Putin und Kim Jong-un schmieden neue Koalition – und prahlen mit ihren Atomwaffen
VonStephanie Munk
schließen
Putin und Kim Jong-un prahlen mit ihren Atomwaffen. Ihre Allianz im Ukraine-Konflikt samt Soldaten aus Nordkorea an der Front könnte eine Eskalation bedeuten.
Moskau/Pjöngjang – Die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Konflikt haben eine neue Dimension erreicht: Der US-Geheimdienst hat bestätigt, dass Nordkorea militärische Unterstützung an Russland leistet. Lloyd Austin, der US-Verteidigungsminister, gab am Donnerstag (24. Oktober) bekannt, dass nordkoreanische Soldaten in der Ukraine stationiert sind. Der ukrainische Präsident Selenskyj bezeichnete dies als den „ersten Schritt“ in Richtung eines möglichen Weltkriegs.
Putin und Kim Jong-un prahlen mit ihren Atomwaffen – Soldaten aus Nordkorea wohl in der Ukraine
Die Allianz zwischen Russland und Nordkorea ist besonders brisant, da beide Länder über Atomwaffen verfügen. Laut dem Friedensforschungsinstitut in Stockholm besitzt Russland etwa 4.489 Nuklearsprengköpfe und ist damit weltweit führend. Nordkorea verfügt nach Schätzungen von 2023 über rund 30 einsatzbereite Atomwaffen.
Am Dienstag (23. Oktober) prahlten Wladimir Putin und Kim Jong-un, Diktator Nordkoreas, öffentlich mit ihren Atomwaffen. Kim Jong-un besuchte erstmals öffentlich die strategischen Raketenbasen seines Landes. In schwarzer Lederjacke posierte er vor Abschussanlagen für Interkontinentalraketen, die das US-Festland erreichen könnten.
Kim Jong-un besucht Atomwaffenbasis in Nordkorea und sendet klare Botschaft
Laut einem Bericht der vietnamesischen Zeitung Thanh Nien inspizierte Kim Jong-un unter anderem die Hwasiong-1, eine Interkontinentalrakete mit einer geschätzten Reichweite von 15.000 Kilometern und damit fähig, die USA zu treffen. Ein anderes Bild zeigte ihn vor einer ballistischen Mittelstreckenrakete, die mit fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen kann und US-Militärstützpunkte im Westpazifik sowie die Insel Guam, ein US-amerikanisches Außengebiet in Mikronesien, treffen könnte.
Kim Jong-un nutzte den Besuch an der Atomraketenbasis, um eine deutliche Botschaft an die USA und den Westen zu senden. Er erklärte, dass Nordkorea seine Atomstreitkräfte technisch modernisieren wolle, „um dem Feind jederzeit und unter allen Umständen umgehend einen strategischen Gegenschlag versetzen zu können“. Dies wurde in einer Mitteilung der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur bekannt gegeben.
Kim Jong-un wurde mit den Worten zitiert: „Wie ich in letzter Zeit mehrfach betont habe, stellen die strategischen Nuklearwaffen der USA eine immer größere Bedrohung für die Sicherheitslage der Demokratischen Volksrepublik Korea dar.“ Dies mache es „dringend“ notwendig, dass Nordkorea seine militärische Abschreckung verstärke.
Auch Putin präsentiert seine Atombomber – Flug über japanische See beunruhigt
Auch Wladimir Putin, der Machthaber Russlands, zeigte seine atomare Stärke. Laut dem US-Magazin Newsweek ließ er am Dienstag (23. Oktober), vier Atombomber einen zehnstündigen Flug über dem Japanischen Meer vor Russlands äußerstem Osten durchführen. Die Bomber vom Typ Tu-95MS können laut dem Bericht sechs bis 14 nukleare Marschflugkörper tragen.
Vier russische Su-30SM Kampfjets eskortierten die strategischen Nuklearbomber, die sich den japanischen Hauptinseln näherten. Dies führte dazu, dass die japanische Luftwaffe ihre Kampfjets alarmierte. Die russischen Militärmaschinen drehten daraufhin ab. Das russische Verteidigungsministerium gab an, dass der Flug unter Einhaltung internationaler Luftraum-Regeln stattgefunden habe.
Militärparade in Moskau am Tag des Sieges: Putin lässt die Panzer aufmarschieren
Russland und Nordkorea schmieden Militärallianz auch abseits des Ukraine-Kriegs
Die Demonstration der nuklearen Macht durch Russland und Nordkorea ist wahrscheinlich Teil der Zurschaustellung einer antiwestlichen Front. Putin betonte dies auch beim derzeit stattfindenden Brics-Gipfel in Moskau und sprach von einer neuen „Weltmehrheit“, die die Dominanz der USA brechen solle.
Das russische Parlament hat außerdem auch einen Vertrag über eine umfassende strategische Partnerschaft mit Nordkorea ratifiziert. Dieser Vertrag hebt die militärische Zusammenarbeit beider Länder auf eine neue Ebene. Sollte eines der Länder angegriffen werden, leisten sich Russland und Nordkorea gegenseitig Beistand.
„Der Vertrag trägt der aktuellen geopolitischen Lage in vollem Umfang Rechnung“, so Leonid Sluzki, der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Duma. Putin und Kim Jong-un hatten den Vertrag bereits im Juni in Pjöngjang unterzeichnet. (smu)