen.
Die MiG-31K ist ausgestattet mit einem Hyperschall-Raketensystem Kinschal und dient dem Angriff. Kinschal-Raketen wurden bereits mehrfach im Ukraine-Krieg eingesetzt, erstmals im März dieses Jahres. Anfang November stationierte Russland mehrere MiG-31 auf der umkämpften Halbinsel Krim.
Die russische Regierung sieht die Kinschal als Wunderwaffe. Militärexperte David Hambling erklärte allerdings dem US-Portal Newsweek: „Alles deutet darauf hin, dass es sich bei der Kinschal lediglich um eine ballistische Rakete handelt, die aus der Luft gestartet wird und nur über eine begrenzte Fähigkeit zur Kurskorrektur verfügt, und nicht um eine echte Hyperschallwaffe.“
Halbinsel Kola wichtiger strategischer Punkt für Russland – Atomwaffen lagern dort
Der Hafen von Murmansk auf der Kola-Halbinsel ist wegen der dortigen Ausläufer des Golfstroms auch im Winter oft eisfrei. So können dort Schiffe und U-Boote anlegen, was die Halbinsel zu einem wichtigen strategischen Punkt für Russland macht.
Auf der Kola-Halbinsel lagert außerdem ein Teil der russischen Atomwaffen. Auch deswegen beobachte das norwegische Militär mithilfe von Aufklärungsflugzeugen und Satelliten, was in der Region nahe der Grenze zu Finnland und Norwegen passiere, sagte der Kommunikationschef der norwegischen Streitkräfte, Eystein Kvarving, in einem Interview mit Ippen.Media.

