Spitzbergen

Nato und Russland: Neuer Konflikt mit Norwegen über arktische Inseln

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Ein Containerschiff im Hafen von St. Petersburg. Russland wirft Norwegen vor, den Frachtverkehr zu blockieren.
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Russland wirft Norwegen vor, den Transport russischer Waren auf die Inselgruppe Spitzbergen zu blockieren. Moskau droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“.

Moskau – Der Ukraine-Konflikt ist eskaliert, die Fronten sind verhärtet – und das nicht nur zwischen der Ukraine und Russland. Der Kreml beschuldigte zuletzt Nato-Mitglied Norwegen, Sanktionen zu verhängen, die den russischen Warenverkehr blockieren würden.

Nach russischen Angaben waren die Güter für die von Russland bewohnten Siedlungen auf der arktischen Inselgruppe Spitzbergen vorgesehen. Für die Blockade kündigte Moskau nicht näher definierte „Vergeltungsmaßnahmen an“, sollte Oslo die Angelegenheit nicht klären.

Russland wirft Nato-Mitglied Norwegen Blockade von Waren vor

Die Inselgruppe Spitzbergen im Polarmeer gehört zwar zu Norwegen. Aufgrund eines 1920 unterzeichneten Vertrags hat Russland allerdings das Recht, die natürlichen Ressourcen der Inselgruppe zu nutzen. So werden einige Siedlungen in erster Linie von russischen Bürgerinnen und Bürger bewohnt. Besiedelt wurde Spitzbergen vor allem wegen seiner reichen Kohlevorkommen.

Spitzbergen (Inselgruppe)
Anzahl der Inselnüber 400
Gesamte Landfläche61.022 Quadratkilometer
Einwohner:innen2428

Auch wenn Norwegen nicht zur Europäischen Union (EU) gehört, setzt das skandinavische Land die EU-Sanktionen gegen Russland um. Wie die arabische Nachrichtenagentur Al Jazeera berichtete, würde Norwegen den Warentransport per Schiff nach Spitzbergen aber nicht beeinträchtigen. Allerdings muss ein Großteil der Fracht für die russischen Siedlungen einen Kontrollpunkt auf dem norwegischen Festland passieren, der aktuell für sanktionierte russische Güter gesperrt ist.

„Wir haben die norwegische Seite aufgefordert, das Problem so schnell wie möglich zu lösen“, betonte das russische Außenministerium am Mittwoch (29. Juni) in Moskau. „Wir haben darauf hingewiesen, dass unfreundliche Handlungen gegen Russland unweigerlich zu entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen führen werden“, hieß es weiter.

