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Attentat gescheitert: Putin entwischt Kopfgeldjägern

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Attentat auf Putin: Laut Geheimdienst der Ukraine entkam Russlands Präsident einem Anschlag. Doch auf ihn ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Reizt das zu neuen Versuchen?

Moskau – Attentat statt Putsch: Russlands Präsident Wladimir Putin soll zu Beginn des Ukraine-Krieges einem Mordanschlag entkommen sein. Das behauptet jedenfalls der ukrainische Militärgeheimdienst. „Es war ein absolut erfolgloser Versuch, aber es ist wirklich passiert“, sagte der Geheimdienstchef Kyrylo Budanow der ukrainischen Zeitung „Pravda“. Nähere Details verriet er aber nicht. Dennoch könnte der Vorfall weitere Attentäter anspornen, denn auf den Kopf von Putin ist ein hohes Kopfgeld ausgesetzt. Dennoch gilt das Szenario, dass ein Kopfgeldjäger den verhassten Kremlchef erwischt und dadurch der Krieg beendet wird, eher als unrealistisch.

Kopfgeld auf Putin: Attentat scheitert – entwischte Kremlchef Kopfgeldjägern?

Ob jetzt mit Kopfgeldjägern oder nicht oder mit Kopfgeld auf Putin oder nicht – den ukrainischen Angaben zufolge soll sich das erste versuchte Attentat auf Russlands Präsident Wladimir Putin aber bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges ereignet haben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Doch laut Budanow sei der Anschlag in Geheimdienstkreisen bekannt, aber bislang nicht öffentlich gemacht worden. Warum er das jetzt nachholte, blieb offen.

Hat sich mit dem Ukraine-Krieg viele Feinde und Gegner gemacht: Russlands Präsident Wladimir Putin.

Konkrete Details verriet der ukrainische Geheimdienstchef nicht. Der Zeitpunkt des Attentats sei vor zwei Monaten gewesen. Die Attentäter seien „Vertreter des Kaukasus“. Zu dieser Region zählen unter anderem Armenien, Aserbaidschan, Iran oder Georgien. Ähnlich wie die Ukraine tobt auch in diesen Ländern ein Konflikt mit Russland um die Vorherrschaft in einigen Territorien. Doch zum Kaukasus zählen auch Teile Russlands.

Putsch oder Attentat: Wegen des Ukraine-Krieges hat Putin viele Feinde

Insofern könnten die Attentäter auch aus den eigenen Reihen stammen. Immer wieder war zuletzt über einen Putsch gegen Putin spekuliert worden. Unter anderem herrscht im Sicherheitsdienst FSB wegen des drohenden Fiaskos eine gewisse Unruhe, die nach Meinung einiger Russland-Experten auch zu einem Sturz führen könnten.

Kopfprämie: Russischer Oligarch setzt Kopfgeld auf Putin in Höhe von einer Million US-Dollar aus

Mit dem Feldzug gegen die Ukraine hat sich Putin jedenfalls genug Feinde gemacht. Auch bei den Oligarchen, die wegen der Sanktionen um ihren Reichtum fürchten müssen und bereits mit Putin hart abrechneten, wächst der Unmut. Kurz nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine setzte der russische Geschäftsmann Alexander Konanykhin bereits ein Kopfgeld auf Putin aus. „Ich verspreche, eine Million Dollar dem oder den Polizisten zu zahlen, der, entsprechend der verfassungsgemäßen Pflicht, Putin als einen Kriegsverbrecher unter russischem und internationalem Recht festnimmt“, schrieb der 55-Jährige auf Facebook und LinkedIn und fügte per Bild den Zusatz „Dead or Alive“ (Tot oder lebendig) hinzu.

In den sozialen Netzwerken wurde der Post umgehend gelöscht – wegen des Aufrufs zum Mord. Jedoch befand sich der russische Oligarch dabei in bester Gesellschaft. So gab es auch in der Politik des Westens einige Vertreter, die laut über Putins Tod sprachen. Allen voran der US-Senator Lindsey, der in einem Interview mit dem TV-Sender Fox News ebenfalls zu Attentaten aufrief: „Jemand in Russland muss jetzt aktiv werden und diesen Kerl ausschalten“, wetterte der einflussreiche Republikaner gleich zu Beginn des Ukraine-Krieges.

Kopfgeld hin oder her: Schon vor Ukraine-Krieg hat sich Putin vor Attentätern geschützt

Gut möglich, dass sich nun der ein oder andere Kopfgeldjäger angespornt fühlt. Doch auch wenn die Kopfprämie von einer Million US-Dollar für den ein oder anderen Attentäter verlockend sein könnte, ist das Unterfangen eigentlich trotz des hohen Kopfgeldes auf Putin nahezu ausgeschlossen. Denn Putin selber lebt seit Jahren in ständiger Angst vor Attentaten. Zu seinem Schutz hat der frühere KGB-Spion einen extremen Sicherheitsring um sich gezogen. Nur engste Vertraute kommen an den Sicherheitsleuten vorbei. Er leistet sich Vorkoster, lebt mit ständigen Ortswechseln und ist umgeben von schwerbewaffneten Leibwächtern.

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Inwieweit Putin jetzt aber tatsächlich im Fokus internationaler Attentäter steht, ist am Ende unklar. Zwar soll auch der ukrainische Präsident Wolodomyr Selenskyj im Visier von tschetschenischen Elite-Kämpfern gestanden haben, doch es ist auch gut möglich, dass sich die beiden Kriegsparteien gegenseitig in einer Propagandaschlacht duellieren. Dennoch werden Putin selber im Zusammenhang des Ukraine-Krieges viele Kriegsverbrechen vorgeworfen. Neben der Gefahr, Opfer eines Attentäters oder Kopfgeldjägers zu werden, könnte Putin auch in Den Haag vor das internationale Strafgericht gezerrt werden.

Rubriklistenbild: © Alexander Zemlianichenko/Peter Kneffel/dpa/Montage

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