Ukraine-Besuche im Krieg – Die Politik zeigt Solidarität

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit den Staats- und Regierungschefs des Europäischen Rates während einer gemeinsamen Pressekonferenz  im März 2022.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (vorne) empfängt im März 2022 hohen Besuch (von links): Jaroslaw Kaczynski (Vize-Ministerpräsident von Polen), Petr Fiala (Ministerpräsident der Tschechischen Republik), Janez Jansa (Verteidigungsminister von Slowenien), Mateusz Morawiecki (Ministerpräsident von Polen) sind zu Gast in Kiew. © imago-images
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte am 08. April ein Massengrab in der Stadt Butscha.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte am 08. April ein Massengrab in der Stadt Butscha. Flankiert wird sie vom slowakischen Ministerpräsidenten Eduard Heger (links) und dem Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik Josep Borrell (rechts).  © SERGEI SUPINSKY/AFP
Wolodymyr Selenskyj (links) und Karl Nehammer in Kiew am 09. April 2022
Selenskyj traf sich mit dem österreichischen Bundeskanzler Nehammer für bilaterale Gespräche. © imago
Der britische Premierminister Boris Johnson besuchte die Ukraine, um seine Solidarität auszudrücken
Der britische Premierminister Boris Johnson besuchte die Ukraine, um seine Solidarität auszudrücken. © AFP PHOTO / the Ukrainian Presidential Press Service
Der polnische Präsident Andrzej Duda besichtigt mit Militärschutz den ukrainischen Ort Borodjanka.
Der polnische Präsident Andrzej Duda besichtigt mit Militärschutz den ukrainischen Ort Borodjanka. © Jakub Szymczuk/dpa
Die Präsidenten der baltischen Staaten und Polen reisten in die Ukraine, um Selenskyj zu treffen.
Die Präsidenten der baltischen Staaten und Polen reisten in die Ukraine, um Selenskyj (Mitte) zu treffen (von links): Gitanas Nauseda (Litauen), Andrzej Duda (Polen), Egils Levits (Lettland) und Alar Karis (Estland). © Jakub Szymczuk/Kprp/dpa
Der US-Verteidigungsminister und der US-Außenminister trafen sich Ende April mit Selenskyj in Kiew.
Der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin (links in der Mitte) und der US-Außenminister Anthony Blinken (rechts daneben) trafen sich Ende April mit Selenskyj in Kiew. © Ukraine President s Office/imago
Während dem Besuch des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres am 28. April 2022 griff Russland Kiew an.
Während des Besuchs des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres am 28. April 2022 griff Russland Kiew an. © AFP PHOTO/UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE
Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz traf sich mit Wladimir und Vitali Klitschko in Kiew.
Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz traf sich mit Wladimir und Vitali Klitschko (rechts) in Kiew.  © Efrem Lukatsky/dpa
Auf seinem Weg in die Ukraine besucht Gregor Gysi (Die Linke) in Lemberg eine Suppenküche.
Auf seinem Weg in die Ukraine besucht Gregor Gysi (Die Linke) in Lemberg eine Suppenküche. © Michael Schlick/dpa
Anniken Huitfeldt und Masud Gharahkhani (Norwegen) besuchen eine Kirche in der Region Kiew.
Anniken Huitfeldt und Masud Gharahkhani (Norwegen) besuchen eine Kirche in der Region Kiew. © Pavlo_Bagmut/imago
Selenskyj beobachtet, wie Justin Trudeau (Kanada) einem unbekannten Soldaten die Hand schüttelt
Selenskyj beobachtet, wie Justin Trudeau (Kanada) einem Soldaten die Hand schüttelt. © SERGEI SUPINSKY/AFP
Die Band U2 signiert eine Fahne, als sie die Ukraine am 8. Mai 2022 besucht.
Bono (Mitte) und The Edge (Zweiter von links) von der Band U2 signieren eine Fahne, als sie die Ukraine am 8. Mai 2022 besuchen. © SERGEI CHUZAVKOV/AFP
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Grüne) besucht als erstes deutsche Kabinettsmitglied die Ukraine.
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Grüne) besucht als erstes deutsche Kabinettsmitglied die Ukraine. © Efrem Lukatsky/dpa
Selenskyj und Minderheitsführer im Senat Mitch McConnell im Gebäude der Präsidialverwaltung in Kiew.
Selenskyj und Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, im Gebäude der Präsidialverwaltung in Kiew. © Ukraine Presidency/imago

Russland im Konflikt mit der Nato: Cyberangriffe auf Norwegen

Nach russischen Angaben hätten die norwegischen Beschränkungen die Arbeit des russischen Generalkonsulats sowie einer russischen Kohlebergbausiedlung beeinträchtigt. So sollen Transporte mit Lebensmittel und medizinischen Hilfsgütern für Spitzbergen an der Grenze steckengeblieben sein, erklärte das Ministerium.

Norwegische Behörden teilten am Mittwoch mit, dass offenbar russische Hacker einen Cyberangriff starteten und für mehrere Stunden öffentliche sowie private Websites lahmlegten. „Eine kriminelle pro-russische Gruppe scheint hinter den Attacken zu stecken“, erklärte die norwegische Sicherheitsbehörde NSM. Ein „nennenswerter Schaden“ sei dabei nicht verursacht worden, versicherte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr.

Russland und die Nato: Konflikt droht auch mit Litauen

Auch in anderen Ländern gab es bereits Angriffe. „Wir haben zuletzt ähnliche Angriffe in anderen Ländern gesehen“, sagte NSM-Direktorin Sofie Nyström. So waren am Montag (27. Juni) staatliche und private Unternehmen in Litauen Ziel von Cyberangriffen geworden.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wurde Russland mit EU-Sanktionen belegt, die unter anderem auch den Transit von Waren durch Europa einschränken. Zum Monatsanfang begann Litauen mit der Umsetzung der Restriktionen für einige Güter, die in die russische Region Kaliningrad an der Ostsee transportiert werden sollten. Moskau kündigte dahingehend ebenfalls „Vergeltungsmaßnahmen“ an. (kas)

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